Sie haben es geschafft: Schüler, Lehrer und Ausbilder freuen sich über den Erfolg des Traktorprojekts.
© Handwerkskammer Aachen, Foto: Elmar Brandt

Trecker fährt!

Schüler restaurierten 72-jährigen Oldtimer

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Aachen. Er läuft. Runde für Runde. Und das zu sehen und zu zeigen ist wunderbar. Der Oldtimer-Traktor, den Schüler des Couven-Gymnasiums und des St. Leonhard-Gymnasiums in Aachen innerhalb von zwei Jahren komplett auseinandergelegt, aufbereitet, lackiert und wieder zusammengebaut haben, fährt tadellos. Woche für Woche hat die Gruppe mit Lehrern und Fachleuten im Bildungszentrum BGE Aachen der Handwerkskammer Aachen gearbeitet. Zum Abschluss stellten sie jetzt das restaurierte Schmuckstück vor.

Die Schülerinnen und Schüler haben im Projekt sehr viele fachliche Aufgaben erledigt und gemeinsam Konzepte erarbeitet. So mussten Lager ausgetauscht und Federbolzen erneuert, der Auspuff gewechselt und die Lichtmaschine überholt werden. Darüber hinaus erhielt der Traktor neue Kraftstoffleitungen, Beläge und viele andere Teile mehr. Neben den handwerklichen Tätigkeiten, die die Mädchen und Jungen kennenlernten, befassten sie sich auch mit Planung von Arbeitsschritten und Dokumentation.

„In unserem Beruf ist mittlerweile jede Menge Köpfchen gefragt“, sagte der Obermeister der Innung Land- und Baumaschinentechnik für den Handwerkskammerbezirk Aachen, Josef Wirtz, der das Projekt mit unterstützt hat. Technik und Elektronik haben sich sehr weiterentwickelt. Gerade das macht die Berufe in einer Zeit der Digitalisierung aber auch wieder attraktiv.

Wilhelm Grafen, Geschäftsführer für die Bildungszentren der Handwerkskammer Aachen, stellte auch den Wert des direkten Erlebens heraus. Mit solchen Projekten könne es gelingen, junge Menschen für das Handwerk zu gewinnen. Grafen dankte der Sparkasse Aachen für ihre finanzielle Unterstützung und der Bezirksregierung Köln für ihre Beteiligung.

Für Wolfgang Heinen, Lehrer am Couven-Gymnasium, war es auch etwas Besonderes, Woche für Woche mit seinen Schülern in der Werkstatt zu schrauben und zu werkeln. Für ihn war es wichtig, dass die Schüler erfahren, wie eine Maschine funktioniert. Für die jungen Menschen sind die digitalen Gegebenheiten heute selbstverständlich. Da sei es gut, ihnen auch immer wieder die analoge Welt zu zeigen, auch wenn dies sehr anspruchsvoll sei.

Durch die Praxis begreifen – dieses Motto hat beim Traktorprojekt richtig gegriffen. Das gute Stück, Baujahr 1955, fährt. Das freute auch die Familie Kurpick aus Heinsberg-Karken, die ihren Trecker vor zwei Jahren für dieses Projekt verkauft hatten. Bei der Vorstellung des restaurierten Fahrzeugs waren sie jetzt auch dabei und freuten sich über Glanz und Funktionsfähigkeit des Traktors, der ihnen jahrzehntelang gute Dienste getan hat. Und jetzt hoffen alle, dass er noch lange fährt und bei Festen, Umzügen oder beim Tag des Handwerks zum Einsatz kommt. Der Aufwand im Projekt hätte die Präsentation an unterschiedlichen Orten sicherlich verdient.