Feiern eine heilsame Abschiedskultur in ihrem Bestattungshaus „InMemoriam“: Lisa Höfflin und Regina Borgmann (von links).
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Manchmal ein langer Atem und auf jeden Fall immer Leidenschaft

Regina Borgmann und Lisa Höfflin führen das Bestattungshaus „InMemoriam“ – erfolgreiche Selbstständigkeit seit zehn Jahren mit Hilfe des Startercenters

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Aachen. Gut beratene Gründungen halten länger. Das hat Dr. Michael Henze vom NRW-Wirtschaftsministerium jüngst gesagt, als er die hochwertige Beratung der fünf Startercenter in den Kreisen Aachen, Düren, Euskirchen, Heinsberg und der Stadt Aachen lobte. Dass der Leiter der Abteilung Strukturpolitik, Mittelstand und Handwerk mit dieser Aussage genau richtig liegt, belegen Zahlen. Aber auch die „solide Seite der Gründung“, so der Ministerialdirigent, zeigt, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum vieler Gründungen im Kammerbezirk noch lange nicht erreicht ist.

Die fünf Startercenter NRW in der Gründerregion Aachen sind die zentralen Anlaufstellen für alle Existenzgründer aus dem Wirtschaftsraum Aachen, Düren, Euskirchen, Heinsberg. Sie machen Gründer groß, und das jetzt schon seit zehn Jahren unter www.startercenter-gruenderregion.de.

Zwei erfolgreiche Gründer, Regina Borgmann und Lisa Höfflin, Bestattungshaus „InMemoriam“, sowie Christina Hofmann, Kaffeerösterei „Beans & Friends“, stellten sich und ihre Unternehmen vor. Die Frauen haben sich von Anfang an Hilfe bei den Mitarbeitern der Startercenter geholt und leiten bis heute erfolgreich und beständig ihre Betriebe.

Heilsame Abschiedskultur
Die liebevolle und einfühlsame Begleitung von Verstorbenen und ihren Angehörigen durch den Abschiedsprozess ist das tragende Fundament der Arbeit von Regina Borgmann und Lisa Höfflin. Sie sind Bestatterinnen und führen das Bestattungshaus „InMemoriam“ in Aachen.

„Begleiten heißt für uns unaufdringlich nah sein, beistehen und gemeinsame Schritte gehen“, sagt Regina Borgmann. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes ist es den Pädagoginnen wichtig, dass Verstorbene eine aufmerksame Totenfürsorge erhalten und bis zum Begräbnis in ihrer Obhut verbleiben.

In der unwiederbringlichen und kostbaren Zeit vom Eintritt des Todes bis zur Bestattung bieten sie in ihren hellen und freundlich eingerichteten Abschiedsräumen einen Ort der Wärme und der Geborgenheit. „Es ist uns ganz wichtig, Offenheit zu schaffen“, sagt Lisa Höfflin. Deswegen ist das Interieur des Bestattungshauses bewusst wie das einer großen Wohnung gehalten. Hier kann im Familien- und Freundeskreis am offenen Sarg Abschied genommen oder auch über Nacht Totenwache gehalten werden.

Eine bewusste Verabschiedung kann als begreifend, Halt gebend, tröstend und heilsam erlebt werden. Angehörige werden ermutigt, ihre persönlichen Formen zu finden und das zu tun, was ihnen gut tut, sich aktiv mit einzubringen in den Trauerprozess, wenn sie das möchten. Auch deren Kinder werden – wenn es Wunsch ist – mit einbezogen. Denn sie werden mit ihrem natürlichen Zugang zum Thema Tod oft nicht wahrgenommen. Hier kann eine gute Begleitung hilfreich sein.

Regina Borgmann und Lisa Höfflin verstehen ihr Haus auch als Begegnungsstätte, in der sie Tod und Leben in Einklang bringen. Eine gute Gelegenheit, sich den Themen Tod und Trauer behutsam zu nähern, können die regelmäßigen Veranstaltungen – zum Beispiel Vorsorge-Café, Schulprojekte, Gesprächsrunden, Lesungen – sein.

„Wir möchten durch unser offenes Haus und mit unserem besonderen Angebot Berührungsängste nehmen und lebendige Begegnungen möglich machen“, sagt Borgmann.

Zehn Jahre InMemoriam
Das Bestattungshaus feiert sein zehnjähriges Bestehen, ebenso wie die Startercenter in der Gründerregion Aachen. Damals haben Regina Borgmann und Christa Dohmen-Lünemann (sie ist mittlerweile im Ruhestand) beim Gründungswettbewerb AC² mitgemacht und gelangten unter die Top 10 des Wettbewerbs. „Zwei Frauen in dem Alter als Gründerinnen, das ist bis heute noch untypisch“, erinnert sich die heute 60-jährige Borgmann lachend. Aber der Businessplan war so wasserdicht, dass er auf ganzer Linie überzeugen konnte und der Gründung nichts mehr im Weg stand.

Von der Idee bis zur Realisierung des Bestattungshauses hat es sieben Jahre gebraucht. „Ich bin immer drangeblieben, weil ich überzeugt von dieser Idee war. Das möchte ich auch Neugründern mit auf den Weg geben. Man sollte mit Leidenschaft hinter seiner Idee stehen und davon erfüllt sein. Für mich hat sich jedenfalls ein Lebenstraum erfüllt.“

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Röstkaffee für Genießer
Christina Hofmann hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, die Herstellung von hochwertigem Röstkaffee für Genießer. Dafür hat sie ihren alten Beruf im kaufmännischen Bereich an den Nagel gehängt. Mit der Auszeichnung zum diesjährigen AC²-Wachstumspreis  findet diese Leidenschaft erneut Bestätigung.

In ihrer Kaffeerösterei „Beans & Friends“ in Jülich werden erlesene Rohkaffees aus ausgewählten Anbaugebieten im traditionellen Röstverfahren stets frisch hergestellt und in Jülich sowie in Düren und über einen Online-Shop verkauft.

„Beans & Friends“ wurde 2011 durch Christina Hofmann als Kaffeerösterei mit angeschlossenem Café gegründet. Die Idee dazu war bereits in 2009 anlässlich eines Kaffeerösterei-Besuches entstanden. Zusammen mit ihrem Ehemann Roland Hofmann entdeckte sie ihre Liebe zum Kaffee. Zahlreiche Messebesuche sowie eine intensive Ausbildung als Röster, Barista und Kaffee-Sommelier folgten. Und natürlich profitierte Hofmann auch von der Beratung durch das Startercenter.

Unter dem Dach der Gründerregion bieten die fünf Standorte in Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg Existenzgründern ein breites Spektrum praxisgerechter, hochwertiger und individueller Beratungen, Bildungsmaßnahmen und Serviceleistungen. Diese umfassende Service gilt für Existenzgründer aus allen Wirtschaftsbereichen: Handwerk, Industrie, Handel und Dienstleistung sowie Freiberufler. http://www.startercenter-gruenderregion.de.

Info: Die zentrale Leitung der Startercenter NRW in der Gründerregion Aachen liegt bei Dipl.-Ing. Friedrich-Wilhelm Weber, Handwerkskammer Aachen. Wer sich für Beratungs- und Informationsangebote für eine Existenzgründung im Handwerk interessiert – unabhängig ob als Nebengewerbe oder Vollexistenz, kann sich an Silke Käfer-Schütt wenden, Tel.: +49 241 471-130, E-Mail:  silke.schuett(@)hwk-aachen.de.