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Ausbildungsberatung

Sie sind in der Lehre und haben Fragen zu Ihrer Ausbildung?
Oder Sie sind Ausbilder und benötigen Infos?

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Von A wie Arbeitszeit bis Z wie Zwischenprüfung – wir haben auf alle Fragen eine Antwort!

Ausbildungsrecht

Auf den Internetseiten der Handwerkskammer zu Köln können Sie sich vorab informieren und erhalten Antworten auf viele Rechtsfragen aus dem Ausbildungsalltag. Die dort genannten Ansprechpartner beziehen sich allerdings auf den Kammerbezirk Köln und sind nicht für den Kammerbezirk Aachen zuständig. Ansprechpartner für eine weiterführende Beratung sind in jedem Falle Ihre Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer Aachen.

Ratgeber Ausbildungsrecht:

Abmahnung Arbeitskleidung Arbeitspapiere Arbeitszeit Arztbesuch / Behördengänge Aufhebungsvertrag Ausbildungsmittel Ausbildungsvergütung Ausbildungsverordnung Ausbildungszeugnis Berichtsheft / Ausbildungsnachweis Berufsfachschule Berufsgrundschuljahr Berufsschule Eintrag Lehrlingsrolle Fahrtkosten Freistellung Getrennte Toiletten / Sanitärräume Kündigung Lehrlingsschiedsausschuss Minderjährige Auszubildende Pflichten Auszubildender Pflichten Betrieb Probezeit Schwangerschaft Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz Stundenverrechnungssatz für Auszubildende Tarifvertrag Umschüler Urlaub Verkürzung & Verlängerung Ausbildung Versicherungen Was man über die Prüfung wissen sollte (Ob Anmeldung, Freistellung oder Einsicht in die Prüfungsunterlagen, hier haben wie für Sie die wichtigsten Regelungen des Prüfungswesens kurz zusammengestellt.) Zugang Abmahnung & Kündigung

Ausbildungsabbrüche vermeiden

Gründe für einen Ausbildungsabbruch liegen sehr oft im Vorfeld der Berufsausbildung. Zwar schreibt kein Gesetz eine bestimmte Schulausbildung für einen zu erlernenden Handwerksberuf vor, doch in einigen Handwerksberufen sind insbesondere die theoretischen Anforderungen so hoch, dass faktisch bestimmte Schulqualifikationen erforderlich sind.

  • Haben Sie Probleme mit Ihrem Chef oder Schwierigkeiten in der Berufsschule?
  • Sind Sie unzufrieden mit Ihrem Azubi?

Bevor sie daran denken, den Ausbildungsvertrag zu lösen, halten Sie sich bitte Folgendes vor Augen:

Was bedeutet ein Ausbildungsabbruch ...

  • ... für die Betriebe: hohe Kosten, Zeit- und Arbeitskraftverlust.
    Die bisher in den Azubi investierte Zeit war umsonst. Es ist fraglich, ob der Ausbildungsplatz direkt wieder neu besetzt werden kann. Es drohen spätere Engpässe beim eigenen Fachkräftenachwuchs.
  • ... für die Jugendlichen: viel Frust und verlorene Zeit.
    Sie müssen sich um einen neuen Ausbildungsplatz bemühen. Häufig gibt es im gleichen Beruf keine freien Lehrstellen mehr. Man muss nehmen, "was noch übrig ist". Wenn es ganz schlecht läuft, bekommt man gar keine Lehrstelle mehr, muss sich mit Gelegenheitsjobs herumschlagen oder wird arbeitslos.

Gründe für einen Ausbildungsabbruch ...

  • ... aus Sicht der Betriebe
    liegen die Hauptgründe in der mangelnden Motivation und am Desinteresse der Azubis, an Lernschwierigkeiten in der Berufsschule, schlechten Leistungen im Betrieb und Differenzen zwischen Ausbildern und Azubis.
  • ...aus Sicht der Jugendlichen
    werden vor allem Probleme im Betrieb und eine mangelnde Ausbildungsqualität beklagt. Darüber hinaus werden mangelnde Motivation, Lern- und Leistungsschwierigkeiten und sonstige Probleme, wie z. B. Überstunden ohne Ausgleich und unregelmäßige oder fehlende Vergütung genannt.

Gespräche...
Fakt ist, dass häufig viel zu spät oder überhaupt nicht über bestehende Probleme gesprochen wird. Die eine Seite weiß nicht, weshalb die andere so und nicht anders reagiert. Missverständnisse sind vorprogrammiert. Regelmäßige Gespräche zwischen Ausbildern und Jugendlichen helfen, die Probleme frühzeitig zu erkennen.
Wichtig: Vereinbaren Sie einen Termin, führen Sie die Gespräche nicht zwischen Tür und Angel. Nehmen Sie sich Zeit. Bleiben Sie ruhig und sachlich – auch wenn Sie sich vielleicht zu Unrecht kritisiert fühlen.
Haben Sie das Problem erkannt, versuchen Sie gemeinsam eine Lösung zu finden.

Initiative VerA
Junge Menschen, die eine Ausbildung abbrechen, haben dafür verschiedene Gründe. Häufig sind es Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, in der Berufschule oder im persönlichen Umfeld. Oder die Motivation ist gering, die Angst vor Prüfungen zu groß, der Beruf falsch gewählt. In solchen Fällen hilft "VerA" - eine Initiative, die der Senior Experten Service (SES) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft ins Leben gerufen hat.

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)

Die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) sind für Jugendliche gedacht, deren Ausbildung aufgrund von schulischen und sprachlichen Defiziten oder auch Problemen im sozialen Umfeld gefährdet ist.

