Ausbildung im Handwerk
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Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk im Blick haben: Der WHKT verweist auf die Nachvermittlungsaktionen, die Betriebe und Bewerber zusammenführen sollen.

Das fünfte Quartal jetzt nutzen

News 10.11.2020

Der Ausbildungsmarkt hat Bewerbern und Betrieben noch viel zu bieten

Kammerbezirk. Der Ausbildungsmarkt geht im fünften Quartal in die Verlängerung: Jugendliche in Nordrhein-Westfalen können durch die Nachvermittlungsaktionen der Bundesagentur für Arbeit und der Kammern noch später ihre Ausbildung beginnen.

Die Covid-19-Pandemie hat den Ausbildungsmarkt um mehrere Monate nach hinten verschoben. Bis zum Stichtag im September wurden weniger Ausbildungsverträge eingetragen als im Vorjahr: Der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) und die Industrie- und Handelskammern in NRW (IHK NRW) verzeichnen einen Rückgang. Die Verlängerung des Ausbildungsmarktes bis in den Januar hinein sollten Bewerber wie Betriebe jetzt nutzen.

Die Bundesagentur für Arbeit, IHK NRW und der WHKT läuteten bei einer gemeinsamen Zwischenbilanz das so genannte „fünfte Quartal“, die Nachvermittlungszeit auf dem Ausbildungsmarkt, ein. „Wir sind uns einig, dass wir einen Corona-Einbruch auf dem Ausbildungsmarkt in NRW verhindern müssen. Der Nachwuchs, den wir heute nicht ausbilden, fehlt der Wirtschaft in NRW in wenigen Jahren“, sagte Torsten Withake, Chef der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit (BA) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie haben die Situation auf dem Ausbildungsmarkt in diesem Jahr deutlich geprägt. In der Zeit des Lockdowns im Frühjahr gab der Ausbildungsmarkt bei den Stellenmeldungen wie bei der Bewerberzahl gegenüber anderen Jahren deutlich nach.

Bis Ende September wurden insgesamt 110.568 Ausbildungsstellen bei den Agenturen für Arbeit gemeldet. Trotz der Belebung auf dem Ausbildungsmarkt im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 7,8 Prozent (9.363 Stellen). Die Anzahl der Bewerberinnen und Bewerber stieg im gleichen Zeitraum auf 115.639 junge Menschen - ein Rückgang um 10,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Unter dem Strich stehe zum aktuellen Stichtag im Vergleich zum Vorjahr aber dennoch ein Minus bei den Ausbildungsverträgen. Bis Ende September wurden von den Industrie- und Handelskammern in NRW 58.380 Ausbildungsverträge abgeschlossen (minus 15,1 Prozent), bei den Handwerkskammern waren es 25.171 Ausbildungsverträge (minus 10,1 Prozent). IHK NRW und der WHKT sehen dafür vor allem zwei Hauptgründe: fehlende Kontaktmöglichkeiten zwischen Jugendlichen und Betrieben und drastische Geschäftseinschränkungen in manchen Branchen.

Bestehende Ausbildungsverhältnisse hingegen haben sich als sehr stabil erwiesen. Eine Umfrage der IHK-Organisation hat ergeben, dass nur 0,5 Prozent der Betriebe Ausbildungsverträge lösen mussten. „Die meisten Unternehmen haben selbst auf dem Höhepunkt der ersten Covid-Welle und danach Wege gefunden, weiter auszubilden“, sagte Burkhard Landers, Vize-Präsident von IHK NRW. Das sei ein eindrucksvoller Beweis, wie robust und zukunftssicher die duale Ausbildung in Deutschland sei.

„Die Chancen im Handwerk stehen gut, ergreifen muss man sie selbst“, sagte Hans Hund, Präsident des WHKT. „Unsere Betriebe helfen dabei und appellieren an alle Jugendlichen, sich auch jetzt noch um einen Ausbildungsplatz im Handwerk zu kümmern und nicht auf das nächste Jahr zu warten.“