„Dream-Team“: Heike und Helmut Stolz mit „ihrer“ Jacqueline Derichs (Mitte). Die 23-Jährige hat bei der EM im französischen Lyon abgesahnt.
Foto: Doris Kinkel

Europäische Spitzenklasse

Jacqueline Derichs erreicht drei erste Plätze

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Aldenhoven. Es ist das zweite Mal, dass der qualifizierte Bäcker- und Konditoren-Nachwuchs der Gruppe Bäckerei Stolz und Café Bremen europäisch erfolgreich ist. Nachdem der Deutsche Meister der Bäckermeister Daniel Plum im Jahr 2014 Dritter der Bäckerjugend-EM geworden war, erkämpfte sich die Bäcker-Vize-Bundessiegerin Jacqueline Derichs im Internationalen Wettbewerb der Bäckerjugend 2017 am 24. und 25. Januar in Lyon drei erste Plätze in den Kategorien Schaustück, Brötchen und Sandwich. Motto der Europameisterschaft war Liebe. Die 23-jährige Jacky ist bereits Konditor-Meisterin und in ihrem Fach Innungs-Beste. Ihre Titel als Bäckerin sind noch beeindruckender: Bäckerinnungs-Beste, Bäckerkammer-Siegerin, Landessiegerin NRW und schließlich Vize-Bundessiegerin.

„Es war ein harter Wettkampf. Umso schöner ist es für mich, die Juroren bei der Europameisterschaft überzeugt zu haben. Nach den aufregenden letzten Wochen bin ich jetzt aber auch froh, wieder ganz normal in den Backstuben von Heike und Helmut Stolz zu zaubern“, sagt die strahlende Siegerin. Chefin Heike Stolz drückte es noch konkreter aus: „Es war der schlimmste Krimi, den wir je erlebt haben in Lyon! Die Konkurrenz war doch sehr stark.“

Da war aber auch Strahlen angesagt, einerseits wegen des Dreifachsiegs, andererseits wegen des großartigen Empfangs, den das Chef-Gespann Heike und Helmut Stolz, Kollegen, Familie, Freunde und Gönner „ihrer“ Jacky bereiteten. Das wiederum zeigt, dass alle hinter der 23-Jährigen stehen. „Ohne meine Familie, meinen Freund, meine Chefin und besonders meinen Chef hätte ich das nicht geschafft“, betonte sie.

Ausnahmezustand im Aldenhovener Café Bremen, alle waren gekommen, um der talentierten Konditorin und Bäckerin zu gratulieren. Neben Sekt und Häppchen, Gratulationsreden, Foto- und Filmaufnahmen lief der normale Betrieb weiter, das Team ist eben eingespielt. Passend dazu der Spruch am Schaufenster: „Manche Tage muss man einfach zuckern!“ Der 12. Februar war so ein Tag.

„Sie halten das Image hoch.“

Die Besucher hatten auch die Gelegenheit, Jacqueline und den fünf Auszubildenden, die der Meisterbetrieb zurzeit beschäftigt, bei deren Arbeit über die Schulter zu schauen. Ein kleiner Einblick in die Lehre und in die hohe Handwerkskunst.

Die wurde auch von Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren, hervorgehoben. Er lobte, dass das Bäcker-Ehepaar Stolz die Freude am Erlebnis des Handwerks zu vermitteln verstehe. Allerdings sorgte er sich – mit einem Augenzwinkern – um den demnächst steigenden Brötchenpreis im Kreis. „Wir sind hier schließlich in der Kaderschmiede der Elitebäcker“, so Spelthahn. Im Vordergrund stünden meist die großen Firmen der Industrie. Doch es seien die kleinen und mittleren Unternehmen, die die meisten Arbeitsplätze in Deutschland zur Verfügung stellten. Dabei sei das Handwerk ein Garant für stabile Stellen.

Lob gab es auch vom Obermeister der Bäckerinnung Düren-Euskirchen. „Sie halten das Image des Bäcker- und Konditoren-Handwerks hoch“, betonte Siegwin Zimmer. Glückwünsche gab es von allen Seiten, auch von der Handwerkskammer Aachen. Sie füllte, wie die anderen, Jackys Sparschwein für Weiterbildung. Der Karnevalsurlaub stand noch in der Tür, da hatte die 23-Jährige sich auch schon für zwei Tagesseminare in Olpe angemeldet, um noch fitter zu werden bei Glasuren, Mini-Torten und Desserts.  

„Wir danken allen, die Jackys Erfolg bei der Europameisterschaft mit uns gefeiert haben. Dies spornt uns an, unseren Nachwuchs im Back- und Konditorenhandwerk auch weiter im hohen Maße zu fördern“, sagt Heike Stolz.

Auszüge aus Heike Stolz‘ Rede:

Im Frühjahr 2010 begann alles mit einem kleinen aufgeweckten Mädchen, das vor meinem Mann stand und sagte: „Ich will Bäcker werden! Und dann auch noch Konditor!" Worauf mein Mann erwiderte: „Du Flinterem? Du willst Bäcker werden? Aber deine dünnen Ärmchen in der Backstube, das geht nicht! Versuch‘s erst mit der Konditorei und dann sehen wir weiter." Jacky – schwer geknickt – willigte schließlich ein. In der Backstube fing also ein anderer Lehrling an – Daniel Plum, der 2014 den dritten Platz in der Europameisterschaft belegte. Er hat den Beginn seiner Karriere Jacky zu verdanken, da sie ihn damals schon mit ihrem Organisationstalent und Charme zu uns lotste.

Und alles kam, wie es kommen musste. Jacky entdeckte in der Konditorei unter den Fittichen meiner Schwester und Konditormeisterin Petra Hahn und meinem Mann ihr wundervolles Talent. Vom ersten Tag an war sie mit Begeisterung und Euphorie dabei – stets wissbegierig, innovativ und engagiert. Sie liebt es an Wettbewerben teilzunehmen, um sich mit anderen zu messen. Sie ist immer offen für Neues, hat keine Angst und weiß was sie will – und nicht will! Sie ist immer loyal gegenüber uns und ihren Kollegen. Ständig hat sie neue Ideen im Kopf, improvisiert gerne mit neuen Kreationen optisch als auch geschmacklich.