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Berufsabitur

Im Herbst können Schüler in sechs Bundesländern zum Berufsabitur starten

Gesellenprüfung

Aachen. Man braucht nicht zwingend ein Studium, um beruflich Karriere zu machen und erfolgreich zu sein. Da bietet das Handwerk echte Alternativen. Und Deutschlands „Ober-Handwerker“, also ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer, wird nicht müde, das immer wieder zu vermitteln. Zuletzt in einem Interview mit der Schwäbischen Zeitung. „Wir machen den jungen Menschen entsprechende Bildungsangebote. Gemeinsam mit der Politik starten wir ein Konzept ‚Höhere Berufsbildung‘ für leistungsstarke Jugendliche“, sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

Zu dieser höheren Berufsbildung gehört das Berufsabitur als neue Bildungsmarke, die Schweiz und Österreich sind Vorbilder. Vom Schuljahr 2017/18 an laufen in sechs Bundesländern Pilotprojekte – Handwerkskammern in Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen arbeiten derzeit an ihren Konzepten – in diesem doppelqualifizierenden Bildungsgang an.

Schüler können in vier Jahren nicht nur die allgemeine Hochschulreife, sondern parallel noch eine Berufsausbildung absolvieren. „Schüler am Gymnasium werden derzeit sehr einseitig nur auf die akademische Bildung vorbereitet. Beim Berufsabitur hingegen haben die Schüler am Ende sowohl einen Gesellenbrief wie auch das Abitur in der Hand“, erklärte Wollseifer im Interview.

Einfach ist die Umsetzung nicht. Weil die Bildungshoheit im jeweiligen Bundesland liegt, gibt es zunächst keine einheitliche Lösung. Der ZDH hat mit der Kultusministerkonferenz drei verschiedene Varianten entwickelt, die den jeweils vorhandenen Schulstrukturen angepasst werden können. „Ziel ist es, ein bundesweit einheitliches Angebot zu etablieren“, sagte Volker Born im Gespräch mit der Deutschen Handwerks Zeitung. Er leitet beim ZDH die Abteilung berufliche Bildung und ist verantwortlich für das Projekt „BerufsAbitur“.

Info: Weitere Informationen zum Zentralverband des Deutschen Handwerks finden Sie im Internet unter www.zdh.de.