Wohnungsschlüssel zum Glück?
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Wohnungsschlüssel zum Glück? Insbesondere in Ballungszentren besteht ein starker Wettbewerb um preisgünstigen Wohnraum zwischen Studenten, Auszubildenden und Menschen mit geringem Einkommen. Dieser Zustand erschwert die Fachkräftesicherung der Betriebe.

Betriebe und Jugendliche unterstützen

News 10.09.2020

ZDH-Präsident Wollseifer für Förderung von Mobilität und Wohnangeboten

Berlin. „Die Mobilität von Jugendlichen zu unterstützen wird angesichts der regionalen Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt immer wichtiger“, sagt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). „Insbesondere in den Ballungszentren besteht ein starker Wettbewerb um preisgünstigen Wohnraum zwischen Studenten, Auszubildenden und anderen Personen mit geringem Einkommen.“ Der Wohnraummangel wirke sich unmittelbar negativ auf die Fachkräftesicherung der Betriebe aus, weil Ausbildungsplätze seltener überregional besetzt werden könnten. Im Sinne einer Gleichbehandlung von Studenten und Auszubildenden müssten jetzt flächendeckend bundesweit Azubi-Tickets eingeführt und verstärkt der Ausbau und die Modernisierung von Jugendwohnangeboten gefördert werden.

„Unsere Handwerksbetriebe sind auch in der durch die Corona-Pandemie geprägten schwierigen Situation ausbildungswillig und suchen händeringend nach Bewerberinnen und Bewerbern. Der Shutdown und die Kontaktbeschränkungen kamen in einer für das Handwerk wichtigen Phase des Jahres, in der üblicherweise verstärkt Berufsorientierung und die Anbahnung von Ausbildungsverträgen stattfinden. Das konnte in diesem Jahr nicht stattfinden, weshalb das ‚Matching‘ zwischen Betrieben und Jugendlichen ins Stocken geraten ist“, sagt Wollseifer. Jetzt gehe es darum, Betriebe und Jugendliche intensiv zu unterstützen, damit sie zueinander finden. Daran müssten alle Beteiligten mitarbeiten. Auch jetzt noch könnten interessierte Jugendliche mit einer beruflichen Ausbildung starten. „Ich kann nur alle ermuntern, die Chancen, die sich im Handwerk bieten, zu ergreifen“, ruft Wollseifer zum Handeln auf.

Die Betriebe seien bereit, trotz Abstandsregeln und neuer Hygienevorschriften eine gute Ausbildung anzubieten und könnten dabei auf die Unterstützung der Handwerksorganisation zählen, so der ZDH-Präsident. Betriebe, Berufsschule und Auszubildende müssten gemeinsam die neuen Herausforderungen meistern, um eine erfolgreiche und qualitativ hochwertige Ausbildung sicherzustellen und fortzusetzen.

Angesichts der aktuellen Herausforderungen durch die Corona-Pandemie wünscht sich Wollseifer, die krisengebeutelten Betriebe nicht noch zusätzlich zu kritisieren, sondern deren Ausbildungsengagement zu würdigen und gemeinsam nach Wegen aus der Krise zu suchen.