Wer kann an abH teilnehmen?
Alle Auszubildenden, denen insbesondere der Unterricht in der Berufsschule (Theorie) Schwierigkeiten bereitet:

  • Lernbeeinträchtigte Auszubildende
  • Sozial benachteiligte Auszubildende
  • Auszubildende mit Sprachschwierigkeiten

abH ist ein Programm der Arbeitsämter. Darum sagt Ihnen auch die Berufsberatung Ihres Arbeitsamtes, wo in Ihrer Nähe ausbildungsbegleitende Hilfen angeboten werden.

Was können die abH leisten?
Durch Stützunterricht und sozialpädagogische Begleitung:

  • Verbesserung der fachtheoretischen und fachpraktischen Kenntnisse sowie des Allgemeinwissens
  • Abbau von Sprachdefiziten
  • Vermittlung von Lerntechniken ("Das Lernen lernen") Vermittlung von Schlüsselqualifikationen
  • Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen
  • Training des Sozialverhaltens/Entwicklung der Persönlichkeit
  • Vorbereitung auf die Gesellen-/Abschlussprüfung

Wer trägt die Kosten der abH?
Die Kosten der abH trägt das Arbeitsamt. Wird der Auszubildende vom Betrieb für abH freigestellt, kann dem Betrieb die entsprechende Ausbildungsvergütung vom Arbeitsamt anteilig ersetzt werden.

Wie werden die abH durchgeführt?
Die abH erfolgen in Kleingruppen (ca. 5 Teilnehmer) und dauern zwischen 3 und 8 Stunden wöchentlich. Der Unterricht wird von Fachlehrern bzw. Sozialpädagogen erteilt. Für jeden Auszubildenden wird ein individueller Förderplan in Abstimmung mit dem Ausbildungsbetrieb erstellt, anhand dessen die Lernschritte und Lernerfolge verfolgt werden können.

Wo müssen die abH beantragt werden?
Über die Teilnahme an abH entscheidet die Berufsberatung Ihres Arbeitsamtes. Gefördert werden nur solche Auszubildende, bei denen Verlauf oder Abschluss der Ausbildung gefährdet sind oder ein Abbruch der Ausbildung droht. Erforderlich ist die schriftliche Einverständniserklärung des Ausbildungsbetriebes, dem keine Kosten entstehen.

Für welche Dauer werden die abH bewilligt?
Bewilligt werden die abH in der Regel für ein Jahr und müssen dann jeweils neu beantragt werden. Insgesamt kann der Auszubildende abH von Ausbildungsbeginn bis Ausbildungsende in Anspruch nehmen, wenn die Voraussetzungen hierfür vorliegen. (Quelle: Handwerkskammer zu Köln)

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) soll Jugendliche während ihrer Ausbildung oder ihrer Teilnahme an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen Hilfe bieten, wenn finanzielle Schwierigkeiten die berufliche Qualifikation gefährden würden.

Berufsausbildungsbeihilfen erhalten:

  • Auszubildende, die nicht mehr im Elternhaus wohnen können, weil der Ausbildungsbetrieb für eine tägliche Hin- und Rückfahrt zu weit entfernt ist.
  • Auszubildende, die zwar noch in der Nähe des Elternhauses wohnen können, aber
    - älter als 18 Jahre sind, oder
    - verheiratet sind oder waren, oder
    - mindestens ein Kind haben.
  • Auszubildende, denen es aus schwerwiegenden sozialen Gründen nicht zumutbar ist, im Elternhaus zu wohnen.
  • Jugendliche, die an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen teilnehmen, können ebenfalls mit BAB gefördert werden.

Voraussetzungen:

  •  die Ausbildung muss in einem anerkannten Ausbildungsberuf erfolgen;
  •  es muss ein gültiger Ausbildungsvertrag geschlossen worden sein;
  •  grundsätzlich werden BAB nur für eine erste Ausbildung gewährt.
  •  Auch eine Ausbildung oder berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, die ganz oder teilweise im Ausland absolviert wird, kann mit BAB gefördert werden.
  • Eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme muss auf die Aufnahme einer Ausbildung vorbereiten oder der beruflichen Eingliederung dienen. Sie darf nicht den Schulgesetzen der Länder unterliegen und muss im Auftrag der Agenturen für Arbeit durchgeführt werden.
  • Seit dem 1.1.2004 werden auch solche berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen anerkannt, die allgemeinbildende Fächer enthalten, auf den Erwerb des Hauptschulabschlusses vorbereiten und mit einem Betriebspraktikum verbunden sind.
  • Die Antragsteller müssen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch ausländische Jugendliche BAB erhalten.

Bedarfsprinzip
BAB werden nur dann gewährt, wenn die zusätzlichen Kosten, die durch die Ausbildung entstehen, nicht anderweitig gedeckt werden können. Im Rahmen einer Prüfung wird das Einkommen des Jugendlichen vollständig angerechnet, bei dem der Eltern und Ehegatten werden bestimmte Freibeträge berücksichtigt.
Erhält der / die Auszubildende von anderer Stelle bereits Leistungen, die ähnliche Zwecke wie die BAB verfolgen, werden BAB oder Teile davon nicht gewährt. Die Höhe der Berufsausbildungsbeihilfen hängt von der Art der Ausbildung und der Unterbringung ab. Gewährt werden pauschalierte Beträge, die festgesetzt sind und sich nicht an den tatsächlichen Kosten, wie zum Beispiel der Miete oder den Fahrtkosten, orientieren.

Dauer der Förderung
Die BAB kann für die gesamte Dauer der Ausbildung bzw. der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme gewährt werden. Ausführliche Informationen, u.a. einen BAB-Rechner, finden Sie auf den Internetseiten der Bundesagentur für Arbeit. Bei Fragen rund um die BAB wenden Sie sich bitte an Ihre zuständigen Berufsberater der Agentur für Arbeit.