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Handwerkskammer Aachen

News 11.08.2021Das sagen Sie zur Handwerkswirtschaft

Ergebnisse der Leserbefragung. Wunsch nach mehr Fachbeiträgen, anderen Bildern und frischer Gestaltung.

Aachen. „Nur wer an sich arbeitet, kann besser werden“, unter diesem Motto bat die Handwerkskammer Aachen vom 15. bis 30. Mai die Chefs der Mitgliedsbetriebe um ihr Leserurteil zur Kammerzeitung „Handwerkswirtschaft“ – schließlich sind sie die Hauptadressaten. Die Mai-Ausgabe der Zeitung informierte über die Umfrage inklusive LinkAngabe und einem QR-Code zur Beteiligung an der Umfrage. Außerdem wurden alle Betriebe, deren Mailadresse in der Handwerksrolle eingetragen ist, über diesen Weg angeschrieben und um Teilnahme gebeten.

„Die Befragungsergebnisse geben uns wichtige Hinweise, was gut ankommt und was nicht und was sich die Mitgliedsbetriebe wünschen. Auf dieser Grundlage werden wir Verbesserungen umsetzen, sowohl inhaltlicher als auch gestalterischer Art“, verspricht Peter Deckers, Hauptgeschäftsführer der Kammer.

Lesehäufigkeit: Die Mehrheit der Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber beziehungsweise der Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer liest die „Handwerkswirtschaft“ „immer oder fast immer“ beziehungsweise „häufig“ (56,2 Prozent). Aber für insgesamt ein Drittel der Leser (30,7 Prozent) scheint sie kaum Anziehungskraft zu haben, denn sie schauen „selten“ oder „nie“ hinein. Hier geben die detaillierten Antworten in dieser Befragung zu den gewünschten Themen und zur Gestaltung wichtige Hinweise, was zu verbessern ist.

Lesedauer: Rund ein Viertel informiert sich ausgiebig in der „Handwerkswirtschaft“ und liest sie mehr als eine Stunde beziehungsweise zwischen 30 und 60 Minuten (zusammen 26,7 Prozent). Etwas mehr als ein Drittel nimmt sich zwischen 15 und 30 Minuten Zeit und dürfte damit über die wichtigsten Themen im Bilde sein. 23,3 Prozent widmen ihr weniger als 15 Minuten, was eher dem klassischen „Durchblättern“ entspricht. Da 15,8 Prozent angaben, die Zeitung nie zu lesen, nimmt sich ein nahezu gleicher Anteil auch keine Zeit dafür.

Leser-Reichweite: Grundsätzlich wird die Zeitung an die Betriebsleitung adressiert. Die Leserschaft beschränkt sich jedoch nicht auf die Chefs, sondern geht deutlich darüber hinaus.
Zwar liest bei der Mehrheit von 61,8 Prozent ausschließlich die Betriebsleitung die Zeitung, aber in den übrigen Betrieben lässt sie auch andere profitieren wie die Partnerin oder den Partner, die Führungsmitarbeiter oder die übrigen Beschäftigten. „Dieser Aspekt ist bei der zukünftigen Themenauswahl zu berücksichtigen“, ist der Hauptgeschäftsführer der Kammer überzeugt.

Meistgelesene Themen: Das TopThema in der Handwerkswirtschaft ist mit 62 Prozent der Nennungen ganz offenkundig die Marktbeobachtung: also welche Betriebe (aus der gleichen Branche) neu eingetragen oder gelöscht worden sind. An zweiter Stelle lesen 56,1 Prozent der Handwerkschefs und -chefinnen gerne Artikel mit stark fachbezogeHinweisen auf Fördermittel, neue Steuern und Verordnungen oder ähnliche Sachverhalte.

Mit deutlichem Abstand rangieren an dritter Stelle Tipps zur Betriebsführung (Personalgewinnung/-führung, digitale Programme und Tools, etc.) mit 42,6 Prozent der Nennungen. Von ähnlich hoher Bedeutung sind aber auch gute Praxisbeispiele aus Betrieben, die sich mit den Themen Ausbildung, Digitalisierung, Betriebsübergabe etc. (40,5 Prozent) oder Berichte in den Rubriken „Meinung & Hintergrund“ (39,9 Prozent), die sich mit handwerkspolitischen Themen befassen.

37,7 Prozent interessieren sich für Berichte zu den Weiterbildungsangeboten der Kammer und für die offiziellen Bekanntmachungen wie Beitragsfestsetzung, Termine und Infos zur Anmeldung zu den Gesellen- und Abschlussprüfungen, Wahl der Mitglieder zur Vollversammlung. Etwas mehr als ein Drittel lässt sich auch gerne über die Service- und Beratungsangebote der Kammer informieren. Das Schlusslicht bilden der Artikel auf der letzten Seite „Das Beste zum Schluss“ sowie Berichte über Feiern oder Preisverleihungen.

Die freie Antwortmöglichkeit „Andere“ nutzten 12,9 Prozent insbesondere für Kritik wie: die Inhalte sprächen sie nicht an, sie fänden zu wenig Berichte zu ihrem Gewerk, Klagen über die Pflichtmitgliedschaft, zu hohe Beiträge, eine zu starke Selbstdarstellung der Kammer, zu viel Autowerbung.

