Unterstützung für Mitgliedsbetriebe unter anderem bei den Themen Marketing, Internetauftritt und Digitalisierung bietet die Beratung der Handwerkskammer Aachen.
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Unterstützung für Mitgliedsbetriebe unter anderem bei den Themen Marketing, Internetauftritt und Digitalisierung bietet die Beratung der Handwerkskammer Aachen.

Betriebe brauchen "digitale Heimat"

News 12.10.2021

Online-Marketing und elektronische Prozesse: Kammer hilft bei der Veränderung.

Aachen. Digitalisierung, Online-Sichtbarkeit, Auftragsakquise, papierloses Büro, elektronische Kundenakte oder Prozessdokumentation: Es gibt viele Bereiche, in denen Handwerksunternehmen die moderne Technik und die verschiedenen Kommunikationskanäle nutzen können, um im Wettbewerb erfolgreicher zu sein. Bei der Umsetzung werden sie von den Beratern der Handwerkskammer Aachen, Sabine Wessing und Peter Motter unterstützt. Im Gespräch mit HW-Redakteur Elmar Brandt erläutern sie ihr Angebot.

In einer Online-Seminar-Reihe sind gerade verschiedene Themen im Hinblick auf Internet, Social Media und elektronische Dokumentation behandelt worden. Wie war die Resonanz auf dieses Angebot?

Sabine Wessing: Die Themen ziehen. Das haben wir gemerkt. Unsere „Webspecials“ haben sich gelohnt. Der späte Nachmittag ist anscheinend ein guter Zeitpunkt für Info-Veranstaltungen, besser direkt im Anschluss an den Arbeitstag als später extra als Abendtermin.

Wer waren die Teilnehmer?

Wessing: Es haben sowohl Unternehmer als auch Mitarbeiter mitgemacht.

Warum sind die erwähnten Themen für Handwerksbetriebe wichtig?

Peter Motter: Weil die richtige Nutzung von Software und Internet im Hinblick auf Zeitersparnis und Wettbewerbsfähigkeit erhebliche Vorteile bietet. Man nehme nur mal die Gewinnung von Aufträgen: Kunden suchen immer häufiger über das Internet. Da haben Unternehmen nur eine Chance, wenn ihr Webauftritt so optimiert ist, dass er in den Suchmaschinen bei den oberen Einträgen erscheint. Ein Betrieb und seine Dienstleistung müssen für den Verbraucher einfach und gut zu finden sein.
Wessing: Verbraucher schauen sehr genau hin, ob Firmen im Internet gut aufgestellt sind, ob sie eine „digitale Heimat“ vorweisen können. Die Präsenz mit einer eigenen Webseite ist wichtig. Es kommt gar nicht darauf an, viele Informationen auf einen Schlag zu liefern, sondern darauf, mit dem Online-Auftritt Kunden anzusprechen und sich selber als Auftragnehmer interessant zu machen.

Sich zeigen und Bilder sprechen lassen – das machen immer mehr Handwerker auch in Sozialen Medien. Lohnt sich der Aufwand?

Motter: Auf jeden Fall. Wenn zum Beispiel ein Konditor bei Instagram und Facebook seine tollen Torten eindrucksvoll präsentiert, dann hat er die Chance, dass sich über die schnelle Verteilung von Nutzern ein großer Werbeeffekt ergibt. Diese Form der Außendarstellung bietet Selbstständigen ohne Café, Werkstatt oder Geschäft die Möglichkeit, mit neuen Kunden in Kontakt zu treten.
Wessing: Außerdem haben Betriebe in den Sozialen Medien die Möglichkeit, ihr Personal und ihre Arbeit anschaulich vorzustellen. Sie können hier zeigen, dass sie mitarbeiterfreundlich, sympathisch sind, ihren Beschäftigten Weiterbildung bieten und ein gutes Arbeitsklima pflegen. Auf diesem Weg können junge Menschen geworben werden. Denn das Handwerk sucht händeringend Auszubildende und Fachkräfte. Für Bewerber ist es außerdem wichtig, zu erfahren, was sie in einem Unternehmen erwartet, wie dort das Miteinander gepflegt wird. Hier geben Fotos und kurze Beschreibungen gute Hinweise.

Das Feld der Online-Aktivitäten ist ein weites. Wie können Betriebe die ersten Schritte gehen?

Wessing: Gut ist, wenn sich Mitgliedsbetriebe, die sich digital verändern oder im Web anders auftreten wollen, als erstes bei uns melden. In einem Sechs-Stufen-Plan erarbeiten wir mit ihnen gemeinsam ihren Bedarf, schauen, welche Potenziale vorhanden sind und wo Prioritäten zu setzen sind.
Motter: Neben der Präsenz im Internet schauen wir gemeinsam auf die Büroorganisation und analysieren Arbeitsprozesse. So kann ein Anforderungskatalog an eine Softwarelösung erstellt werden, mit dessen Hilfe dann eine Handwerkersoftware ausgewählt werden kann. Viele kleine Schritte mit großer Wirkung können schon mit relativ geringem Aufwand ausgeführt werden.

Oft geben Handwerksbetriebe an, für die Verbesserung des Online-Auftritts keine Kapazitäten zu haben. Was können sie tun?

Wessing: Wichtig ist, dass man für Online-Marketing feste Zeiträume einplant. So können Mitarbeiter im Handwerksbetrieb zum Beispiel entscheiden, dass sie sich an einem bestimmten Wochentag von 10 bis 12 Uhr um Social Media kümmern. Darüber hinaus sollten sie einen Redaktionsplan erstellen, um Inhalte vorbereiten zu können. Dabei sollten Unternehmer ihre Mitarbeiter und ihre Ideen einbeziehen. Eine klare Struktur hilft, die Felder zu bedienen anstatt sich zwischendurch im allgemeinen Arbeitsalltag nur halbherzig damit zu beschäftigen.
Motter: Bei vielen Umstellungen ist es so, dass Unternehmer einmalig eine gewisse Zeit investieren müssen, dafür dann aber eine Prozessverbesserung erreichen, die Zeit erspart und kundenfreundlicher ist. Die Investition macht sich recht schnell bezahlt.

Wird die Handwerkskammer auch zukünftig Online-Seminare zu Themen der Digitalisierung und des Online-Marketings anbieten?

Wessing: Ja. Wir bereiten derzeit ein Infopaket zu Datenschutz und Datenrecht vor und dazu, wie sich Firmen vor Hackerangriffen schützen können. Das ist ein sehr großer Themenbereich – wir wollen zunächst auf zehn bis zwölf wichtige Aspekte eingehen.

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Handwerkskammer Aachen, Foto: Elmar Brandt


Freuen sich auf Anfragen:
Die Berater der Handwerkskammer Aachen, Sabine Wessing und Peter Motter, unterstützen Mitgliedsbetriebe unter anderem bei den Themen Marketing, Internetauftritt und Digitalisierung.

Sabine Wessing, Tel.: +49 241 471-173, sabine.wessing@hwk-aachen.de;

Peter Motter, Tel.: +49 241 471-177,  peter.motter@hwk-aachen.de.

Weitere Infos auch im Netz unter www.mittelstand-digital.de.