Lehrstellenaktion
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Bund unterstützt weiterhin Betriebe, die trotz Corona ausbilden

News 04.06.2021

Verbesserte Förderung für neue Ausbildungsverträge

Aachen. Für Ausbildungsverträge, die nach dem 1. Juni 2021 bis 15. Februar 2022 beginnen, gibt es erhöhte Prämien und Zuschüsse zu einfacheren Konditionen. Geregelt ist dies im Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“, über das auch in der „Handwerkswirtschaft“ schon mehrfach berichtet wurde.

Erhöhte Ausbildungsprämien: Betriebe, die ihre Ausbildungsleistung trotz Pandemiebelastung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden weiterhin mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden im Ausbildungsjahr 2020/2021 begonnenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit). Für das anstehende Ausbildungsjahr (Ausbildungsbeginn ab 1. Juni 2021) steigt die Prämie auf 4.000 Euro. Anspruchsberechtigt sind dann auch Ausbildungsbetriebe mit bis zu 499 Mitarbeitern.

Steigert der Betrieb ab dem 1. Juni 2021 seinen Ausbildungsdurchschnitt der letzten drei Jahre, kann je zusätzlichem Lehrling sogar eine Prämie von 6.000 Euro beantragt werden (Ausbildungsprämie plus). Für überdurchschnittliche Lehrverhältnisse, die im Zeitraum 24. Juni 2020 bis 31. Mai 2021 begonnen haben, gibt es eine Prämie von 3.000 Euro.

Voraussetzung für die erhöhten Prämien mit Ausbildungsbeginn ab 1. Juni 2021 ist, dass der Betrieb in einem Monat seit April 2020 einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent gegenüber dem jeweiligen Monat des Vorjahres zu verzeichnen hatte oder seit Januar 2020 Kurzarbeitergeld (kein Mindestzeitraum!) bezogen hat.

Bei Prämien für Verträge, bei denen der Lehrbeginn in den Zeitraum 24. Juni 2020 bis 31. Mai 2021 fällt, gelten etwas strengere Fördervoraussetzungen. Hier muss auch entweder seit Januar 2020 Kurzarbeitergeld bezogen worden oder der Umsatz seit April 2020 um mindestens 50 Prozent in zwei oder 30 Prozent in fünf zusammenhängenden, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monaten gegenüber dem jeweiligen Zeitraum im Jahr 2019 eingebrochen sein.

Die Prämien können neuerdings auch für Ausbildungswechsler gewährt werden.

Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit: Diese Fördervariante ist für Betriebe relevant, die aufgrund von COVID-19 einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent hinnehmen mussten, Kurzarbeitergeld bezogen und trotzdem Ausbilder und Azubis nicht in Kurzarbeit geschickt haben. Die Förderung der Azubis beträgt 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem im Betrieb ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent zu verzeichnen ist. Zusätzlich wird nun auch das Ausbildergehalt bezuschusst.

Übernahmeprämie: Unternehmen, die einen Azubi aus einem pandemiebedingt insolventen Betrieb in Ausbildung übernehmen, können hierfür ebenfalls eine Prämie in Höhe von 6.000 Euro pro Azubi erhalten. Gleiches gilt, wenn der Lehrling übernommen wird, weil er im alten Betrieb die Ausbildung wegen Corona bedingter Beeinträchtigung nicht mehr zu Ende führen kann und deswegen den Vertrag im Altbetrieb vorzeitig gelöst hat.

Lockdown II-Sonderzuschuss: Ausbildende Kleinstunternehmen (bis vier Mitarbeiter) können einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 1.000 Euro für jeden Azubi erhalten, wenn das Unternehmen aufgrund von Corona bedingter behördlicher Anordnungen seit November 2020 seine Geschäftstätigkeit völlig oder weitgehend einstellen musste. Das dürfte zum Beispiel für Friseur- oder Kosmetikbetriebe interessant sein. Der Antrag muss allerdings spätestens bis zum 31. Juli 2021 gestellt werden.

Anträge auf Förderung sind bei der für den jeweiligen Betrieb örtlich zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen.

Antragsformulare und Hinweise zur Antragstellung: www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/bundesprogramm-ausbildungsplaetze-sichern
Gut informiert bei der Handwerkskammer Aachen: Erika Bierfert, 0241 471-127, erika.bierfert@hwk-aachen.de
Die wesentlichen Änderungen sowie die Förderrichtlinie der zweiten Änderung der Ersten Förderrichtlinie finden Sie unter: www.zdh.de sowie im zusammengefassten Überblick.