Themenwünsche: Die Möglichkeit, Themenwünsche für die Berichterstattung in der Handwerkswirtschaft zu äußern, nutzte leider nur rund ein Fünftel der antwortenden Leserinnen und Leser (72 Antworten). Die große Mehrheit nannte hier differenziert Wünsche nach mehr Fachbeiträgen in der Handwerkswirtschaft. Die Themenwünsche reichen vom Arbeitsrecht über Ausbildung, Datenschutz und gewerkebezogenen Technikthemen bis hin zu Fragen zur Sicherheitstechnik, Steuern, Unfallverhütung, neuen Werkzeugen und übergeordneten Themen wie die Zukunft des Handwerks.

Inhaltliche Beurteilung: Die Verständlichkeit und der Informationsgehalt der Texte wird von rund 80 Prozent positiv mit „Trifft voll zu“ oder „Trifft überwiegend zu“ bewertet. Auch die Länge der Texte und das Text-Bild-Verhältnis finden bei rund 70 Prozent Zustimmung („Trifft voll zu“, „trifft überwiegend zu“). Kritischer wird die Themenauswahl gesehen, da rund die Hälfte die Frage, ob die Themen für sie hilfreich sind mit „Teils, teils“, „Trifft eher nicht zu“ oder „Trifft nicht zu“ beantwortet. Das Text-Anzeigen-Verhältnis ist für etwas über 60 Prozent in Ordnung.

Gestalterische Beurteilung: Rund 95 Prozent stimmen der Aussage, die „Schrift ist gut lesbar“ mit „Trifft voll zu“ oder „Trifft weitgehend zu“ zu. Drei Viertel bewerten das Zeitungsformat als übersichtlich („Trifft voll zu“ oder „Trifft überwiegend zu“). Ein ähnliches Bewertungsverhältnis gibt es auch bei der Frage, wie ansprechend das Papier empfunden wird.

Der Anteil des Zuspruchs sinkt auf rund zwei Drittel bei den Fragen, wie ansprechend die Gestaltung der Titelseite und die Bilder empfunden werden, und auf die Hälfte bei der Frage, ob die Gestaltung der Handwerkswirtschaft „Lust aufs Lesen macht“. „Bei diesen letztgenannten drei Punkten müssen wir deutlich besser werden“, fasst Haupt geschäftsführer Deckers zusammen. 

Lese-Medium: Knapp die Hälfte der Entscheider im Handwerk möchte die Handwerkswirtschaft ganz klassisch wie bisher auch in Zukunft lieber nur gedruckt lesen. 16,2 Prozent hätten sie gerne sowohl online als auch gedruckt zur Verfügung, wahrscheinlich um sie passend zur jeweiligen Situation lesen zu können. Etwas mehr als ein Drittel möchte die Zeitung gerne nur noch digital lesen, wobei die jeweiligen Untergruppen – am PC, auf Smartphone oder Tablet, als Newsletter – alle einen relativ ähnlichen Prozentanteil aufweisen.

Nutzung von Social Media: Die große Mehrheit (75 Prozent) ist nicht an der Handwerkswirtschaft in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram interessiert und würde ihr nicht folgen, um aktuelle News und Tipps zu erhalten. Knapp zehn Prozent der Leserschaft gibt an, bereits Follower zu sein, und rund 20 Prozent können sich vorstellen, der Zeitung auch via Facebook und Instagram zu folgen. Mit diesen beiden Gruppen besteht zukünftig die Möglichkeit schnellerer und interaktiver Kommunikation.

Gesamtbewertung: Im Notendurchschnitt erhält die Handwerkswirtschaft von den Leserinnen und Lesern eine 2,8. „Eine gute Drei kann uns nicht zufriedenstellen“, ist Hauptgeschäftsführer Peter Deckers überzeugt. „Das Positive ist, dass wir hinsichtlich der Akzeptanz bei Chefs und Chefinnen von der Mittellinie aus starten und nicht aus dem eigenen Strafraum, um in Zeiten der Europameisterschaft einen Fußball-Vergleich zu bemühen.“ Man werde sich zeitnah mit allen Verantwortlichen, die an der Erstellung der Handwerkswirtschaft beteiligt sind, an den Tisch setzen, ein neues Konzept entwickeln und mit kurz-, mittel- und langfristigen Schritten und zügig an die Umsetzung gehen.

Statistische Belastbarkeit der Befragung: Insgesamt haben sich 356 Betriebe aus dem Kammerbezirk Aachen an der Befragung beteiligt. Dies entspricht einem Anteil von 2,1 Prozent der Mitgliedsbetriebe. Diese Stichprobe ist fast doppelt so groß, wie sie nach anerkannten statistischen Methoden für die Mindeststichprobengröße erforderlich wäre. Damit sind die Ergebnisse dieser Befragung und die daraus abgeleiteten Schlüsse belastbar für Gesamtaussagen. Zudem kommt die prozentuale Verteilung der abgefragten Kriterien „Betriebsinhaber/-in oder Geschäftsführung“, „Geschlecht“, „Alter“ in der Befragung der Verteilung in der Realität (Quelle Handwerksrolle) relativ nahe. Auch dies stärkt die Validität der Befragungsergebnisse.