Die Digitalisierung im Handwerk muss vorangetrieben werden. Unternehmen brauchen für die Veränderung ihrer Arbeitsprozesse konkrete Unterstützung.
Falk Heller - amh-online.de
Die Digitalisierung im Handwerk muss vorangetrieben werden. Unternehmen brauchen für die Veränderung ihrer Arbeitsprozesse konkrete Unterstützung.

News 04.05.2021Den Wandel stabil gestalten

Handwerk in NRW verabschiedet Digitalisierungsoffensive. „Prämie für Betriebe wäre richtig.“

Düsseldorf. Die Spitzenvertretungen der nordrhein-westfälischen Handwerkskammern haben sich bei der Frühjahrs-Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT) auf die Umsetzung einer „Digitalisierungsoffensive Handwerk NRW“ verständigt. Der Beschluss steht unter der Überschrift „Mit mehr Mut und Selbstbewusstsein den digitalen Wandel vorantreiben“. Hierbei stehen fünf Handlungsfelder im Mittelpunkt: Betriebe, Bildung, Beratung, Verwaltung und Infrastruktur.

Mit Blick auf die Unternehmen stellt WHKT-Präsident Hans Hund fest: „Kleine und mittlere Unternehmen des Handwerks brauchen für mehr Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Fertigungsprozesse konkrete Unterstützungsmöglichkeiten. Nur damit werden die wichtigen Chancen des aktuellen Digitalisierungsschubs nachhaltig wirksam. Mit einer entsprechenden Digitalisierungsprämie für Handwerksbetriebe kann dies gelingen.“

In diesem Zusammenhang geht es für Dr. Jens Prager, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld und Federführer für den Themenbereich Digitalisierung im WHKT, maßgeblich auch darum, dass das Handwerk mehr als „nur“ Stabilisator der Wirtschaft ist. „Mit einer konsequenten Digitalisierungsstrategie wollen wir Antreiber der wirtschaftlichen Entwicklung sein. Insgesamt hat das Handwerk an vielen Stellen, gerade bei kleinen Betrieben, auch Aufholbedarf. Die politischen Rahmenbedingungen sind deswegen ebenso entscheidend wie die Überzeugungsarbeit im Handwerk selbst: Die Digitalisierung ist keine Bedrohung, sondern eine Gestaltungschance für das Handwerk.“

Damit diese Transformation im und mit dem Handwerk gut gelingt, weist Matthias Heidmeier, Hauptgeschäftsführer des WHKT, auf die Erwartungen hin, die das Handwerk NRW gegenüber der Landesregierung in dem Positionspapier deutlich formuliert. „Wir brauchen faire Wettbewerbsbedingungen, eine Beteiligung des Handwerks an den Digitalisierungsinitiativen des Landes, mehr Anerkennung des Handwerks für die Umsetzung der Digitalisierung und eine leistungsfähige Infrastruktur – gerade in der Fläche.“ Der gute Dialog mit der Landesregierung und insbesondere mit dem Digitalministerium sei für die Ziele des Handwerks eine gute Basis. Die Handwerkskammern werden ihrerseits den digitalen Wandel nach Kräften in enger Partnerschaft mit Fachverbänden, Innungen und Kreishandwerkerschaften vorantreiben.

In der Beratung für die Unternehmen gilt es, die positiven Erfahrungen, die – zunächst aus der Not heraus – innerhalb des vergangenen Jahres mit digitalen Beratungsformaten gemacht wurden, zu verstetigen und weiter auszubauen. Darüber hinaus heißt es im Beschluss, dass die Digitalisierung ein erhebliches Potenzial für den Abbau von Bürokratie und die Beschleunigung von Verwaltungsprozessen berge.

Basis für eine gelingende Digitalisierung im Handwerk sei das flächendeckende Vorhandensein einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur. Aus der Vielzahl der notwendigen öffentlichen Rahmenbedingungen seien daher insbesondere leistungsfähige Glasfaser-, Breitband- und Mobilfunknetze (5G) mit stabil großen Übertragungsraten zwingend erforderlich. Die Datensicherheit müsse dabei zu jeder Zeit gewährleistet sein.

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Info:  Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Netz unter www.whkt.de/positionen