Handwerkskammer.de
         Schriftgröße:
Sie befinden sich hier:  HWK-Aachen.de > Handwerkskunden > 10 Tipps 

10 Verbrauchertipps bei Auftragsvergaben im Handwerk

Als Interessenvertretung für das Handwerk freuen wir uns als zuständige Handwerkskammer für die Region Aachen über jeden Auftrag, die unsere Mitgliedsbetriebe von Ihnen erhalten.

Die wichtigsten "Spielregeln" bei der Auftragsvergabe und der Abwicklung haben wir für Sie zusammengestellt.

  1. Vergeben Sie Aufträge nur an Fachbetriebe. Im Zweifelsfall verschafft ein Anruf bei der Handwerkskammer (Telefon 0241/ 471-0) Klarheit darüber, ob es sich um einen eingetragenen Fachbetrieb handelt. "Haustürgeschäfte" sind bei Handwerksbetrieben ungewöhnlich. Seien Sie deshalb vorsichtig, wenn Ihnen Handwerksdienstleistungen "an der Tür" angeboten werden.
  2. Vor Auftragsvergabe von mehreren Handwerkern (schriftliche) Kostenvoranschläge einholen. Achtung: Kostenvoranschläge sind grundsätzlich nicht verbindlich, es sei denn, dies wird ausdrücklich vereinbart. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass Handwerksbetriebe bei aufwändig zu erstellenden Kostenvoranschlägen eine gewisse Aufwandsentschädigung verlangen, die bei Beauftragung selbstverständlich mit verrechnet wird.
  3. Größere Aufträge, vor allem im Baubereich, sollten nur schriftlich und nur nach der "Verdingungsordnung für Bauwesen" (VOB) vergeben werden. Leistungsumfang und -inhalt sollten im Vertrag präzise geregelt und wichtige Termine, bei einem Bauvorhaben beispielsweise der Fertigstellungstermin, fixiert werden.
  4. Bei mündlich erteilten Aufträgen oder Reparaturaufträgen sollten im Gespräch mit dem Handwerksmeister möglichst genaue Angaben über Art und Umfang der auszuführenden Arbeiten gemacht werden. Der Handwerker kann damit den Zeit-, Werkzeug-, Material- und Personalbedarf besser planen und dem Kunden werden unnötige Kosten erspart.
  5. Die Zeiten für An- und Abfahrt müssen bezahlt werden. Ein Handwerker aus der Nachbarschaft ist deshalb in der Regel günstiger.
  6. Der Kunde sollte sich bereits vor Auftragsvergabe genau über sämtliche anfallenden Kosten (Stundenverrechnungssätze, Höhe der Fahrtkosten, Zahlungskonditionen etc.) erkundigen.
  7. Bei der Auftragsvergabe und der Terminvereinbarung sollte der Kunde dem Handwerker eine Rufnummer hinterlassen, unter der man ihn erreichen kann. So kann der Kunde auch bei zeitlichen Verschiebungen, beim Auftreten unvorhersehbarer Probleme sowie bei Überschreitung einer vereinbarten finanziellen Höchstgrenze rechtzeitig benachrichtigt werden.
  8. Arbeitet der Handwerker vor Ort, so sollte der Kunde im Rapportzettel die aufgewendete Zeit quittieren und eine Durchschrift dieses Belegs behalten.
  9. Gegen eine Unterhaltung mit dem Handwerker ist nichts einzuwenden, dient sie doch meist der Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses und der Schaffung eines besseren Arbeitsklimas. Doch auch diese Zeit ist Arbeitszeit und muss bezahlt werden. Gespräche über gemeinsame Hobbys sollten deshalb besser außerhalb der Arbeitszeit geführt werden.
  10. Wenn Reklamationen auftreten, sollten diese zunächst in einem offenen Gespräch geklärt werden. Können Differenzen auf diesem Weg nicht ausgeräumt werden, sollte die Vermittlungsstelle der Handwerkskammer Aachen (Ass. Anna Rothenbächer, Telefon 0241/ 471-142) eingeschaltet werden.  Weitere Informationen zur Schlichtungsstelle finden Sie unter dem Stichwort "Schlichtungsstelle" auf der Internetseite "Handwerkskunden".

Noch ein wichtiger Hinweis: Handwerksbetriebe sind keine Kreditinstitute. Wenn ein Handwerksbetrieb die Leistung ordnungsgemäß erbracht hat, dann sollte es eine Selbstverständlichkeit für den Kunden sein, die Rechnung auch innerhalb der vereinbarten Zahlungsfristen zu bezahlen. Handwerkerrechnungen sind ohne Abzug zahlbar. Wenn keine besonderen Vereinbarungen getroffen wurden, darf kein Betrag für eventuelle Gewährleistungen einbehalten werden. Kunden sollten ebenfalls dafür Verständnis haben, dass der Betrieb bei der Vertragsgestaltung ein Recht auf Abschlagszahlung für abgrenzbare Teilleistungen verlangt. Denn er wird ja bis zur ersten Abschlagszahlung bereits mit Materialkauf, Personaleinsatz entsprechend in Vorleistung getreten sein.

Quelle: Initiative handwerkskammer.de