Marco Herwartz (r.), Elektrotechnikermeister aus Aachen-Eilendorf, ist neuer Präsident der Handwerkskammer Aachen. Die neu konstituierte Vollversammlung hat den 44-Jährigen einstimmig gewählt. Nach 26 Jahren gab Dieter Philipp (l.) damit sein Amt als Präsident ab. Der 76-jährige Maler- und Lackierermeister sowie Restaurator im Handwerk wurde zum Ehrenpräsidenten der Handwerkskammer Aachen gewählt.
Handwerkskammer Aachen / Doris Kinkel-Schlachter
Marco Herwartz (r.), Elektrotechnikermeister aus Aachen-Eilendorf, ist neuer Präsident der Handwerkskammer Aachen. Die neu konstituierte Vollversammlung hat den 44-Jährigen einstimmig gewählt. Nach 26 Jahren gab Dieter Philipp (l.) damit sein Amt als Präsident ab. Der 76-jährige Maler- und Lackierermeister sowie Restaurator im Handwerk wurde zum Ehrenpräsidenten der Handwerkskammer Aachen gewählt.

Eine Ehre, das höchste Ehrenamt auszuüben!

News 13.05.2020

Der 44-jährige Marco Herwartz ist neuer Präsident der Handwerkskammer Aachen

Von Doris Kinkel

Kammerbezirk. Dieser Mann brennt fürs Handwerk, da kann es nur logische Konsequenz sein, dass er die im Kammerbezirk höchst mögliche Position einnimmt: Marco Herwartz ist neuer Präsident der Handwerkskammer Aachen. Mit 44 Jahren gehört er damit zu den Jüngsten in der Geschichte der 120-jährigen Geschichte der Kammer, die dieses Amt bekleiden.

Mit 24 Jahren hatte der Elektrotechniker, dessen Mutter gelernte Friseurin und Vater Elektroinstallateurmeister ist, den Meister in der Tasche. Mit 34 durfte Marco Herwartz sich schon Geschäftsführer und Teilhaber des väterlichen Betriebes, der Elektro Herwartz GmbH, nennen. Sein achtköpfiges Team besteht aus zwei Meistern, zwei Gesellen, zwei Schreibkräften und zwei Auszubildenden. Der Ausbildungsbetrieb mit Sitz in Eilendorf hat sich auf intelligente Gebäudetechnik und Ladestationen für Elektromobilität spezialisiert, wobei die klassische Elektroinstallation auch zum Kerngeschäft gehört.

„Bei meiner Meisterprüfung im Jahr 2000 habe ich erstmals Kontakt mit einem Meisterprüfungsausschuss gehabt und fand die Aufgabe eines solchen Ausschusses sehr spannend, weshalb ich mich nach meiner Prüfung auch umgehend beworben habe“, berichtet Herwartz über seine ersten Erfahrungen mit der ehrenamtlichen Arbeit im Handwerk. Seitdem ist er im Meisterprüfungsausschuss Elektrotechnik der Handwerkskammer tätig.

Und wie so üblich in diesem Bereich, sei im Laufe der Zeit noch das ein oder andere Ehrenamt hinzugekommen. 2014 wurde Marco Herwartz zum Obermeister der Fachinnung für Elektrotechnik Aachen ernannt. Im Jahr 2017 hat die Vollversammlung der Kammer ihn nach zweijähriger Arbeit in deren Vorstand zum Vizepräsidenten gewählt. „Seitdem durfte ich Herrn Philipp auf Schritt und Tritt begleiten. Durch ihn habe ich das Netzwerk von Handwerk und Politik auf Landes- und Bundesebene kennengelernt“, so Herwartz.

Der Wechsel ins Präsidium habe sich für den Elektrotechnikermeister von Anfang an sehr gut angefühlt, weil man ihm schon seinerzeit das Vertrauen entgegengebracht habe, das Amt des Vizepräsidenten mit seinen jungen 41 Jahren ausüben zu dürfen. „Während meiner Vorstandstätigkeit durfte ich dem Präsidium und der Hauptgeschäftsführung über die Schultern gucken. Und in dieser Zeit haben sie sich auch ein Bild von mir gemacht“, so der neue Präsident der Handwerkskammer. Er freut sich, dass auch seine Familie und sein Team hinter ihm stehen.

