Inzwischen sind Katrin und Norbert Weber Senior Experten geworden. Hier bei einer Besichtigung eines Rohbaus im Dschungel in Bafia.
Durch sie haben die Ausbilder und Schüler in Kamerun viel Fachwissen erhalten, aber auch hohe Wertschätzung von ihren deutschen Partnern. Foto: Katrin und Norbert Weber

Wertvoller als Geld

Katrin und Norbert Weber unterstützen ein Ausbildungszentrum in Kamerun

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Aachen/Yaoundé. 2016 haben Katrin und Norbert Weber drei Wochen in Yaoundé/Kamerun bei der Assistance Germano Camerounaise verbracht. Das ist ein Ausbildungszentrum für arme Jugendliche. Zu ihm gehören eine Näherei, eine Schlosserei und eine Holzwerkstatt. Als Metallbaumeister, Meisterdesigner und geprüfter Restaurator sowie ausgebildete Bekleidungsingenieurin passten die Aachener Unternehmer mit 20-jähriger Geschäftserfahrung zum Bedarfsprofil der Einrichtung. In Kooperation mit der Deutschen Kamerun-Hilfe hat das Paar seitdem viele tolle Erlebnisse und den erfolgreichen Fortschritt des Ausbildungszentrums erlebt sowie Freundschaften vor Ort geschlossen.

um Abschied des ersten Besuchs organisierte das Team der Assistance Germano Camerounaise für das deutsche Ehepaar eine Abschiedsfeier, um seine Dankbarkeit für die wertvolle Unterstützung zu zeigen. Liebevoll wurden kamerunische Spezialitäten wie Maniok, frittierte Kochbananen und Hühnchen mit Mais aufgetischt und Bosco Benten, regionaler Leiter des Ausbildungszentrums, überreichte Norbert Weber einen handgeschnitzten Löwen aus Holz. „Du bist stark wie ein Löwe, Norbert“: Das war sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne gemeint.

Inzwischen sind Katrin und Norbert Weber Senior Experten geworden. Durch sie haben die Ausbilder und Schüler in Kamerun viel Fachwissen erhalten, aber auch hohe Wertschätzung von ihren deutschen Partnern. „Für uns war es eine unglaubliche Horizonterweiterung“, sagt Katrin Weber. „Es war sowohl für uns Deutsche als auch für die Kameruner schwer, viele Handlungsweisen und Einstellungen nachzuvollziehen. Aber das Verständnis, wie schwer es wohl für Afrikaner sein mag, sich in Deutschland einzugliedern, ist noch mal gewachsen.“

Engagement in Afrika wird von der deutschen Politik gefördert. Gefragt sind auf dem Kontinent nicht so sehr Geldspenden, sondern praktische Hilfe in kleinen und großen Schritten. Nur so können die Lebensbedingungen langsam verbessert und die Menschen dort motiviert werden, ihr Land zu entwickeln und nicht zu fliehen. Projekte

Auch nach ihrer Rückkehr aus Kamerun setzen die Webers ihr Hilfsprojekt fort. Zwei Container, gefüllt mit gespendetem Werkzeug, Material und Gebrauchsgegenständen waren im letzten Jahr vor der Tür des Weber-Unternehmens deponiert und gingen im Herbst 2017 auf die 7.500 Kilometer weite Reise nach Kamerun. Mit unterwegs waren zum Beispiel eine Standbohrmaschine und eine Tischfräse. Diese Geräte helfen den Ausbildern und Schülern, ihre Fähigkeiten auszubauen, um Tore, Geländer, Mülleimer, Fenstergitter, Türen, Stühle, Schränke, Schreibtische und andere Gegenstände herzustellen. Norbert Weber war selber vor Ort, um die Einheimischen mit Rat, Tat, Energie und Motivation zu unterstützen. Er konnte dabei helfen, dass alle Maschinen fachgerecht montiert und bedient werden.

Die Spendenbereitschaft hier in der Region Aachen ist groß. Oft werden Handbohrmaschinen, Winkelschleifer und ganze Werkzeugkisten mit Kleinwerkzeug gebracht. Die Eigentümer können sich häufig nur schwer davon trennen, aber sie wissen, dass ihre Gaben in Kamerun noch gute Dienste tun werden.

Info: Im Herbst dieses Jahres wollen Katrin und Norbert Weber wieder „runter fahren“. Die Ausbilder und Jugendlichen in Kamerun werden sich freuen. Weitere Informationen zu den Projekten im Netz unter Weber Metallgestaltung