Handwerk und Sport: Die Sportwerker Andreas Max, Frank Roß und Thomas Meßner (von links) spenden mit ihrer Aktion – Teilnahme am Venedig-Triathlon – Geld an die Aktion „Running for Kids“ von Peter Borsdorff (2.v.r.). Foto: Doris Kinkel

Sportwerker sammeln für Kinder

Drei Fliesenleger nehmen am Triathlon in Venedig teil

Düren. Sie nehmen sich gegenseitig auf die Schüppe, fallen einander lachend  ins Wort und nehmen den Mund vielleicht ein bisschen voll. Denn was sich die drei Freunde Thomas Meßner, Frank Roß und Andreas Max vorgenommen haben, hinterlässt beim Zuhörer ebenfalls eine Mischung aus Staunen, Lachen und offenem Mund. Die drei Fliesenleger nehmen in zwei Wochen als Staffel an der Challenge Venedig teil, einem Langdistanztriathlon. Roß schwimmt 3,8 Kilometer durch die Lagune, Meßner tritt 180 Kilometer in die Pedale und Max schnürt die Laufschuhe, um auf Marathon-Kurs zu gehen, 42,195 Kilometer.

Der einzige mit Triathlon-Erfahrung ist Thomas Meßner. Der 45-Jährige ist mehrfacher Starter auf der Ironman-Distanz und Marathonläufer. Letztes Jahr hat er schon bei der Challenge Roth die lange Strecke selbst gemeistert. Seinerzeit war Kollege und Kumpel Frank Roß als Zuschauer und Helfer dabei. Das allein reichte schon, um Blut oder eher gesagt Schweiß zu lecken. „Da kommen die Letzten nach 15 bis 17 Stunden rein, und dann ist da immer noch ein Bärentanz, der Erste begrüßt den Letzten, echt eine tolle Stimmung“, erinnert sich Roß.

Der dritte Fliesenleger, Andreas Max, wurde zu Hause gleich mit ins Boot geholt, erst mit einer sportlichen Wette. Schnell war die Idee geboren, unter dem Namen „Sportwerker“ als Staffel den Triathlon in Venedig zu meistern. Zudem will das Trio mit dem Start die Initiative „Running for Kids“ von Peter Borsdorff unterstützen. Mit Spenden.  Auf ihrer Internet- und Facebookseite werben die Sportwerker, Handwerker beim Sport, für ihre Aktion. Als private Initiative schultern die drei Fliesenleger alle anfallenden Kosten selber. Jeder gespendete Euro wird eins zu eins weitergegeben. Mittlerweile sind es 1.500 Euro. „Wir sind sehr optimistisch, dass das mehr wird“, so Meßner.

Peter Borsdorff freut sich über jede noch so kleine Hilfe. Dass die Sportwerker nicht kleckern, freut ihn umso mehr. „Viele sagen: Man müsste mal was tun. Dabei bleibt es dann auch. Diese Drei machen es einfach“, freut sich Borsdorff, der heute noch läuft – meistens mit Laufschuhsammelbüchse – und zu seinen „Bestzeiten“ die 42,195 Kilometer in unter drei Stunden. „Einfach machen ist wirklich unser Motto“, sagt Thomas Meßner und schmunzelt. Laufzeiten spielen für „Pitter“ längst keine Rolle mehr, dafür jeder Cent, der seit Beginn seiner Spendenaktion 1995 für Kinder in unserer Region, die durch Behinderung, schwere Krankheit oder große Armut gehandicapt sind, reinkommt. Aus den Pfennigen und Cents sind mittlerweile 1.880.692,88 Euro geworden, 2.805 Mal hat er schnelle Hilfe als „Überbringer“, wie er sich nennt, geleistet, immer persönlich, immer ganz nah am Menschen. Dafür bedarf es Ausdauer.

Ausdauernd sind auch die drei Fliesenleger aus Düren. Das haben sie zusammen schon einmal bewiesen, als sie 100 Kilometer am Stück gewandert sind. Und diese Ausdauer wollen sie auch am 3. Juni wieder an den Tag legen. Die Zeit spielt keine Rolle, Ankommen ist das Ziel. Das regelmäßige Training tut den Sportwerkern auf jeden Fall gut. „Der Kopf ist viel freier, das wirkt sich auch im normalen Alltag positiv aus“, hat Frank Roß gemerkt.

Am Ende sagt Peter Borsdorff noch: „Klasse, dass diese drei ‚Kerle‘ in Venedig antreten. Und ich kann auch heute schon sagen, wen ich mit dem Sponsorengeld unterstützen werde: die beiden Kinder, die vor wenigen Wochen ihre Mama bei einem Autounfall verloren haben. Bereits heute bedanke ich mich bei den ‚Eisenmännern‘ und wünsche ihnen alles Gute. Passt aber auch gut auf Euch auf!“


Weitere Informationen finden sie unter: www.sportwerker.de