Für Marco Herwartz ist es, so sagte er kurz vor seiner Wahl, eine Ehre, das Amt des Präsidenten zu bekleiden. Jetzt ist er gewählt, einstimmig, dieses Ehrenamt für die nächsten fünf Jahre auszuüben und die Interessen der 16.882 Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Aachen auf allen Ebenen des wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Lebens zu vertreten. 

Drei Fragen an Marco Herwartz, Präsident der Handwerkskammer Aachen

Sie haben Dieter Philipp in den letzten Jahren auf Schritt und Tritt begleitet, wie Sie selbst sagten. Was ist Ihnen in dieser Zeit besonders aufgefallen, was ist „hängen geblieben“?

Herwartz: Seit 2017 hat Herr Philipp mich einige Veranstaltungen besuchen lassen, damit ich die Handwerksorganisation in ihren vielen Facetten kennenlernen konnte. Aber auch das Handwerk konnte mich so kennenlernen. Besonders aufgefallen ist mir, wie groß das Netzwerk des Handwerks und wie riesig die Zahl der ehrenamtlich wirkenden Handwerker ist. Hängen geblieben ist auch, wie unglaublich freundlich man in der Handwerksfamilie miteinander umgeht. Ich sage bewusst Handwerksfamilie, weil es eben auch so gelebt wird.

Bleiben wir bei den Schritten: Sie treten in große Fußstapfen. Haben Sie sich Schwerpunkte für Ihre Zeit als Präsident bei der Handwerkskammer gesetzt? Was möchten Sie für das Handwerk erreichen, worauf legen Sie Ihren Fokus?

Herwartz: Herr Philipp hat sich sein Leben lang für das Handwerk eingesetzt und hinterlässt gewiss große Spuren. Er hat mich von Anfang an bewusst begleitet, mich an die Hand genommen, mich „gehen lassen“ und mir damit beigebracht meine eigenen Schritte zu gehen, damit ich meine eigenen Fußstapfen hinterlasse. Grundsätzlich möchte ich natürlich erst mal im Amt ankommen und mich einarbeiten. Auf lange Sicht sehe ich aber die Punkte Öffentlichkeitsarbeit, Steigerung der Attraktivität einer Ausbildung im Handwerk, die Angleichung von akademischer und handwerklicher Ausbildung sowie den Neubau des Internats im Bildungszentrum BGZ Simmerath als mögliche Schwerpunkte meiner Arbeit.

An diese Vollversammlung werden sich alle Teilnehmer noch lange erinnern, und zwar nicht nur aus dem Grund, dass Sie zum Präsidenten gewählt worden sind, sondern weil dies in einer außergewöhnlichen Zeit vollzogen wurde. Ein Satz vom neuen Präsidenten zu Corona bitte!

Herwartz: Corona wirkt sich in allen Bereichen unseres Lebens aus. So ist natürlich auch die Amtsübernahme davon stark beeinflusst. Ein Start in dieser Zeit ist sicherlich alles andere als gewöhnlich und einfach. Ich muss aber ganz klar sagen, dass ich stolz auf unsere Handwerkinnen und Handwerker bin, weil sie sich fast ausnahmslos an vorgesetzte Regeln gehalten und teilweise sehr stark bei der Ausarbeitung und Optimierung möglicher Schutzmaßnahmen mitgewirkt haben. In vielen Bereichen sind Kollegen zusammengerückt und helfen sich gegenseitig. Hieraus erwachsen teilweise sogar neue Geschäftsmodelle, die vor allem auch digitaler Natur sind. In einer Zeit, in der Distanz gefordert wird, wird gleichzeitig Nähe gelebt. Das ist ein starkes Zeichen. Handwerk hält zusammen! Die Handwerksorganisationen setzen sich landes- und bundesweit stark dafür ein, dass unserem Wirtschaftszweig bestmögliche Chancen gegeben werden, damit wir die gesellschaftlich und wirtschaftlich belastende Zeit gut überstehen.