Setzen auf heimische Natursteine: Jörg Frechen, Elmar Convenz, Rolf Alsleben, Ulrich Berghoff, Karl Goffart und Christoph Plinz (v.l.).
Foto: Christiane Chmel

Nachhaltig mit Natur-Baustoffen aus der Region

Die Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung für die Städteregion Aachen informiert über (Billig-) Importe aus dem Ausland

News

Aachen. Steinplatten für den Eingangsbereich, den Gehweg vor dem Haus oder für die Fassade – bei der Beschaffung dieses Materials schaut so mancher Hausbesitzer zunächst auf den Preis. Dass dies auf lange Sicht nicht unbedingt zu Kosteneinsparungen führt und dass die günstigen Steinimporte aus dem Ausland in vielen Fällen die hohen Fairtrade-Standards bei Arbeitssicherheit und Umwelt- sowie Artenschutz nicht erfüllen, ist den meisten Immobilien-Eigentümern dabei nicht bewusst. Die Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Aachen hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, über Steinimporte aus Fernost zu informieren.

In der Garten- und Landschaftsgestaltung ist der Naturstein ein zeitloser Klassiker. Seine Vielfalt und Individualität beeindrucken und überdauern kurzlebige Trends. Private und öffentliche Auftraggeber entscheiden sich aber nicht nur aufgrund der Ästhetik für Naturstein. Neben den optischen Vorzügen überzeugt der Naturbaustoff vor allem auch ökologisch und technisch. Die aus Fernost importierte Massenware bringt den Natursteinhandel jedoch immer wieder in Verruf.

„In der öffentlichen Wahrnehmung werden menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit oft nur mit Grabmalen assoziiert“, weiß Karl Goffart, Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Aachen. „Dabei werden diese Steine mit großem Gerät aus Hartsteinbrüchen gebrochen, welches Kinder gar nicht bedienen können. Kinder und ihre Mütter findet man aber sehr wohl am Rande von Steinbrüchen, wo sie Abfallsteine unter widrigsten Bedingungen zu Schotter und Pflastersteinen verarbeiten. Auch deshalb setzen unsere Innungsbetriebe verstärkt auf heimische Natursteine.“

Zudem werden die aus Fernost importierten Steine oft um den halben Globus transportiert und haben somit eine extrem schlechte Ökobilanz. Nachhaltig und klimaschonend sind dagegen heimische Steine aus Deutschland und dem europäischen Umfeld. „Die Beschränkung auf regionale Natursteine aus Gründen der Nachhaltigkeit bedeutet keinesfalls eine gestalterische Einschränkung“, betont Goffart. „Allein in unserer Region gibt es Natursteine wie Schiefer, Sandstein und Basalt in den verschiedensten Farbtönen und Strukturen.“ Ein weiterer Vorteil: Die Abbaustellen sind bekannt, Qualität und Eigenschaften sind geprüft.

Da die Produzenten gut zu erreichen sind, können, im Gegensatz zur Einheitsware aus dem Baumarkt, auch individuelle Formate und Oberflächen entwickelt werden und Nachlieferungen problemlos erfolgen. Nicht zuletzt besitzen die Steine eine lange Bautradition im hiesigen Klima und sind damit äußerst widerstandsfähig und langlebig. „Bei vielen Steinimporten aus Fernost ist nicht unbedingt garantiert, dass sie gut auf die hiesigen klimatischen Bedingungen ansprechen“, so Goffart. Der sogenannte chinesische Blaustein vergilbe beispielsweise nach rund fünf Jahren. Andere Steinimporte würden rissig und somit eine Nachbesserung nötig. Die zuvor eingesparten Kosten und noch mehr Geld müssten dann wieder investiert werden.

Viele gute Gründe also, die für die Verwendung von heimischen Natursteinen und die Beauftragung eines kompetenten Innungs-Fachbetriebes sprechen, denn der Meisterbetrieb der Innung bietet auch eine Gewährleistung für die ausgeführten Arbeiten.  www.aachener-steinmetze.de

Info: Namen und Kontaktdaten der Innungsbetriebe für die Städteregion Aachen erfahren Interessierte bei der Kreishandwerkerschaft,  www.aachenerhandwerk.de, oder unter Tel.: +49 241 949820.