Werkzeug einer Friseurmeisterin: Meike Hopstein nutzt neben dem Haartrockner auch Smartphone und Computer für ihre Arbeit.
Foto: Doris Kinkel

Einer von vier Handwerkern nutzt Social Media

Friseurmeisterin Meike Hopstein bringt Farbe auf die Köpfe – und auf den Bildschirm

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Würselen. Schere, Kamm, Haartrockner, Smartphone – hier passt etwas nicht. Passt wohl! Jedenfalls gehört das Smartphone klar zu den Werkzeugen, die Meike Hopstein täglich für ihr Handwerk braucht. Der Umgang mit dem Handy macht mit Sicherheit keine bessere Friseurin aus ihr. Doch für die Meisterin ist es selbstverständlich, mit Hilfe des Smartphones ihre Arbeit einem großen Publikum präsentieren zu können. „Ich suche selbst viel im Internet, nutze es insgesamt regelmäßig und bin auch auf Facebook, Instagram und Co. unterwegs. Das ist für mich völlig normal“, sagt die 32-Jährige. Und sie weiß, dass besonders jüngere Zielgruppen über klassische Kanäle wie Printprodukte kaum noch zu erreichen sind. Umso wichtiger ist ein starker Auftritt in den Sozialen Medien.

Als Meike Hopstein vor gut eineinhalb Jahren den Würselener Betrieb ihrer ehemaligen Chefin übernahm und damit den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, verzichtete sie dennoch nicht auf die klassische Werbung. Sie schaltete Anzeigen in Tages- und Wochenzeitungen, verteilte Flyer und Gutscheine und machte mit Aktionen auf sich und ihren „Salon Glückskind – Hair & Make Up“ aufmerksam. Viele Schritte, die nach vorne gerichtet waren. Aber die Schritte, die die tiefsten Spuren hinterließen, führten ins Internet. „Das war mir von Anfang an sehr wichtig“, sagt die Friseurmeisterin. Ihr Mann ist Software-Programmierer und somit eine wichtige Hilfe beim Erstellen der Unternehmensseite im World Wide Web.

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Die meisten Firmen wissen mittlerweile, dass sie an sozialen Netzwerken nicht mehr vorbeikommen. So nutzen 73 Prozent der Unternehmen heute Social Media. Je größer ein Unternehmen, desto häufiger setzt es Soziale Plattformen wie zum Beispiel Facebook oder Twitter ein. Bei den großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sind es nahezu alle, bei den Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten sind es 88 Prozent, bei den kleineren ab 20 Mitarbeitern 68 Prozent. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Das Handwerk schöpft dieses Potenzial allerdings noch nicht aus: Der Digitalverband schätzt in einer anderen Studie von 2017, dass bislang nur knapp mehr als ein Viertel der Handwerksbetriebe in Deutschland mit Kunden und Partnern über soziale Netzwerke kommunizieren.

Unternehmen, die Social Media noch nicht einsetzen, ist meist der personelle Aufwand zu hoch. Auch rechtliche Unsicherheiten, fehlender Nutzen, interne Widerstände und der finanzielle Aufwand werden als Gründe dafür genannt, dass Social Media nicht zum Einsatz kommt. Einige Unternehmen sagen außerdem, dass sie nicht die notwendige fachliche Expertise haben, um über Soziale Medien zu kommunizieren.

Für Meike Hopstein sind das keine Gründe, nicht sozial vernetzt zu sein. „Auch als Kleinbetrieb, und ich arbeite allein, hat man tolle Möglichkeiten, sich über soziale Medien darzustellen.“ Eine gute Stunde habe es sie gekostet, auf Facebook eine Fanpage zu erstellen, „damit ist der Grundstein gelegt“, sagt Hopstein. Das amerikanische Unternehmen, dem das gleichnamige soziale Netzwerk, Instagram und WhatsApp gehören, habe ihr viele Neukunden gebracht und „war super als Einstieg“. Natürlich ist es wichtig, am Ball zu bleiben. Ging es zunächst noch darum, den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern und neue Kunden zu gewinnen, bleibt Meike Hopstein jetzt weiterhin im Gespräch – auf verschiedenen Kanälen. Letztlich findet in den sozialen Netzwerken nichts anderes statt als auf der Straße, Mund-zu-Mund-Propaganda. Nur ist die Verbreitung wesentlich größer und sind die Möglichkeiten vielfältiger.

Mehrmals in der Woche setzt die Friseurmeisterin „Posts“ auf ihrer Facebook-Seite ab und lädt Bilder auf Instagram hoch. So informiert sie mit Fotos und kurzen Texten über ihre Arbeit und natürlich auch über Frisuren- und Make-up-Trends. „Das mache ich meistens morgens oder zum Feierabend, weil es zu den Zeiten die größte Resonanz gibt“, sagt Hopstein. Da sind Haarverlängerungen ebenso zu sehen wie die spezielle Haarfärbetechnik „Balayage“, die für eine ganz natürlich wirkende Haarfarbe sorgt. Beim Besuch eines Seminars in den Betriebsferien „habe ich auch dazu gepostet, damit ‚alte‘  und neue Kunden sehe, dass ich viel damit arbeite“.

www.salonglueckskind.de
facebook.com/SalonGlueckskind

Und dann kam der Tag, als Facebook bei Meike Hopstein anrief. „Die haben mich gefragt, ob ich bei deren Veranstaltung im Eurogress mitmache, also auf die Bühne komme und meine Erfahrungen bezüglich Social Media mit dem Publikum teilen möchte.“

Gemeinsam mit Verbänden, Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern und weiteren Partnern hat das Unternehmen die Brancheninitiative „Digital Durchstarten“ ins Leben gerufen, um kleine und mittelständische Unternehmen für die digitale Welt fit zu machen.

„Digital Durchstarten“ bietet digitale Ressourcen, Brancheninformation sowie Praxisbeispiele, um das Wachstum des deutschen Mittelstands voranzutreiben. Bei der Veranstaltung in Aachen, bei der die Handwerkskammer Aachen auch Kooperationspartner war, war neben „Glückskind“ auch „KOHL automobile GmbH“ auf dem Podium und berichtete über ihr Know-how in Sachen Social Media. „Dass die das können, auch personell gesehen, ist klar und nicht weiter verwunderlich“, sagt die Friseurmeisterin und lacht. Aber ein kleiner Betrieb ebenso. Und das zeigt Meike Hopstein jeden Tag.