Blaue Plakette bleibt im Blick der Politik!
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Weiterhin Nein zu Blauer Plakette

Komplettes Dieselfahrverbot in der Innenstadt einfach undenkbar

Berlin. „Auch der neue Vorstoß des Bundesbauministeriums, im Wege einer Verordnung Dieselfahrzeugen die Einfahrt in die Innenstädte zu verbieten, belastet die Bauwirtschaft und verhindert den dringend benötigten Wohnungsbau in den Ballungsgebieten.“ Klare Worte seitens des Hauptgeschäftsführers des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe zum jüngsten Vorstoß aus dem Hause von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

„Auch der Vorschlag, dass Fahrzeuge nur mit geraden beziehungsweise ungeraden Nummernschildern an bestimmten Tagen fahren dürfen, greift zu kurz. Wir unterstützen daher den Verkehrsminister in seiner ablehnenden Haltung“, so Felix Pakleppa weiter.

Betroffen von einer solchen Regelung wären nicht nur Baufahrzeuge und Lastwagen, sondern auch Lieferwagen, Kleinbusse und weitere Pkw, die Handwerkschefs nutzen oder ihren Mitarbeitern für deren Arbeit zur Verfügung stellen. „Die Bauwirtschaft hat rund 1,2 Millionen Fahrzeuge, davon werden 91 Prozent mit Diesel angetrieben. Ein schneller Umtausch oder eine Umrüstung der gesamten Fahrzeugflotte kommt auch aus ökonomischen und auch technischen Gründen für die Unternehmen nicht in Frage“, sagte Pakleppa. „Es kann nicht sein, dass die Politik Maßnahmen beschließt, die für einige Branchen nicht umsetzbar sind. Es gibt schlichtweg kaum Baumaschinen mit Benzin- oder Elektroantrieb. Wie sollen unsere Unternehmen bauen?“  Richtig lösen lässt sich das Problem nur mit einer neuen Generation von Fahrzeugen und Maschinen mit schadstoffarmen Motoren.

„Wir sehen die Notwendigkeit, für die Reinhaltung der Luft zu sorgen, und unterstützen das auch, aber bitte mit Augenmaß. Sinnvoller wäre es, sich zunächst einmal auf regelmäßig in den Innenstädten verkehrende Fahrzeuge zu konzentrieren. Hier ist die öffentliche Hand gefordert, zunächst einmal ihre Fuhrparks umzurüsten. Denn diese tragen einen ganz wesentlichen Teil zur Stickoxidbelastung in den Innenstädten bei“, erklärte der ZDB-Hauptgeschäftsführer.

Darüber hinaus verwies er auf den photokatalytischen Baustoff Titandioxid. Dessen Pigmente können nicht nur einem speziellen Betonsteinpflaster beigemischt werden, sondern auch Asphalt und Beton. Diese sorgen dann dafür, dass Stickoxide vom Sonnenlicht schnell abgebaut werden. Da diese Beschichtungen in Deutschland noch nicht zur Regelbauweise gehören, werden sie noch nicht eingesetzt.

Auch Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, äußerte sich jüngst zur Blauen Plakette. Bei der Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Köln warnte er vor weiteren Eingriffen in den City-Verkehr. Eine Aussperrung von Dieselfahrzeugen in den Innenstädten wäre für das Handwerk eine Katastrophe. Die immer wieder diskutierte Blaue Plakette dürfe einfach nicht kommen. Der ZDH werde sich in Berlin weiterhin mit Vehemenz gegen eine solche Regelung aussprechen.

NRW-weit herrscht „dicke Luft“, denn die Umwelthilfe ist mit Klagen gegen die Überschreitung der Stickstoffdioxid-Grenzwerte auf Achse. Auch gegen Aachen ist die DUH vor Gericht gezogen, da eine außergerichtliche Einigung im Oktober scheiterte. Ein neuer Gerichtstermin in Aachen ist noch nicht terminiert. Oberbürgermeister Marcel Philipp äußerte sich kürzlich im Interview mit den Aachener Nachrichten dazu. Aachen gehöre zwar zu den Städten, die in der Kritik stünden, gehöre aber zu den Städten, die am meisten dafür täten, um das Problem in Sachen Luftreinhaltung zu lösen. Der OB spricht sich gegen ein Dieselfahrverbot aus, weil es die Probleme in seinen Augen nicht löst.

Der Meinung ist auch das Handwerk: Ein komplettes Dieselfahrverbot in der Innenstadt ist undenkbar, denn dann käme kaum ein Handwerker mehr zum Kunden, um seine Dienstleistungen zu erbringen. Das heißt: keine Reparaturen, kein Material für Baustellen, keine Versorgung der Geschäfte. Die Handwerksbetriebe fahren überwiegend dieselbetriebene Wagen. Sie müssten dann wieder Investitionen leisten in eine neue Flotte, obwohl sie aufgrund der Umweltzonen bereits in größerem Umfang in neue Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette und in Partikelfiltersysteme investiert haben.

Info: Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.blaue-plakette.de.