Die kleinen Retter sind seit dem 1. Januar bundesweit Pflicht. In NRW müssen seit Jahresbeginn auch bestehende Wohngebäude mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein.
© Foto: Rauchmelder retten Leben/eobiont GmbH

Ein Muss für die Sicherheit

Rauchmelder retten Leben, aber nur, wenn sie an den richtigen Orten richtig installiert sind. Auf Qualitätszeichen „Q“ achten

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Aachen. Nur ein Moment der Unachtsamkeit reicht aus und schon können sich kleine Flammen zu einem Wohnungsbrand ausweiten. Gerade nachts, wenn die Bewohner schlafen, ist das lebensbedrohlich. Seit Beginn des neuen Jahres ist daher die Installation von Rauchwarnmeldern in der Gesetzgebung verankert. Damit gilt die Rauchwarnmelderpflicht bundesweit für Neu- und Umbauten und für Bestandbauten (mit Ausnahme von Sachsen). Je nach Bundesland unterscheiden sich die Vorschriften, in welchen Räumen Rauchwarnmelder angebracht werden müssen. Für einen lückenlosen Schutz sollten sie aber freiwillig in jedem Zimmer vorhanden sein. Einige Modelle ermöglichen sogar eine Funkvernetzung untereinander und lösen im Brandfall Alarm in jedem Zimmer aus.

Auch wenn keine staatlichen Kontrollen stattfinden, sollten die kleinen Lebensretter stets vorhanden sein und funktionieren. Kommen bei einem Brand in einem Haus ohne Rauchwarnmelder Menschen zu schaden, drohen strafrechtliche Konsequenzen wegen Verletzung der Sorgfaltspflicht.  

Die nordrhein-westfälische Landesbauordnung verlangt in allen Kinder- und Schlafzimmern sowie angrenzenden Fluren die lebensrettenden Geräte. Weitere Melder sollten idealerweise in Gemeinschaftsräumen wie im Wohnzimmer installiert werden, da hier die Brandgefahr beispielsweise durch Kerzen oder elektrische Geräte besonders groß ist. Die Rauchwarnmelderpflicht besteht für Neu- und Umbauten in Nordrhein-Westfalen bereits seit April 2013.

„Beim Einbau von Rauchwarnmeldern gilt: Je eher, desto besser, denn noch immer sterben in Deutschland pro Jahr rund 400 Menschen an den Folgen eines Brandes. 95 Prozent davon ersticken an giftigen Rauchgasen, die meisten nachts in ihren eigenen vier Wänden. Fast zwei Drittel sind Senioren. Rauchwarnmelder hätten sie warnen können“, ist Ulrich Bogdahn, Amtsleiter der Feuerwehr Essen und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren NRW überzeugt. „Die Erfahrung aus anderen Bundesländern zeigt, dass viele Eigentümer und Vermieter leider erst das Ende der Übergangsfrist zum Anlass nehmen, sich Gedanken über die Installation zu machen. Damit setzen sie ihre Mieter oder auch die eigene Familie unnötigen Risiken aus“, meint Manfred Flore vom Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks NRW.

Was bei der Rauchwarnmelderpflicht in Nordrhein-Westfalen zu beachten ist, hat die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ für die Interessengruppen Mieter, Vermieter und Wohnungseigentümer-Gemeinschaften zusammengestellt.

Für Vermieter gilt: Für den Einbau von Rauchwarnmeldern in Nordrhein-Westfalen sind die Eigentümer der Wohnungen oder Häuser verantwortlich. Nach der Installation ist der unmittelbare Besitzer einer Wohnung, also der Mieter beziehungsweise der selbst nutzende Eigentümer, für die regelmäßige Wartung zuständig. Für eine lange störungsfreie Funktion ist Folgendes zu beachten: Gesetzlich vorgeschrieben für Rauchwarnmelder sind das CE-Kennzeichen und die DIN-Angabe EN 14604.

Dieser Mindeststandard reicht jedoch nicht aus, um einen qualitativ hochwertigen von einem einfachen Rauchwarnmelder zu unterscheiden. Das unabhängige Qualitätszeichen „Q“ kennzeichnet hochwertige Geräte und soll Verbrauchern mehr Sicherheit bei der Auswahl der richtigen Rauchwarnmelder geben. Auch die „Stiftung Warentest“ rät vom Kauf billiger Rauchwarnmelder mit Alkalizellen ab und empfiehlt stattdessen Rauchmelder mit dem Qualitätszeichen „Q“. Sie vermeiden Fehlalarme, sind stabiler und haben eine fest eingebaute Batterie mit mindestens zehn Jahren Lebensdauer. Der jährliche Batterieaustausch wird so vermieden. „Q“-Rauchmelder gibt es ab rund 25 Euro im Handel.

Auch beim Einbau von Rauchmeldern ist das „Q“ hilfreich. Damit die Installation fehlerfrei erfolgt, sollten Eigentümer auf die Qualifikation des Dienstleisters achten. Der bundesweite Standard „Q-Geprüfte Fachkraft für Rauchwarnmelder“ garantiert den fachgerechten Einbau.

„Wir empfehlen unseren Kunden beim Kauf von Rauchwarnmeldern auf zertifizierte Qualitätsprodukte zu achten. Diese müssen nach dem Kauf korrekt angebracht und regelmäßig überprüft werden. Alarmiert der Rauchwarnmelder aufgrund eines Wohnungsbrandes, ist aber auch das richtige und sichere Handeln der Bewohner wichtig. Gemeinsam mit dem Verband der Feuerwehren stellen wir hierzu mehrsprachiges Informationsmaterial zur Verfügung“, erklärt Brandassessor Mirco Schneider, Leiter der Abteilung Schadenverhütung der Westfälischen Provinzial Versicherung.

Ulrich Bogdahn, Feuerwehr: „Noch immer sterben in Deutschland pro Jahr rund 400 Menschen an den Folgen eines Brandes. 95 Prozent davon ersticken an giftigen Rauchgasen, die meisten nachts in ihren eigenen vier Wänden. Fast zwei Drittel sind Senioren. Rauchwarnmelder hätten sie warnen können.“