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News 10.03.2022Es ist höchste Zeit umzudenken

„Hier stimmt was nicht“: Das Handwerk rüttelt mit einer bundesweiten Offensive wach.

Berlin. Seit einigen Wochen ruft die Imagekampagne des Handwerks in TV, auf Plakaten und Online zum Umdenken auf. Die teils emotionalen, teils bewusst provokanten Werbemittel sollen einen gesellschaftlichen Diskurs über die Gleichwertigkeit dualer und akademischer Ausbildung anstoßen.

Die erste Bilanz zum Flight (Werbeabschnitt): Die Kampagne kommt an. Allein über die Social-Media-Kanäle der Kampagne wurden bereits über 1.500.000 Menschen mit Beiträgen zur Kampagne erreicht. Der aktuelle Kampagnenfilm zählt mit über 110.000 organischen Views (die Anzahl der Augen, die den Beitrag einmal gesehen haben) zum bislang erfolgreichsten Video beziehungsweise Reel, wie es auf Instagram heißt. Und die Beiträge werden nicht nur wahrgenommen, sondern die erreichten Personen setzen sich auch damit auseinander und beteiligen sich an Diskussionen zur Kampagne und der Bedeutung des Handwerks.

Riesiger Umsatz

Mit 650 Milliarden Euro machten Handwerksbetriebe 2020 mit ihren Beschäftigten mehr Umsatz als Apple, Facebook, Google und Tesla zusammen.

Die Zukunftsaussichten sind gut. Die Nachfrage nach Handwerksleistungen ist groß. Denn groß sind die Herausforderungen, für die handwerkliche Produkte und Leistungen gebraucht werden. Schon heute müssen viele Kunden Wartezeiten in Kauf nehmen.

Wer ein Handwerk ausübt, muss sich wenig Sorgen um Arbeitslosigkeit machen. Die Arbeitslosenquote unter Handwerkerinnen und Handwerkern ist wesentlich geringer als in den meisten akademischen Berufen. Und auch wer sein eigenes Unternehmen führen möchte, findet im Handwerk die besten Voraussetzungen. Rund 70.000 Unternehmen werden im Handwerk jährlich erfolgreich gegründet und machen das Handwerk quasi zur Mutter aller Start-Ups.

Warum ist es dennoch so, dass in unserem Land so viele Fachkräfte fehlen, obwohl die Zukunftsaussichten gerade im Handwerk rosig sind? Viele Betriebe haben nicht genug Personal, um mehr Aufträge anzunehmen oder diese zeitnah abzuarbeiten. Rund 250.000 Fachkräfte fehlen im Handwerk – Tendenz steigend. Hier stimmt etwas nicht. Und wenn wir diese Lücke nicht schließen, vergeben wir uns, unseren Kindern und unserem ganzen Land eine große Chance.

Dabei sind die Voraussetzungen doch eigentlich hervorragend. Handwerk liegt in der Natur des Menschen. Kinder entdecken ihre Umwelt ganz natürlich mit ihren Händen und verleihen ihren geistigen Ideen und ihrer Kreativität mit den eigenen Händen Ausdruck. Für die Entwicklung junger Menschen sind geistige und manuelle, praktische Fertigkeiten gleichermaßen wichtig. „Begreifen“ hat nicht umsonst nicht nur mit Verstand, sondern auch mit den Händen zu tun. Auch im Handwerk sind Kopf und Hände gleichermaßen gefordert. Hinter jedem Handwerk stecken komplexes Fachwissen, technisches Know-how und ständige Weiterentwicklung. Mit der Suche nach passgenauen Lösungen sind Handwerkerinnen und Handwerker Innovationstreiber.

Und: handwerkliche Tätigkeiten machen stolz und selbstbewusst. Es stimmt daher etwas nicht, wenn in unseren Schulen nur Wissen und nicht auch Können eine Rolle spielt und jungen Menschen damit der Weg ins Handwerk erschwert wird.

Es stimmt auch etwas nicht, wenn in der Schule die duale Berufsorientierung zu kurz kommt. Damit schneidet sich unser Land ins Fleisch. Über die Hälfte unserer neuen Schulabgänger hat inzwischen Abitur. Tendenz steigend. Das ist gut so. Aber diesen jungen Menschen muss auch vermittelt werden, dass eine berufliche Ausbildung genauso viel wert ist wie eine akademische.

