Das Iglootel verfügt auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern über 20 einzelne Iglus, die durch Gänge miteinander verbunden sind.
© Foto: Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg

Dem Polarkreis sehr nah

Studierende der Akademie bauten erneut das Iglootel mit

Akademie für Handwerksdesign

Aachen/ Arjeplog (Lappland, Schweden). Bereits zum vierten Mal haben Studierende der Akademie für Handwerksdesign der Handwerkskammer Aachen die Inneneinrichtung für das „Iglootel“ in Lappland gebaut. Das Hotel entstand erneut in Kooperation mit dem Unternehmen FlyCar, das Mitarbeiter der internationalen Automobilindustrie in die Wintertestgebiete nach Lappland fliegt.

Das „Iglootel“ in Arjeplog nahe dem Polarkreis verfügt auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern über 20 einzelne Iglus, die durch Gänge miteinander verbunden sind. Dazu gehören Schlaf-Iglus, eine Bar und ein Wellnessbereich. Das Hotel ist aktuell noch größer als in den letzten Jahren.

Für die Studierenden und den Projektbetreuer, Dozent Dr. Hans Präffcke, hielt der Aufenthalt in Lappland von Anfang Dezember bis Mitte Januar besondere Herausforderungen bereit. Arbeiten mussten sie meist im Dunkeln und schlafen in Polarschlafsäcken zwischen Eis und Schnee. Seit August 2016 hatten sich die Teilnehmer mit dem Projekt beschäftigt. Unter anderem entwickelten sie Werkzeuge, um Eis, Schnee und andere Substanzen vor Ort bearbeiten zu können, und stellten sie auch selber her. Sie schufen Entwürfe für die Möbel und Einrichtungsgegenstände.

In Lappland angekommen halfen sie dann auch beim Bau der Iglus. Dabei wurden riesige Ballons mit Hilfe von Schneekanonen mit Schnee umhüllt. Dieser vereiste über Nacht, und am nächsten Morgen konnte die Luft aus den Ballons herausgelassen werden – die Iglus waren somit fertig.

Arktische Völker
Beim aktuellen „Iglootel“-Projekt stand das Thema „Die Arktischen Völker heute“ im Mittelpunkt.  Die Studierenden schnitzten abstrakte Motive in die Igluwände, die die Veränderungen in der Polarregion durch Klimawandel und Technisierung thematisieren.

In einem kurzen Gang geleitet ein Ornament aus Trommelschlägeln den Besucher zum Rezeptions-Iglu. Hier wird er mit einer Tradition der Arktischen Völker konfrontiert, einer Schamanen-Trommel. Hinter der Biegung eines zweiten Ganges erblickt der Besucher drei vergrößerte Auszüge von Schamanentrommeln – einen Bären, ein Rentier und eine Gans. Im Verteiler-Iglu gewinnt der Besucher über einen in die Schneewand eingelassenen Lageplan aus Eis und einen QR-Code nähere Informationen über den Grundriss mit seinem weit verzweigten Gang- und Iglu-System. Darüber hinaus gibt es thematische Erklärungen. In den Gängen sind die Namen Arktischer Völker zu lesen. Sie tanzen quasi durch die Gänge, als wollten sie ihre wiedergewonnene Freiheit demonstrieren.

In den zehn Schlaf-Iglus sieht der Betrachter die Auswirkungen des Klimawandels. So zum Beispiel in Abstraktionen von Pflanzen, die durch die Erderwärmung bereits in der Arktis wachsen oder demnächst dort wachsen werden. Oder von Pflanzen, die durch den Klimawandel gefährdet sind. Zu sehen sind auch Abstraktionen aus der Tierwelt – Lebewesen, die im hohen Norden eine neue Heimat gefunden haben.

Im Event-Iglu 1 ist der Verlauf des „Silberwegs“ in den Boden eingelassen. Früher bestand er aus einem Netz von vielen kleinen Wegen, über die die Einwohner, die Sami, gezwungen wurden, mit ihren Zugrentieren das abgebaute Silber an die Ostsee zu transportieren. Im Event-Iglu 2 ist die Geschichte der Fortbewegung in der Arktis vom Ski bis zum Schneemobil illustriert. Die Frontseite der Theke im Bar-Iglu zieren ein Morsesystem aus dem 19. Jahrhundert und ein moderner Strichcode.

Die Lounge ist dem arktischen Moos gewidmet. Es ist durch den Klimawandel gefährdet. In der Mitte eines umlaufenden Holz-Steges wird Moos präsentiert. Mit Rücksicht auf den Naturschutz handelt es sich hier jedoch nicht um eine gefährdete Art. Die sieht der Besucher nach der Eingabe eines QR-Codes und erfährt dabei interessante Details über arktische Moose. Dazu kann er sich gemütlich in eine der Sitznischen zurückziehen, die in die Iglu-Wand eingearbeitet wurden. Über weitere QR-Codes in den Schneewänden gelangen Besucher in jedem Hotelbereich zu noch mehr Informationen.

Info: Zum Team „Iglootel IV“ in Lappland gehörten folgende Studierende des ersten, dritten und fünften Semesters an der Akademie für Handwerksdesign: Kerstin Berg, Mihail Brusilovsky, Felix Corrales y Vidal, Felix Duprée, Matthias Erkelenz, Anastasia Graf, Tobias Hartmann, Kolja Heinrichs, Pia Holz, Lisa Kirbach, Tillmann Liden, Verena Lütz, Irena Milikovic, Carina Monsé, Dominik Neises, Jana Platte, Hauke Raasch, Anja Reimann, Felix Schmidt, Frederik Schuhwirt, Trung Thanh Ha, Viviane Vockroth, Jennifer Zeisel und Dozent Dr. Hans Präffcke. Weitere Informationen zur Akademie für Handwerksdesign finden Sie im Internet unter www.gut-rosenberg.de und zum Iglootel unter www.iglootel.de.