Wichtiger Aspekt auf der Baustelle: Wo können die anfallenden Abfälle getrennt und ordnungsgemäß gesammelt werden? Über die Entsorgung müssen sich Auftragnehmer schon im Vorfeld der Arbeit Gedanken machen.
© Foto: fotolia

Gewerbeabfallverordnung: Das ist jetzt zu tun!

Empfehlungen und Stellungnahme des ZDH zu den neuen Anforderungen an Handwerksbetriebe

Berlin. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gibt im Hinblick auf die neue Gewerbeabfallverordnung Empfehlungen, was Handwerksunternehmen jetzt tun sollten.

  • Betriebe sollten klären, welche getrennt zu haltenden Abfallfraktionen in ihren Unternehmen anfallen.
  • Inhaber sollten ermitteln, wie sie die Abfallfraktionen derzeit entsorgen, also gemischt oder getrennt, über Containerdienst, Müllabfuhr oder Eigentransport zu einer Deponie oder einem Recyclinghof.
  • Handwerksunternehmer sollten sich jetzt vergewissern, ob sie die derzeitige Entsorgungsregelung beibehalten können.
  • Wenn ein Betrieb künftig mehr trennen muss, sollte geprüft werden, ob auf dem Firmengelände ausreichend Platz für eine Getrennthaltung vorhanden ist. Dazu  ist am besten ein Lageplan zu erstellen. Vor Beginn von Bau- und Abbruchmaßnahmen gilt es ebenfalls festzustellen, ob ausreichend Platz für eine Getrennthaltung vorhanden ist.
  • Bei getrennt gehaltenen Abfällen sollten Unternehmer von ihren Entsorgern die Bestätigung einholen, dass die Abfälle stofflich verwertet werden.
  • Bei Abfallgemischen ist der Nachweis über die Zuführung zu einer Vorbehandlungs- oder Aufbereitungsanlage wichtig.
  • Außerdem sollten Handwerksbetriebe ihre Büroorganisation auf die erforderlichen Dokumentationen ausrichten. Dazu gehören eine Übersicht der Abfallmengen, Erklärungen der Entsorger, die Hinterlegung von kopierten Rechnungen und Wiegescheinen sowie die Erläuterung wegen mangelnder Getrennthaltung.

In einer Stellungnahme zur Novelle der Gewerbeabfallverordnung fordert der ZDH, dass die Verantwortung für die Qualität von Vorbehandlungs- und Verwertungsverfahren vorrangig bei den Anlagenbetreibern angesiedelt bleiben muss. Auf keinen Fall dürfe sie auf den Abfallerzeuger als „schwächstes Glied der Kette“ verlagert werden. Ihnen dürfe nicht aufgebürdet werden, über die Eignung von Verfahren, Anlagen und Anbietern zu urteilen.

Jegliche Bewertung von Sortierquoten und vergleichbaren technischen Parametern mit Auswirkungen auf die Zulässigkeit beziehungsweise Rechtssicherheit von Verwertungswegen müsse der Beurteilung durch zuständige Behörden, ersatzweise der Selbstkontrolle der Anlagenbetreiber obliegen. Der Abfallerzeuger dürfe nicht gezwungen werden, die Zulässigkeit von Verwertungswegen – etwa anhand unbewertet ausgewiesener Anlagenparameter oder technischer Erfolgsgrößen – eigenständig zu bewerten.

Die Anforderungen an die Getrennthaltung von Abfällen müssten die praktischen Gegebenheiten an zumeist kleinen handwerklichen Betriebsstandorten und auf Baustellen angemessen berücksichtigen.