Wir müssen es gemeinsam schaffen, dass wieder mehr junge Menschen den Weg ins Handwerk finden. Es braucht ein gesamtgesellschaftliches Umdenken, um diesen Berufen ihre verdiente Anerkennung entgegenzubringen. Die berufliche Ausbildung kann nur attraktiv bleiben, wenn junge Menschen hier wirkliche Wertschätzung erfahren und spüren, wie wichtig sie für die Zukunft des Landes sind. Denn genau das sind die Handwerkerinnen und Handwerker.

Wir stehen vor großen Aufgaben beim Klimaschutz, bei der Digitalisierung, bei der Modernisierung der Infrastruktur und im Wohnungsbau, bei ressourcenschonendem Leben und Arbeiten generell – und diese Aufgaben können nicht einfach warten. Die Welt verändert sich, weil sie es muss. Diese Veränderungen stellen uns vor immer größere Herausforderungen. Wir brauchen nachhaltige Infrastrukturen, Technologien und Ideen – und Menschen, die diese umsetzen. Unser Land braucht mehr Handwerk.

Podcast in der Mache

Über das Jahr wird die Kampagne mit unterschiedlichen Aktionen über die Flights hinaus verlängert. Dazu gehört auch ein bereits angekündigter Podcast, der im Frühjahr produziert und im Frühsommer veröffentlicht werden soll.

Podcasts sind ein wichtiges Medium unserer Zeit. Vor allem in der relevanten Zielgruppe (Eltern, Lehrer und Bildungs-Multiplikatoren) herrscht eine hohe Affinität und eine vermehrte Nutzung, dies hat sich seit Pandemiebeginn noch gesteigert. So hören mindestens 25 Prozent der Deutschen wöchentlich einen Podcast, während 38 Prozent sich monatlich damit beschäftigen.

Der Kampagnenleitgedanke „Handwerk liegt in der Natur des Menschen. Was hindert so viele daran, es auch zum Beruf zu machen?“ bildet den Dreh- und Angelpunkt des Podcast. Mithilfe von interessanten Gesprächspartnern aus verschiedenen Bereichen wie Poltik, Wissenschaft, Bildungswesen und öffentliches Leben wird er aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Damit sollen unter anderem folgende Botschaften verstärkt werden:

  • Das Handwerk bietet beste Zukunftsaussichten und ist wichtig für unser Land und die Gesellschaft.
  • Die berufliche Bildung muss eine gleichwertige Anerkennung und Förderung erfahren wie die akademische Ausbildung.
  • Handwerk ist wichtig und richtig für unsere Kinder. Es fördert ihre Entwicklung und zwängt sie nicht in ein System.
  • Handwerk ist Teil unserer Natur, macht glücklich, zufrieden und verspricht eine sichere Zukunft für uns und unsere Kinder.

Der Podcast geht in den kommenden Wochen in die Umsetzung. Als Moderatorin und Interviewerin konnte ARD-Moderatorin Anna Planken gewonnen werden, die bereits in der Vergangenheit für das Handwerk als Moderatorin tätig war, zuletzt bei der PLW-Schlussfeier im Dezember 2021.

 

Umdenken für die Zukunft unseres Landes
„Hier stimmt was nicht“, macht das Handwerk daher mit einer bundesweiten Kommunikationsoffensive deutlich und will eine Gesellschaft zum Umdenken aufrufen, die jahrzehntelang Wissen über Können gestellt hat. „Es muss endlich in den Köpfen ankommen, dass eine berufliche Ausbildung genauso viel wert ist wie eine akademische“, fordert Hans Peter Wollseifer. „Damit die berufliche Ausbildung attraktiv bleibt, müssen die Berufe Wertschätzung erfahren. Die Menschen, die sie ausüben, müssen spüren, wie wichtig sie für die Zukunft des Landes sind.“ Der dringende Appell des Handwerkspräsidenten: „Wenn wir die Fachkräftelücke nicht schließen, vergeben wir uns, unseren Kindern und unserem Land eine große Chance.“



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Info: Weitere Informationen zur Imagekampagne des Deutschen Handwerks finden Sie im Netz unter www.handwerk.de.

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