Tipps und Wissen für Führungskräfte: Demografie-Beraterin Juliane Crefeld informierte Handwerker zu Fragen der Personalentwicklung.
© Handwerkskammer Aachen, Foto: Elmar Brandt

Sein Personal entwickeln

Fachkräftesicherung: KH Rureifel und HWK Aachen informieren mit Trainerin Juliane Crefeld

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Düren. Früher mussten Handwerksbetriebe sich vor allem darum kümmern, dass sie Aufträge bekamen. Heute sind sie außerdem stark mit der Suche nach geeigneten Fachkräften und Lehrlingen beschäftigt. Wegen des demografischen Wandels und den steigenden Zahlen der Studienberechtigten kommt an diesem Thema kein Handwerksunternehmen mehr vorbei. Damit die Stimmung in der Belegschaft nicht kippt, weil diese zu viel mit zu wenigen Leuten erledigen muss, ist Handeln angesagt. Die Kreishandwerkerschaft Rureifel und die Handwerkskammer Aachen haben deshalb gemeinsame Informationsveranstaltungen mit der Demografie-Beraterin und Trainerin Juliane Crefeld realisiert, die in Düren und Euskirchen auf großes Interesse trafen.

„Unternehmer müssen zu Entwicklern ihres Personals werden“, sagt die erfahrene Beraterin, die seit mehr als zehn Jahren Ansprechpartnerin zu Themen der Fachkräftesicherung. In ihrem Seminar lieferte sie Beispiele aus der Praxis und Empfehlungen. Sie informierte über Aufgaben und Zusammenhänge, die für Betriebsinhaber und ihre Führungskräfte zukunftsweisend sind und stellte die dafür vorhandenen Werkzeuge vor. Handwerksbetriebe können mit wenig Aufwand viel bewirken, das machte Juliane Crefeld deutlich.

Am Anfang steht die Analyse. Dabei gilt es erst einmal, genau hinzusehen, wie die Situation im Betrieb ist. Wo haben wir einen Mangel? Wo sind unsere Mitarbeiter überfordert? Welche Potenziale haben wir noch? Aus dieser Bestandsaufnahme ergeben sich Handlungsfelder und Ideen. Ziel der Überlegungen muss sein: Wie kann ich neue Mitarbeiter gewinnen? Und: Wie kann ich meine Beschäftigten zufriedenstellen, motivieren und in meinem Unternehmen halten? Flexible Arbeitszeiten, soweit möglich, kommen bei Mitarbeitern gut an. Gerade, wenn sie sich noch um ein Kind oder um eine pflegebedürftige Person kümmern müssen.

Offene Kultur

Ganz wichtig ist laut Crefeld auch die Bewahrung des vorhandenen Wissens. Dieses sollte nicht nur beim Beschäftigten, sondern im Unternehmen gespeichert werden, so dass jüngere Kollegen sich damit beschäftigen und früher Verantwortung übernehmen können. „Sie müssen eine offene Kultur pflegen“, rät Crefeld, und weist damit auch auf das Problem hin, dass so mancher ältere Mitarbeiter Angst hat, seine Stelle könnte von einem Jüngeren eingenommen werden. Hier gilt es, das Ganze zu sehen und den Zusammenhalt im Team sowie die Identifikation mit dem Unternehmen zu fördern. Dazu gehöre auch, die Mitarbeiter nach Ideen für die Verbesserung von Arbeitsprozessen und Produkten zu befragen und ihre Interessen abzuklopfen beziehungsweise auch ihre Abneigungen gegen bestimmte Tätigkeiten. Das lässt sich beispielsweise gut in einem Jahresgespräch ermitteln.

Das Feld der Personalentwicklung ist groß, die Möglichkeiten zahlreich. Juliane Crefeld, die Handwerkskammer Aachen und die Kreishandwerkerschaft Rureifel bieten weitere Kurse und Workshops an.

Kontakt: Kreishandwerkerschaft Rureifel, 02422 50239-19,  ute.marx(@)handwerk-rureifel.de