92 Prozent der Betriebe haben in den letzten sechs Monaten gute oder befriedigende Geschäfte erzielt.
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„Besser geht es eigentlich nicht.“

Konjunkturumfrage der Handwerkskammer belegt hervorragende Geschäftslage

Pressemitteilung News

Aachen, 18.10.2017 – IPR 021c

Aachen. „Besser geht es eigentlich nicht“, ist Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, überzeugt. Ihre Herbst-Konjunkturumfrage liefert das Ergebnis, dass 92 Prozent der Betriebe in den letzten sechs Monaten gute oder befriedigende Geschäfte erzielt haben. Niedrige Hypothekenzinsen, geringe Arbeitslosigkeit und die sehr gute Verbraucherstimmung spielten den Unternehmen in die Karten. Die Erwartungen aus dem Frühjahr (88 Prozent) wurden übertroffen. Die besten Werte erzielten die Handwerksunternehmen für den gewerblichen Bedarf.

Optimistisch blicken die befragten Handwerksbetriebe auf das Winterhalbjahr. 14 Prozent erwarten eine bessere Geschäftslage und 76 Prozent eine gleichbleibende. Somit rechnet also nur jeder zehnte Betrieb mit einem Rückgang.

Der Auftragsbestand stieg um vier Punkte auf 79 Prozent. Ein Viertel der Unternehmen meldete gestiegene Auftragsvolumina, bei 54 Prozent blieb der Umfang gleich. Die Auftragsreichweiten liegen bei durchschnittlich 6,3 Wochen, was im Vergleich zum Herbst 2016 einem Plus von 0,7 entspricht. Im Bauhaupt- und im Ausbaugewerbe liegen sie mit 8,7 beziehungsweise 8,4 Wochen und bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf mit 7,4 Wochen deutlich darüber.

Keine Veränderung gab es beim Gesamtumsatz. Wie im Herbst des Vorjahres berichten 77 Prozent der Fachbetriebe steigende oder gleichbleibende Umsätze. Für das Winterhalbjahr erwarten jedoch sogar 82 Prozent solche Entwicklungen.

Positive Effekte zeigen sich auch bei den Verkaufspreisen. Nur 4 Prozent der Betriebe (Herbst 2016: 6 Prozent) mussten Nachlässe gewähren. Dagegen konnten 29 Prozent (+8) die Preise erhöhen. Für das Winterhalbjahr erwarten 6 Prozent, dass sie die Preise runtersetzen müssen und 27 Prozent, dass sie aufschlagen können.

Den gleichen Wert wie im Vorjahr gibt es bei der Investitionsbereitschaft: 81 Prozent der Betriebe steckten mehr oder gleich viel Geld in neue Maschinen, Räumlichkeiten und digitale Ausstattung.

Immer noch sehr gut, aber etwas schlechter als im Vorjahresherbst, ist das Beschäftigungsklima. Der Wert der Betriebe, die mehr Personal einstellten oder ihre Mannschaftsstärken hielten, sank von 89 Prozent auf 86 Prozent. Für das Winterhalbjahr erwarten 93 Prozent, ihre Teams vergrößern oder gleich halten zu können, wenn sie denn die Fachkräfte für ihre freien Stellen finden.

Die einzelnen Handwerksgruppen
93 Prozent der Chefs im Bauhauptgewerbe und somit 1 Prozent mehr als im Vorjahr beurteilen die Geschäftslage mit „gut“ oder „befriedigend“. Im Ausbaugewerbe beträgt der Zuwachs sogar 5 Prozent von 90 auf 95. Glänzend liefen die Geschäfte auch beim Handwerk für den gewerblichen Bedarf. Hier sprechen 95 Prozent der Betriebe von guten oder befriedigenden Geschäften, das sind sogar 8 Prozent mehr als im Herbst 2017. Auch im Kfz-Gewerbe stellt sich die Situation verbessert dar. Der Zufriedenheitsindikator legte hier um 4 Prozent auf 90 Prozent zu. Im Nahrungsmittelgewerbe konnte das absolute Top-Niveau von 100 Prozent nicht gehalten werden. Nun melden 93 Prozent der Unternehmen eine bessere oder gleich gebliebene Geschäftslage. Um 1 Prozent legte der Zufriedenheitswert bei den Betrieben im Gesundheitsgewerbe auf nun 93 Prozent zu. Deutlich hinter den anderen Gruppen rangieren mit 81 Prozent die Handwerke für den persönlichen Bedarf. Ihr Wert ging im Vergleich zum Vorjahr noch mal um 4 Prozent zurück.



Die Regionen

Die Spitzenposition nimmt mit 96 Prozent der Kreis Heinsberg ein. Er verbuchte eine Steigerung von 5 Prozent. Bei der Erwartung für das Frühjahr 2018 steigt der Wert sogar auf 97 Prozent. Im Mittelfeld liegen mit 93 beziehungsweise 92 Prozent der Kreis Euskirchen (+3) und die Städteregion Aachen (+1). Im Kreis Düren sprechen 87 Prozent der Handwerksunternehmer von guten oder befriedigenden Geschäften. Auch hier gab es eine Steigerung (+2).

Lehrlinge und Fachkräfte
2017 haben sich bis zum 30. September 2.185 junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk entschieden und einen Lehrvertrag unterschrieben. Das sind 69 und somit 3,26 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Vor allem im Kreis Düren (+8,88 Prozent) und im Kreis Euskirchen (+5,66 Prozent) stieg die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse. In der Städteregion Aachen ohne Stadt Aachen, also im alten Kreisgebiet, sank die Zahl um 3,18 Prozent.

In der Stellenbörse der Handwerkskammer Aachen und ihrer Tochtergesellschaft QualiTec GmbH sind derzeit viele freie Stellen gemeldet. Die meisten Fachkräfte werden in den Berufen Elektroinstallateur, Installateur und Heizungsbauer, Kfz-Mechaniker, Tischler und Friseur gesucht.

Info: Die Konjunkturumfrage mit regionalen Daten und Grafiken finden Sie im Internet unter www.hwk-aachen.de/umfragen.