Wie geschmiert: In der Motorrad-Werkstatt von Micha Endrich (r.) gibt es derzeit viel zu tun, wie Kammerpräsident Marco Herwartz bei seinem Unternehmensbesuch in Dahlem erfährt. Foto: Elmar Brandt
Handwerkskammer Aachen
Wie geschmiert: In der Motorrad-Werkstatt von Micha Endrich (r.) gibt es derzeit viel zu tun, wie Kammerpräsident Marco Herwartz bei seinem Unternehmensbesuch in Dahlem erfährt. Foto: Elmar Brandt

Beim jungen Meister brummt das Geschäft

News 12.04.2021

Micha Endrich repariert Zweiräder mit Erfolg. Seit zwei Jahren selbstständig. Chef von früher ist jetzt der Angestellte.

Dahlem. Im Februar hat bei Micha Endrich das Geschäft so richtig gebrummt. Der Inhaber von Motorrad Servatius in Dahlem erinnert sich: Das Wetter war schön, die Motorrad-Saison frühzeitig eröffnet. Und auch wenn es beim Besuch des Präsidenten der Handwerkskammer Aachen, Marco Herwartz, Anfang April tatsächlich noch mal dicke Flocken schneit – der Zweiradmechatronikermeister blickt optimistisch in die Zukunft.

Im März 2019 hat der Familienvater den Eifeler Betrieb von Fred Servatius übernommen. Die beiden haben die Rollen getauscht: Endrich ist jetzt der Chef, Servatius der Angestellte. Bei der Übergabe geholfen haben die Betriebsberater der Handwerkskammer. Herbert Pelzer bewertete für Servatius die Maschinen. Und Thomas Dudkiewicz unterstützte Endrich zum Start seiner Selbstständigkeit in betriebswirtschaftlichen Fragen, stellte mit ihm zusammen Anträge auf Förderungen und Kalkulationen auf. „Die Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer hat sehr gut funktioniert“, sagt Micha Endrich. Alles sei sehr unkompliziert verlaufen. Nach der Erstinformation über die Website der Handwerkskammer habe er schnell und direkt die richtigen Ansprechpartner gefunden.

Das galt auch für sein Anliegen im letzten Sommer, als er sich entschlossen hatte, einen jungen Mann auszubilden. Ausbildungsberater Jürgen Schumacher besuchte den Zweiradbetrieb in Dahlem und ging mit Endrich alle wichtigen Themen durch. Er prüfte die Betriebsstätte auf Art und Eignung für Ausbildung, besprach mit dem Chef den Ausbildungsvertrag und wichtige Inhalte wie Vergütung und Urlaub. Darüber hinaus erfolgte die Anmeldung beim Berufskolleg, das Besprechen der Fördermöglichkeiten und die Aufklärung über Rechte und Pflichten der Ausbildungsvertragspartner. Endrich ist froh, dass alles geklappt hat und er nun seit einem halben Jahr einen Auszubildenden im Zweiradmechatroniker-Beruf anlernt.

Fokus auf junge Gebrauchte
Überhaupt ist Micha Endrich sehr zufrieden. Natürlich hatte er, als es mit Corona losging, auch ein bisschen Sorgen – als Familienvater zweier kleiner Kinder und gerade erst selbstständig, aber das Geschäft hat sich gut entwickelt. Endrich hat dabei von der guten Betriebsführung seines Vorgängers profitiert. Viele Kunden kommen jetzt auch zu ihm, aber auch Touristen, die in der Nähe eine Panne hatten und gerne ihr Zweirad repariert hätten. Einen Schwerpunkt legt Endrich auf die Aufarbeitung von jungen gebrauchten Fahrzeugen. Dieser Markt ist sehr lebendig, der Einsatz auf diesem Gebiet lohnt sich.

Zweiräder haben in der Corona-Krise an Bedeutung gewonnen, vor allem Fahrräder, E-Bikes, aber eben auch Motorräder. Micha Endrich, der sich sowohl mit der Reparatur von Motorrädern als auch von Fahrrädern auskennt, sieht gute Perspektiven für sein Handwerk und plant schon jetzt, seine Betriebsstätte zu vergrößern, weiteres Personal einzustellen und mehr Aufträge anzunehmen. Ganz wichtig ist für ihn die gute digitale Ausstattung seines Unternehmens. Hier hat er in Software und Internetpräsenz investiert, pflegt die Online-Kommunikation und beschafft sich dort auch die wichtigen Informationen und Daten. Zu seiner Außendarstellung in Sozialen Medien wie Instagram und Facebook kommt eine konsequente Nutzung seines Logos, das Wiedererkennungswert schafft und für Professionalität steht.

Für Marco Herwartz, den Kammerpräsidenten, ist es eine große Freude zu sehen, dass ein junger Mensch den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, mit der richtigen Besonnenheit die Zukunft plant und für sein Handwerk brennt. „Vor allen Dingen freut es mich natürlich, dass Herr Endrich die kostenlose Beratung der Handwerkskammer in Anspruch genommen und davon profitiert hat“, sagt er und appelliert an alle anderen Handwerksunternehmer und Gründungswilligen, sich bei der Handwerkskammer zu informieren und den persönlichen Kontakt zu suchen.