Handwerk hat Zukunft mit qualifiziertem Nachwuchs: Um die Ausbildung in den Betrieben zu stärken, verbessert die Politik die Förderung auf vielfältige Weise.
ArGe Medien im ZVEH
Handwerk hat Zukunft mit qualifiziertem Nachwuchs: Um die Ausbildung in den Betrieben zu stärken, verbessert die Politik die Förderung auf vielfältige Weise.

Breiter Schutzschirm für Ausbildungsplätze

News 30.04.2021

Bundesprogramm zur Sicherung wird verlängert und verbessert

Berlin. Das Bundeskabinett hat die Verlängerung und Weiterentwicklung des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ gebilligt. Ziel ist es, die betriebliche Berufsausbildung zu stabilisieren und zu stärken. Ausbildungs- und Übernahmeprämien werden verdoppelt. Die Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit werden verbessert. Kosten für externe Vorbereitungskurse werden anteilig übernommen.
Die Ausbildungsprämien für von der Corona-Krise betroffene Betriebe, die durch Neueinstellungen ihr Ausbildungsniveau halten oder erhöhen, werden – rückwirkend zum 16. Februar 2021 – zunächst in bisheriger Höhe verlängert. Für das neue Ausbildungsjahr werden die Prämien zum 1. Juni 2021 von 2.000 und 3.000 Euro auf 4.000 und 6.000 Euro verdoppelt. Somit werden zusätzliche Anreize für Ausbildungsbetriebe geschaffen. Künftig können auch Zuschüsse zur Vergütung der Ausbilderin oder des Ausbilders gezahlt werden. Wie bisher kann zudem die Ausbildungsvergütung bezuschusst werden.

Alle diese Leistungen können nun Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern beziehen. Bisher lag die Grenze bei 249 Mitarbeitern.
Mit einem neuen Sonderzuschuss werden Kleinstunternehmen erreicht, die im zweiten Lockdown ihre normale Geschäftstätigkeit weitgehend einstellen mussten: Betriebe mit bis zu vier Mitarbeitern können pauschal 1.000 Euro bekommen, wenn sie ihre Ausbildungstätigkeit für mindestens 30 Tage fortgesetzt haben.
Die Übernahmeprämie wird bis Ende 2021 verlängert und auf 6.000 Euro verdoppelt. Mit ihr wird künftig neben der Übernahme eines Auszubildenden aus einem Insolvenzfall auch bei pandemiebedingter Kündigung oder bei Abschluss eines Auflösungsvertrages unterstützt.

Die Förderung einer Auftrags- oder Verbundausbildung wird attraktiver. Die Mindestlaufzeit wird auf vier Wochen verkürzt, die Höhe der Förderung nach der Laufzeit bemessen. Insgesamt können bis zu 8.100 Euro gezahlt werden. Künftig kann auch der Stammausbildungsbetrieb statt des Interimsausbildungsbetriebs die Förderung erhalten. Für Interimsausbildungsbetriebe entfällt die Begrenzung auf bis zu 249 Mitarbeiter ersatzlos. Außerdem können demnächst für pandemiebetroffene Unternehmen die Kosten für externe Abschlussprüfungs-Vorbereitungskurse für Auszubildende zur Hälfte bezuschusst werden, maximal mit 500 Euro.
2021 stehen für das Bundesprogramm 500 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 200 Millionen Euro sind für Ausgaben im kommenden Jahr vorgesehen. Für die Ausbildungsprämien, die Zuschüsse zur Verhinderung von Kurzarbeit, den Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen und die Übernahmeprämie ist die Bundesagentur für Arbeit zuständig. Die Förderung der Auftrags- und Verbundausbildung einschließlich der anteiligen Kostenübernahme für externe Abschlussprüfungs-Vorbereitungskurse wird von der Knappschaft-Bahn-See abgewickelt.

„Die Berufsausbildung von jungen Menschen muss auch in dieser Krise so gut wie möglich unterstützt werden“, sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. „Ich danke allen Betrieben, die trotz der vielfach schwierigen Zeit ausbilden. Sie tun etwas für sich und junge Leute, aber auch etwas für unser Land.“
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erklärt: „Eine gute Ausbildung ist wesentlich für ein gutes Leben. Das müssen wir jungen Menschen auch in Krisenzeiten ermöglichen. Deshalb müssen wir dringend die Ausbildungsbereitschaft in den Betrieben stärken. Dass die Prämien doppelt so hoch sein werden, wird hoffentlich mehr Unternehmen motivieren, junge Menschen auszubilden. Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen.“