Referenzbaustelle Campus West: Reallabor für die Baustelle der Zukunft.
Center Construction Robotics, RWTH Aachen
Referenzbaustelle Campus West: Reallabor für die Baustelle der Zukunft.

Die Baustelle der Zukunft

News 13.05.2020

Handwerker für Kooperation gesucht

Aachen. Im „Center Construction Robotics“ forscht ein interdisziplinäres Wissenschaftsteam der RWTH Aachen gemeinsam mit einem europäischen Industriekonsortium an der Baustelle der Zukunft mittels Digitalisierung – von der Vorproduktion von Bauelementen bis hin zur automatisierten Baustelle. Die Referenzbaustelle, die als Pilotprojekt zunächst temporär auf dem Campus West entsteht, dient dabei als Reallabor. Hier werden neue Bauprozesse, Bauprodukte, vernetzte Maschinen, der Einsatz von Robotern, Softwarelösungen sowie Lehr-, Arbeits- und Kommunikationskonzepte unter realen Baustellenbedingungen erprobt.

Das erste Forschungsprojekt „Internet of Construction (IoC)“ auf der Referenzbaustelle besteht aus drei Instituten und sieben Industriepartnern. Es wird mit 3,2 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Forschungsprogramm „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ gefördert und ist auf drei Jahre angelegt.

Aufbau eines Netzwerks

Das Reallabor ist der Ausgangspunkt für den Aufbau eines weitreichenden europäischen sowie regionalen Netzwerks für Forschungs-, Industrie- und Lehrkooperationen im Bereich der Transformation des Bauens. Als wesentlicher Teil dieses Netzwerks werden auf der Referenzbaustelle Partner der gesamten Bauindustrie, aber vor allem auch regionale Partner wie der AACHEN BUILDING EXPERTS e. V., die Bildungsstätten des Bauindustrieverbands, die Handwerkskammer Aachen und bauforumstahl, der Spitzenverband für das Bauen mit Stahl in Deutschland, eingebunden. Dies ermöglicht den Transfer der Forschungserkenntnisse und Lehrkonzepte direkt in die Wirtschaft durch gezielte Entwicklungs- und Weiterbildungsprojekte. Der neue englischsprachige Master Construction & Robotics an der RWTH Aachen, der Bachelorstudierende aus den vier Fachrichtungen Maschinenbau, Informatik, Bauingenieurwesen und Architektur zulässt, hat im April begonnen.

 „Uns ist wichtig, dass diese Baustelle als Transformationsort und ‚lebendes Reallabor‘ von möglichst vielen Einrichtungen genutzt werden kann“, beschreibt Professorin Sigrid Brell-Cokcan die Philosophie des Reallabors. „Egal ob Start-Up, Handwerksbetrieb, öffentliche Einrichtung, Privatpersonen oder Forschungseinrichtungen aus der Bauindustrie – jeder kann auf die von der Industrie bereitgestellte Baustelleneinrichtung und die Außenflächen als Maker Space im Fair Use-Prinzip zurückgreifen.“ Zurzeit wird ein Forschungskonsortium für die gesamte Wertschöpfungskette „Bau“ zusammengestellt, vom Rohbau bis zur Komplettierung von Gebäudehüllen.

Info: Die RWTH Aachen und das Center Construction Robotics suchen zum weiteren Aufbau des Netzwerks entlang der gesamten Wertschöpfungskette „Gebäudehülle“ innovative Handwerksbetriebe für die Kooperation in Förderprojekten in enger Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Aachen und ihrem Bildungszentrum BGZ Simmerath. Kontakt: Univ.-Prof. Dr. techn. Sigrid Brell-Cokcan, Lehrstuhl für Individualisierte Bauproduktion, RWTH Aachen, Tel.: +49 241 80 95151,  brell-cokcan@ip.rwth-aachen.de