Spannende und bedeutungsvolle Arbeit: Mehr als jeder zweite Elektrofachbetrieb in NRW sucht Fachkräfte. Ein landesweites Projekt hat nun die Anstellung von Mitarbeitern aus Jordanien und Ägypten zum Ziel.
Handwerkskammer Aachen, Foto: Britta Kaschel
Spannende und bedeutungsvolle Arbeit: Mehr als jeder zweite Elektrofachbetrieb in NRW sucht Fachkräfte. Ein landesweites Projekt hat nun die Anstellung von Mitarbeitern aus Jordanien und Ägypten zum Ziel.

News vom 20.06.2022Fachkräfte aus Jordanien und Ägypten

Elektrobetriebe können sich am Pilotprojekt beteiligen

Düsseldorf. Ab August reisen circa 20 Elektrofachkräfte aus Jordanien und Ägypten nach Nordrhein-Westfalen ein, um hier zu leben und ihren Beruf im Handwerk auszuüben. Dafür laufen im Rahmen eines Pilotprojekts beim Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) die Vorbereitungen. Betriebe aus NRW, die Fachkräfte im Bereich Energie- und Gebäudetechnik suchen und sich beteiligen möchten, können sich beim WHKT melden.

Der Mangel an qualifizierten Fachkräften im NRW-Handwerk ist groß. Allein im Elektrohandwerk ist mehr als jeder zweite Betrieb auf der Suche nach geeigneten Fachkräften und Auszubildenden.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz (FEG) bietet gerade Handwerksbetrieben seit 2020 Chancen, Fachkräfte aus Drittstaaten anzuwerben und erfolgreich zu integrieren. Damit dieser Prozess gut gelingt, hat der WHKT mit Unterstützung des NRW-Arbeitsministeriums aus Mitteln des Ministers für Bundesangelegenheiten, Europa und Internationales des Landes NRW ein Pilotprojekt gestartet und gemeinsam mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit (BA) 20 Elektrofachkräfte aus Jordanien und Ägypten angeworben. Die Fachkräfte absolvieren derzeit in ihren Heimatländern die nötigen Sprachkurse (B1) und bereiten ihre Einreise nach NRW vor.

Berufsbegleitende Anerkennung
Nach ihrer Ankunft in Deutschland werden die Fachkräfte im Bereich Energie- und Gebäudetechnik weiter von dem Pilotprojekt und den Projektpartnern betreut. Sie erhalten die nötige berufssprachliche und fachliche Qualifizierung, sodass sie die Anerkennung ihrer ausländischen Berufsqualifikation in Form einer Gleichwertigkeit berufsbegleitend erhalten.

>>Die Stabilität des Handwerks – und damit des Mittelstands in NRW insgesamt –
wird maßgeblich davon abhängig sein,
ob es unseren Betrieben gelingt, weiterhin qualifizierte Fachkräfte für sich zu gewinnen.<<

Matthias Heidmeier, WHKT-Hauptgeschäftsführer

Damit die berufliche Integration in der Praxis gelingt und Betriebe Fachkräfte für sich gewinnen, werden interessierte Unternehmen gesucht. Sie lernen die angeworbenen Elektrofachkräfte aus Jordanien und Ägypten kennen und beschäftigen sie nach einem erfolgreichen Matching für die Dauer der beruflichen Anerkennung. Sobald die berufliche Gleichwertigkeit (Anerkennung) als Elektrofachkraft hergestellt ist, kann die Anstellung als Fachkraft im Elektrohandwerk langfristig fortgeführt werden.

Matthias Heidmeier, Hauptgeschäftsführer des WHKT, sagt: „Die Stabilität des Handwerks – und damit des Mittelstands in NRW insgesamt – wird maßgeblich davon abhängig sein, ob es unseren Betrieben gelingt, weiterhin qualifizierte Fachkräfte für sich zu gewinnen. Der Blick ins Ausland, auf Fachkräfte, die in NRW im Handwerk arbeiten und hier mit ihren Familien leben möchten, ist daher eine gute Option. Damit dies allerdings aufgeht und Integration für zuwandernde Fachkräfte und für Betriebe gleichermaßen funktioniert, haben wir das Pilotprojekt mit dem NRW-Arbeitsministerium, der Staatskanzlei, dem Fachverband Elektro- und informationstechnische Handwerke NRW sowie der Bundesagentur für Arbeit und vielen weiteren Akteuren gestartet.“

Info: Weitere Informationen finden Sie unter www.whkt.de/fachkraefte. Ihr Ansprechpartner beim WHKT ist Frank Martin Clauß, Tel.: +49 211 3007-720,  fmclauss@whkt.de.