Aachener Dombauhütte: Dombaumeister Helmut Maintz (l.) freute sich über den Besuch von Kammerpräsident Dieter Philipp (2.v.l.), Kammer-Hauptgeschäftsführer Peter Deckers (3.v.l.) und Arbeitgeber-Vizepräsident Marco Herwartz.
© Handwerkskammer Aachen, Foto: Doris Kinkel

Digital, modern und leidenschaftlich

Über 1.000 Aussteller zeigten bei der Internationalen Handwerksmesse in München, was sie alles draufhaben

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München. „Wir stehen zum Meister und das wird auch so bleiben“, versprach Brigitte Zypries. Die klare Botschaft der Bundeswirtschaftsministerin kam natürlich bestens an bei der Eröffnung der Internationalen Handwerksmesse (IHM). Mit emotionalen Worten seitens Handwerk und Politik und einer großen Eröffnungsveranstaltung wurde der 70. Geburtstag der Messe gefeiert.

„Auf der IHM zeigen wir, wie das Handwerk  die Zukunft beschreitet und sich die nächste Generation angesichts immer individuellerer Kundenwünsche, komplexerer Produktions- und Prozesslösungen sowie veränderter Arbeitswelten in einer zunehmend digitalen und modernen Gesellschaft aufstellt“, sagte Hans Peter Wollseifer. Auch mit kritischen Tönen hielt sich der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks nicht zurück. So forderte er von der Politik verbesserte Rahmenbedingungen für das Handwerk in allen Bereichen, allen voran in der Steuer-, Arbeits- und Sozialpolitik. „Wir sind Vizeweltmeister bei den Abgaben und Gebühren in Deutschland“, so Wollseifer. Das müsse sich ändern und die Leistungsträger der Wirtschaft, vor allem das Handwerk, entlastet werden. Mehr als 40 Prozent an Sozialabgaben könnten die Betriebe nicht verkraften.

Mit vielen guten Ergebnissen für das Handwerk in der vergangenen Legislaturperiode konnte Wirtschaftsministerin Zypries aufwarten. Auch der neue Koalitionsvertrag bekenne sich klar zum Kammerwesen. Ohne die Selbstverwaltung der Kammern könne das weltweit geschätzte deutsche duale Ausbildungssystem nicht funktionieren. „Das Handwerk ist einer der Motoren der deutschen Wirtschaft, es ist das Rückgrat des deutschen Mittelstandes. Doch auch das Handwerk unterliegt einem enormen Wandel und muss mit der Digitalisierung Schritt halten, um weiterhin Weltspitze zu bleiben. Investitionen in das Handwerk und vor allem in die Digitalisierung sind für die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts unverzichtbar. Auch sollten wir uns in den kommenden Jahren weiterhin für die Stärkung der beruflichen Bildung und die Verteidigung der Meisterpflicht einsetzen“, so Zypries. Flammende Worte fürs Handwerk fand Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner: „Handwerk ist Heimatliebe, Innovationsgeist, die Kraft des Zupackens! Das Handwerk ist die Herzkammer unseres Mittelstands!“

Tischlermeister Gerhard Luther und Optikermeisterin Eva Trummer gaben einen Eindruck davon, wie sie ihre Betriebe zukunftsfest gestalten. „Business-Romantiker“ Tim Leberecht und Katja Nettesheim, Gründerin und Professorin für digitales Medienmanagement, verdeutlichten, dass zu einer guten Unternehmenskultur oftmals ein anderer Führungsstil gehöre. Scheitern gehöre dazu, leidenschaftliche Mitarbeiter wollten auch was ausprobieren. Das könnten sie aber nur, wenn sie keine Angst davor haben müssten, auch mal Fehler zu machen.

Rund 1.000 Aussteller zeigten eine Woche lang ihre Arbeit. Unter ihnen auch die Akademie für Handwerksdesign der Handwerkskammer Aachen Gut Rosenberg sowie die Dombauhütte Aachen. Sie präsentierte ihre Arbeit im Rahmen der Sonderausstellung „Exempla“. Zusammen mit den Handwerksbetrieben Schwartzenberg, Krings, Oidtmann und Derix sowie der RWTH Aachen und der FH Aachen wurde ein Querschnitt der Arbeiten und Untersuchungen gezeigt, die in den letzten Jahren vorgenommen worden sind.