Den Betrieb vor Cyberkriminalität schützen

Informationen vom ZDH und bei den Beratern der Handwerkskammer

Aachen. Gefühlt betrifft Cyberkriminalität immer nur die anderen. Dabei ist Cyberkriminalität längst ein Massenphänomen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) informiert über aktuelle Angriffsmuster, mögliche Vorsichtsmaßnahmen in Betrieben sowie Fördermöglichkeiten zur Erhöhung der IT-Sicherheit.

Der Digitalverband Bitkom hat im vergangenen Jahr einen Studienbericht bezüglich Spionage, Sabotage und Datendiebstahl in Industrieunternehmen veröffentlicht. Im Ergebnis hat die Studie gezeigt, dass 69 Prozent der Unternehmen in den letzten zwei Jahren von Wirtschaftsspionage, Sabotage und Datendiebstahl betroffen waren. Allein 29 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, in den vergangenen zwei Jahren von Angriffen auf Ihre IT-Abteilung betroffen gewesen zu sein. Doch Internetkriminalität ist nicht nur ein Problem der Industrie, auch Handwerksbetriebe können in den Fokus Krimineller geraten.

Weitere Informationsangebote zur Erhöhung der IT-Sicherheit in Unternehmen sind auf der Internetseite des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk zusammengestellt: www.zdh.de

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Da Cyberattacken einen hohen wirtschaftlichen Schaden verursachen können, stellt der ZDH auf im Downloadbereich seiner Internetseite, www.zdh.de, eine Informationsbroschüre bereit, die gemeinsam vom Bundesverband deutscher Banken und dem ZDH veröffentlicht wurde. Darin erhalten Interessierte Hinweise zu möglichen Sicherheitslücken im Zahlungsverkehr anhand in der Praxis bereits aufgetretener Vorgehensweisen von Tätern sowie Tipps für Betriebe. Da die größte Schwachstelle in der Regel der Mensch darstellt, sollten auch die Mitarbeiter der Handwerksbetriebe entsprechend geschult werden.

Denn sofern bei einem Cyberangriff zum Beispiel sämtliche Kunden- und Auftragsdaten verloren gehen, kann dies für betroffene Unternehmen sogar existenzbedrohend sein. Neben den in der oben genannten Broschüre beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen sollten Handwerksbetriebe deshalb auch über ein entsprechendes Datenschutzmanagement sowie eine Notfallvorsorge verfügen. Investitionen in die IT-Sicherheit kosten jedoch Geld, weshalb der ZDH nachfolgend einige Unterstützungsangebote vorstellt:

Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten: Am 1. Juli hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein neues Förderprogramm aufgelegt, den „ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit". Mit Hilfe dieses Förderprogramms können unter anderem Maßnahmen zur Ausrichtung der Unternehmensstrategie beziehungsweise Unternehmensorganisation auf die Digitalisierung begleitet werden. Vorgesehen ist auch der Verwendungszweck „Entwicklung und Implementierung eines IT- und / oder Datensicherheitskonzeptes“. Damit sind auch Investitionen zur Verbesserung der IT-Sicherheit förderfähig.

Für Kredite an Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern wird eine Haftungsfreistellung in Höhe von 70 Prozent möglich sein. In Höhe dieser 70 Prozent übernimmt die KfW also das Ausfallrisiko, wodurch den durchleitenden Hausbanken die Kreditvergabe erleichtert wird. Durch die Unterstützung der Europäischen Union sollen insbesondere Unternehmen mit einer schwächeren Bonität besonders günstige Konditionen erhalten. Auch die Konditionen für kleine und mittlere Unternehmen (gemäß EU-Definition) werden zusätzlich vergünstigt. Wichtig ist: Die Antragstellung erfolgt vor Investitionsbeginn über die Hausbank. Es wird empfohlen, im Vorfeld des Antrags die Beratungsmöglichkeiten der Handwerkskammer zu nutzen. Mehr Infos: www.kfw.de

Die Berater der Handwerkskammern haben auch einen Überblick über mögliche Landesförderprogramme, die speziell auf die Förderung von IT-Sicherheitsmaßnahmen abzielen und über allgemeine Förderprogramme, die für diesen Zweck genutzt werden können.

Auch die Bürgschaftsbanken in Deutschland bieten Ausfallbürgschaften für den Fall an, dass Betriebe IT-Investitionen über ihre Hausbank finanzieren wollen, aber nicht über genügend Sicherheiten verfügen. Nähere Informationen erhalten Handwerker über die Bürgschaftsbank NRW. www.bb-nrw.de

Spezielle Versicherungen: Auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat zwischenzeitlich ein Konzept für IT-Sicherheits-Policen (Cyber Security) entwickelt, die zum Beispiel Systemwiederherstellungskosten abdecken. Dafür werden jedoch – unternehmensgrößenabhängig – bestimmte Aktivitäten und Investitionen der Unternehmen im IT-Sicherheitsbereich (Infrastruktur und Daten) vorausgesetzt. Nähere Informationen hierzu auf  www.gdv.de/2017/04/gdv-stellt-musterbedingungen-fuer-cyber-versicherung-vor/