Das klappt! Inklusionsberater Henning Sybertz ist für seine Arbeit viel unterwegs und ständig im Gespräch.
Manfred Hogreve / LVR
Das klappt! Inklusionsberater Henning Sybertz ist für seine Arbeit viel unterwegs und ständig im Gespräch.

Beste Aussichten im Handwerk für acht junge Menschen und einen Arbeitsplatz erhalten

News 13.02.2020

Acht Stunden unterwegs mit Henning Sybertz, Inklusionsberater der Handwerkskammer Aachen

Erstellt von Von Julia Nolte

Kammerbezirk. Henning Sybertz ist Fachberater für Inklusion bei der Handwerkskammer Aachen. Seit drei Jahren unterstützt er mehr als 16.500 Handwerksbetriebe im Kammerbezirk bei Fragen zu dem Thema „Behinderung und Beruf“. Wir haben ihn einen Tag bei seiner Arbeit begleitet und dabei seine Aufgabenbereiche kennengelernt.

  • 07:00 Uhr: Arbeitsbeginn in Simmerath
    Am frühen Morgen betritt Henning Sybertz sein Büro im Bildungszentrum Simmerath. Dort verbringt er etwa 50 Prozent seiner Arbeitszeit. Er bereitet Außentermine vor, holt Informationen über die Betriebe ein, informiert sich über gesetzliche Grundlagen und dokumentiert alles.
    Am heutigen Tag sitzt er nur kurz an seinem Schreibtisch, denn es stehen mehrere Außentermine an.

  • 09:00 Uhr: Netzwerken in Aachen
    Einmal im Quartal treffen sich Integrationsfachdienste, Fachstellen, die Bundesagentur für Arbeit und die gesetzliche Rentenversicherung, um Erfahrungen auszutauschen. Dabei darf der Fachberater für Inklusion der Handwerkskammer nicht fehlen.
    „Eine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Trägern ist der Grundstein für eine umfassende und zielführende Beratung“, erklärt der 44-Jährige, während er sich einen Stuhl an den Tisch zieht. Heute findet das Netzwerktreffen beim Integrationsfachdienst (IFD) Aachen statt. Rund 20 Personen sind zusammengekommen, um sich gemeinsam für die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt einzusetzen. Neben dem persönlichen Kennenlernen geht es darum, sich über die Entwicklungen bei den verschiedenen Netzwerkpartnern zu informieren, sowohl personelle als auch rechtliche Veränderungen zu besprechen. Außerdem nutzen sie die unterschiedlichen Fachkenntnisse der Teilnehmenden für die Besprechung besonderer Einzelfälle.

  • 11:30 Uhr: Betriebsbesuch in Eschweiler
    Neben der stetigen Netzwerkarbeit liegt der Fokus der täglichen Arbeit des Kammerberaters auf der individuellen Beratung der Betriebe. Henning Sybertz informiert Handwerksbetriebe zu der Beschäftigung von Menschen mit Einschränkungen. Besonders wichtig sind dabei die Fördermöglichkeiten – sowohl bei der Neueinstellung als auch bei bereits bestehenden Arbeitsverhältnissen.
    Nach dem Netzwerktreffen beim IFD geht es für den Inklusionsberater direkt weiter. Er besucht einen Malerbetrieb in Eschweiler, der einen Förderantrag für seinen schwerbehinderten Mitarbeiter stellen möchte. Sybertz war schon einmal für eine Erstberatung in dem Unternehmen. Damals stellte er die verschiedenen Fördermöglichkeiten vor. Gemeinsam mit dem Mitarbeiter und dem Arbeitgeber hat er die passenden Fördermöglichkeiten ausgearbeitet.
    Der Malermeister möchte für seinen Mitarbeiter eine Grundausstattung des Arbeitsplatzes im Rahmen einer Investitionskostenförderung beantragen. Nach dem Erstgespräch hat Henning Sybertz alle Unterlagen zusammengestellt und den Antrag vorbereitet. Heute wird dieser mit dem Betrieb besprochen und unterschrieben. „Es ist immer wieder etwas Besonderes für mich, wenn ein Hilfsmittel genehmigt wird und hierdurch ein Arbeitsplatz erhalten werden kann“, schildert der Kammerberater.
    Neben der Beratung zu Fördermöglichkeiten vermittelt Sybertz auch bei Schwierigkeiten zwischen Menschen mit Behinderungen und deren Arbeitgebern. Dabei steht er in engem Austausch mit dem Integrationsfachdienst. Vermittlungsgespräche, beispielsweise bei einer drohenden Kündigung, nimmt er regelmäßig mit der IFD-Fachkraft gemeinsam wahr.

  • 13:00 Uhr: Job-Speed-Dating in Euskirchen
    Nach dem Betriebsbesuch macht sich der Fachberater für Inklusion auf den Weg zum Berufsbildungszentrum Euskirchen. Hier findet heute ein Job-Speed-Dating statt. Jugendliche mit Handicaps, die an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teilnehmen, stellen sich in kurzen Gesprächen potenziellen Arbeitgebern vor.
    Für Henning Sybertz ist die Vermittlung eine wichtige Aufgabe: „Ich schaue mir die Neigungen der Jugendlichen genau an und stelle ihnen die verschiedenen Handwerksberufe vor. Bei Interesse an einer Ausbildung nehme ich gerne die Kontaktdaten auf.“ Der Kammerberater steht in engem Kontakt zu den Unternehmen im Kammerbezirk. Häufig kommen auch Arbeitgeber, die einen Menschen mit einer Schwerbehinderung beschäftigen möchten, auf ihn zu und bitten ihn um Unterstützung.
    „So eine Vermittlung braucht viel Feingefühl“, erklärt Henning Sybertz. „Mein Ziel ist ein langfristiges Arbeitsverhältnis. Daher mache ich mir bei derartigen Anfragen umfangreiche Gedanken, welcher Bewerber zu dem Unternehmen passen könnte.“ Sein großes Netzwerk ist ihm dabei eine besondere Hilfe: Er arbeitet bei solchen Situationen eng mit der Bundesagentur für Arbeit und dem IFD zusammen.

  • 15:00 Uhr: Rückfahrt nach Simmerath
    Nach dem Job-Speed-Dating fährt Henning Sybertz nach Hause. Er hat am heutigen Tag acht Jugendlichen Perspektiven für ihre berufliche Zukunft aufgezeigt, sich für die langfristige Arbeitsplatzerhaltung eines Schwerbehinderten eingesetzt und ist 150 Kilometer gefahren.

Info: Wer Fragen zur Beschäftigung Schwerbehinderter oder behinderter gleichgestellter Menschen oder Interesse hat, einem qualifizierten Mitarbeiter aus der Werkstatt einen Platz auf dem ersten Arbeitsmarkt anzubieten, wendet sich an den Inklusionsberater der Handwerkskammer Aachen, Henning Sybertz, +49 2473 605-226, henning.sybertz@hwk-aachen.de.