Weiter Seite an Seite: Das drei Länder übergreifende Projekt der Arbeitsvermittlung geht weiter.
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Hand in Hand in Europa

Grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung

Herzogenrath/Kerkrade. Wohnen in Belgien, Arbeiten in Deutschland, Studieren in den Niederlanden – die Grenzen spielen (fast) keine Rolle mehr. Der Niederrhein, Maas-Rhein und Rhein-Waal arbeiten schon seit geraumer Zeit praktisch eng zusammen, wenn es um Arbeitsvermittlung, Berufsorientierung, Studienberatung oder Beratungen im Sozialversicherungsrecht der jeweiligen Nachbarländer geht. Die Europäische Union fördert diese Zusammenarbeit. Jetzt hat die Bundesagentur für Arbeit NRW in den Räumen des Service Grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung (SGA) in Herzogenrath/Kerkrade einen verbindlichen Kooperationsvertrag mit 20 Arbeitsmarkt-Institutionen aus den Niederlanden und Belgien um ein weiteres Jahr verlängert.

„Das drei Länder übergreifende Projekt der Arbeitsvermittlung entwickelt sich zu einer wahren Erfolgsgeschichte“, sagt Torsten Withake, Geschäftsführer Arbeitsmarktmanagement der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. „Hier am Grenzinfo-Punkt arbeiten Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland Hand in Hand. Sie beraten, vermitteln und informieren über Arbeit, Studium und Ausbildung. Seit dem Start im Januar 2015 ist der Etat um 230.000 Euro auf 880.000 Euro gewachsen und aus 16 wurden 20 Partner. Hier wird täglich ein offenes Europa gelebt.“

Die Grenzinfo-Punkte sind das Kernstück der von der Europäischen Union geförderten Vereinbarung. Niederländer, Belgier und Deutsche erhalten hier Informationen, Beratung und Unterstützung, wenn es um Arbeitsvermittlung, Berufsorientierung, Studienberatung oder das Sozialversicherungsrecht der Nachbarländer geht. Dazu gehört auch die Anerkennung von im Nachbarland erworbenen Berufsabschlüssen. Grenzinfo-Punkte bestehen derzeit in Aachen, Mönchengladbach, Kleve, Gronau, Maastricht und Maasmechelen. Weitere Anlaufstellen sind geplant.

Zu den vereinbarten Maßnahmen in Deutschland, Belgien und den Niederlanden gehören auch der grenzüberschreitende Ausbau und die Anpassung der Kommunikationsnetzwerke, darunter der Ausbau der Social-Media-Angebote, der Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Grenzregion, der Ausbau der Beratung für Grenzpendler, die Intensivierung der Studienberatung, die Beschleunigung der Anerkennung von im Nachbarland erworbenen Berufs- und Studienabschlüssen und die Qualifizierung von Beratungsexperten.

Neben der Bundesagentur und den Agenturen für Arbeit in Aachen-Düren, Krefeld, Mönchengladbach, Wesel, Coesfeld und Rheine sind folgende Institutionen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland Partner: Euregio Gronau, Euregio Rhein-Waal, Euregio Rhein-Maas-Nord, Stichting Euregio Maas-Rhein, VDBA Limburg (Flämische Arbeitsverwaltung, Belgien), UWV Limburg (Niederländische Arbeitsverwaltung), Arbeitsamt der deutschsprachigen Gemeinschaft Eupen (Belgische Arbeitsverwaltung), Le Forem (Wallonische Arbeitsverwaltung, Belgien), Stichting Samerswerkende Kamers van Koophandel en economics (Niederländische IHK), DGB Bezirk NRW, I.V.R. Eures (Belgischer Gewerkschaftsverbund), Grenzinfopunkt Maastricht (Niederlande), Grenzinfopunkt Aachen-Eurode (Zweckverband Region Aachen).