1. Bundessieger Levin Stenner: Spitzensportlerin Kati Wilhelm und ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer überreichten dem Elektroniker aus Geilenkirchen die Ehrenurkunde.
Foto: ZDH/Bildschön

Handwerk zeichnet seine Top-Lehrlinge aus

Preisverleihung in Berlin mit den Besten der Besten

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Berlin. Profis leisten etwas und das Können kennt dabei keine Grenzen: Das haben die besten jungen Handwerksprofis im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2017 erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Bereits zum 66. Mal wurden in diesem Jahr die besten Gesellen des Handwerks ausgezeichnet.

Die Festveranstaltung fand im Rahmen der zweiten „Europäischen Woche der Berufsbildung“ statt, mit der die EU-Kommission auch in diesem Jahr die hohe Bedeutung der beruflichen Bildung unterstreicht. Die EU-Kommissarin für Soziales und Beschäftigung, Marianne Thyssen, übermittelte per Videobotschaft wiederum ihre Glückwünsche an alle Sieger. „Sie zeigen nicht nur, was Handwerk alles kann. Sie zeigen auch, wie weit man damit kommen kann“, sagte ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer.

Anne-Marie Descôtes, die französische Botschafterin in Deutschland, überreichte gemeinsam mit ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer und der Spitzensportlerin Kati Wilhelm den 1. Bundessiegern die von Bundespräsident und Schirmherr Frank Walter Steinmeier unterzeichneten Urkunden. Von den Stärken der dualen Ausbildung ist Botschafterin Descôtes überzeugt. Frankreich wolle sich bei der Modernisierung der beruflichen Bildung im eigenen Land vom deutschen System inspirieren lassen. Darüber hinaus sollten die seit vielen Jahren bestehenden Berufsbildungspartnerschaften zwischen Frankreich und Deutschland noch weiter ausgebaut werden. „Es sollten noch mehr Jugendliche ins Ausland gehen“, sagte sie mit Blick auf das Erasmus-Programm-Plus für Auszubildende.

Unter dem Motto „Können kennt keine Grenzen“ fand eine spannende Talkrunde mit Anne-Marie Descôtes, der dreifachen Olympiasiegerin und fünffachen Weltmeisterin im Biathlon, Kati Wilhelm, und ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer statt. Dabei ging es um alle Facetten rund um das Thema Meisterschaft. Und man war sich einig: Es sind grenzüberschreitende Erfahrungen und Eigenschaften wie Leidenschaft, Disziplin, Ehrgeiz oder Mobilität, die zu wahrer Meisterschaft und zu einem Können führen, das keine Grenzen kennt. „Heute geht es darum, stolz zu sein auf das, was man erreicht hat und sich schon wieder neue Ziele zu stecken“, sagte Wilhelm. Zu einer erfolgreichen Laufbahn im Sport oder anderswo gehörten auch Niederlagen. Gerade dann sei es wichtig, sich an Erfolge wie etwa den Leistungswettbewerb zu erinnern.

Von den rund 3.000 Gesellen, die sich auf bis zu drei Ebenen an den landesweiten Ausscheidungswettbewerben beteiligt hatten, konnten sich 735 Teilnehmer auf der Bundesebene messen. In rund 100 Wettbewerbsberufen konnten sich 258 von ihnen über die besondere Auszeichnung der ersten drei Plätze freuen. 1. Bundessieger: 113; 2. Bundessieger: 85; 3. Bundessieger: 60. Erfreulich ist in diesem Jahr der Anstieg der Anzahl weiblicher Bundes- oder Landessiegerinnen mit 37,3 Prozent.

Drei Bundessieger kommen aus dem Kammerbezirk Aachen: Elektroniker Levin Stenner aus Geilenkirchen, Ausbildungsbetrieb g.f.e. elektroservice GmbH, ist 1. Bundessieger geworden. Orthopädieschuhmacher Glenn Geilen, Selfkant-Hillensberg, Ausbildungsbetrieb Reiner Jansen Orthopädie-Schuhtechnik, darf sich 2. Bundessieger nennen. 3. Bundessieger ist Dominik Daferner aus Titz geworden. Er ist Mechatroniker für Kältetechnik geworden und hat seine Lehre im Forschungszentrum Jülich gemacht.