Lehrstellenaktion
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Ausbildungsprämie

News 10.03.2021

Die Unterstützung für Corona-gebeutelte Betriebe soll auf 4000 Euro erhöht werden

Berlin. Die Situation am Ausbildungsmarkt macht Politik und Wirtschaft Sorgen. „Wir müssen in dieser Pandemie verhindern, dass jungen Menschen der Start in die Ausbildung nicht gelingt“, betonte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die Politik wolle deshalb die Ausbildungsprämie erhöhen und die Zugangsbedingungen lockern. „Wir wollen insgesamt die Ausbildungsprämie verdoppeln von 2.000 Euro auf 4.000 Euro“, sagte Heil mit Blick auf die Unternehmen, die trotz Einbußen aus der Corona-Krise im neuen Lehrstellenjahr die Zahl ihrer Auszubildenden im Schnitt der vergangenen drei Jahre halten. Für Unternehmen, die sogar mehr Lehrlinge einstellen, soll die Prämie von 3.000 Euro auf  6.000 Euro erhöht werden. Die Vorschläge sollten noch im März beschlossen werden, hieß es kurz vor Redaktionsschluss der „Handwerkswirtschaft“.

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hält eine solche Verlängerung und Weiterentwicklung des entsprechenden Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ für geboten. „Wir brauchen hier zeitnah erleichterte Fördervoraussetzungen, um Anerkennung für Ausbildung deutlich zu machen, um Vertrauen zu stärken und Sicherheit zu geben“, sagte er anlässlich eines Videogesprächs von Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier und seiner Frau Elke Büdenbender mit Auszubildenden verschiedener Branchen. Wollseifer unterstrich, dass die berufliche Ausbildung im Handwerk nach wie vor eine gute Option sei. „Die Betriebe des Handwerks werden auch in der Nach-Corona-Zeit auf beruflich qualifizierte Fachkräfte setzen und jungen Menschen eine gute Perspektive geben.“

Politik und Wirtschaft sind sich dabei im Klaren, dass es eine gemeinsame Kraftanstrengung braucht. Nach den Worten Heils solle deshalb nicht nur die Ausbildungsprämie verdoppelt und ein Zuschuss zur Ausbildungsvergütung bezahlt werden. Künftig solle es auch einen Zuschuss für die Vergütung der Ausbilder geben. Nach den zu Redaktionsschluss bekannten Plänen sollen die neuen Ausbildungsprämien für Corona-gebeutelte Unternehmen ab dem 1. Juni 2021 gelten. Bis dahin können die Prämien nach der bisherigen Regelung beantragt werden.

Förderberechtigt sollen dabei diejenigen Unternehmen sein, die erheblich von Corona betroffen sind und so seit Januar 2020 mindestens in einem Monat in Kurzarbeit waren oder einen Umsatzrückgang um mindestens 30 Prozent in einem Monat seit April 2020 im Vergleich zum entsprechenden Monat im Jahr 2019 nachweisen können. Vorgesehen ist darüber hinaus eine Ausweitung der anspruchsberechtigen Unternehmen auf kleine und mittlere Betriebe mit bis zu 499 Mitarbeitern. Bisher lag die Grenze bei 249 Mitarbeitern.

Übernahmeprämie verdoppeln

Darüber hinaus ist eine Verdoppelung der Übernahmeprämie von 3.000 auf 6.000 Euro geplant. Dabei soll es nach den zu Redaktionsschluss vorliegenden Plänen eine solche Prämie nicht nur dann geben, wenn der Auszubildende von einem insolventen Unternehmen übernommen werde. Bezahlt werden soll die Prämie auch dann, wenn dem Auszubildenden „aus wichtigem pandemiebedingten Grund“ der Ausbildungsvertrag aufgelöst wurde.

Lehrstelleninitiative 2021: Die Handwerkskammer Aachen ruft die Betriebe auf, wieder ihre aktuelle Ausbildungsinitiative zu unterstützen und offene sowie zusätzliche Lehrstellen zu melden. Das gilt auch für Praktikumsstellen. Betriebsinhaber können freie Lehrstellen natürlich auch jederzeit selbst in die Lehrstellenbörse eintragen, ändern oder löschen. Auf www.hwk-aachen.de/lehrstellenboerse gibt es für registrierte Mitgliedsbetriebe zusätzliche Angebote – einfach mal reinschauen! Alle Infos gebündelt gibt es hier www.hwk-aachen.de/lehrstellenaktion.