Fühlt sich wohl im kleinen Betrieb von Thomas Emmerich (2.v.r.): Steve Leers (links). Mit seinem Kollegen Udo Biergans (2.v.l.) versteht der Lehrling sich sehr gut.
© Handwerkskammer Aachen, Foto: Doris Kinkel

Mit Hilfe des Beraters den richtigen Mitarbeiter finden

Inklusionsberatung der Handwerkskammer

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Jülich. „So individuell wie der Mensch mit seiner Behinderung ist, so individuell muss auch der Arbeitsplatz eingerichtet werden“, sagt Henning Sybertz. Und genau darin unterstützt er den Betrieb und den Betroffenen. Sybertz ist Inklusionsberater der Handwerkskammer Aachen. Wer sich vorstellen kann, einen behinderten Menschen in seinem Betrieb einzustellen oder ihm eine Lehrstelle zu schaffen, sollte sich auf jeden Fall an den Diplom-Ingenieur wenden, denn er zeigt die vielfältigen Fördermöglichkeiten und finanziellen Hilfen auf, unterstützt bei deren Beantragung und sucht auch gerne nach einem geeigneten Mitarbeiter fürs Unternehmen.

Bei Thomas Emmerich musste der Inklusionsberater nicht erst auf die Suche nach einem geeigneten Mitarbeiter gehen. Das hatte der Handwerkschef selbst übernommen und zwar im sozialen Netzwerk Facebook. „Dann kam Steve zum Vorstellungsgespräch und es passte“, erinnert sich Emmerich. Steve Leers wird der erste Auszubildende des Maurer- und Betonbauermeisters, der seit 2013 mit seinem Betrieb emmerichbau in Jülich selbstständig ist.

Die Behinderung des 18-Jährigen stand ihm nicht ins Gesicht geschrieben. Steve Leers hat auch keine körperlichen Beeinträchtigungen, sondern emotionale. „Ich bin ziemlich vorlaut und brauche manchmal etwas länger für neue Dinge. Aber wenn ich dann drin bin, beiße ich mich fest“, sagt Leers und lacht. Kein Wunder, dass das erste Lehrjahr schnell vorbei war. In der Zeit besuchte der Azubi auch die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung im BGZ Simmerath, ein Bildungszentrum der Handwerkskammer, und das Berufskolleg für Technik.

„Mir gefällt es hier sehr gut, die Arbeit macht mir Spaß und ich habe einen tollen Chef“, sagt Leers. Körperlich anspruchsvolle Arbeit und ein kleiner Betrieb – das ist genau das richtige für den jungen Mann, „hier kann ich meine überschüssige Energie loswerden und fühle mich wohl in der kleinen Gruppe“.

Inklusionsberater Henning Sybertz sieht ebenfalls den „riesigen Vorteil: ein kleines Handwerksgefüge und damit ein sehr persönlicher Umgang“. Und was sagt der Chef? Für seinen Lehrling müsse er etwas mehr Feingefühl aufbringen, „aber da ich eh ein ruhiger Typ bin, klappt das gut.“

Neue Broschüre zur Information:

„Sie möchten einen behinderten Menschen in Ihrem Betrieb einstellen? Weil Sie ihn bereits persönlich kennen? Oder weil Sie überzeugt sind, dass Menschen mit Behinderung ihre 100 Prozent Leistung als neuer Mitarbeiter oder neuer Lehrling voll einbringen können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen? Oder weil einer Ihrer Mitarbeiter oder Sie selbst betroffen sind? Dann haben Sie sicherlich viele Fragen. Angefangen von rechtlichen Regelungen, über Fördermittel bis zur konkreten Hilfe im laufenden Prozess. Nutzen Sie unsere kostenlose und neutrale Beratung! Verschwiegenheit ist für uns selbstverständlich.“

Das ist die Einleitung der neuen Broschüre zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Auf 38 Seiten gibt es Informationen für Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Aachen – und viele Antworten. Die Fragenlisten in den Kapiteln spiegeln die in der Beratungspraxis aus Arbeitgebersicht am häufigsten gestellten Fragen wider. Die Antworten sind möglichst kurz gefasst.

Die Broschüre kann angefordert werden beim Inklusionsberater der Handwerkskammer Aachen, Dipl.-Ing. (FH) Henning Sybertz, +49 2473 605-226, E-Mail:  henning.sybertz(@)hwk-aachen.de. Weitere Informationen zur kostenlosen Inklusionsberatung der Kammer auf finden Sie unter www.hwk-aachen.de/inklusionsberatung