Die Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten auf der Tagung in Chemnitz.
Romy Weisbach
Die Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten auf der Tagung in Chemnitz.

News vom 10.05.2022Fachkräfte sichern und Ehrenamt stärken

Arbeitnehmer-Vizepräsidenten der Handwerkskammern fordern einen neuen Branchendialog.

Chemnitz. „Wir brauchen einen Branchendialog Handwerk“, titelt die Resolution, die die Arbeitnehmer-Vizepräsidentinnen und -Vizepräsidenten der Handwerkskammern auf ihrer Frühjahrstagung in Chemnitz verabschiedet haben. Hintergrund: Die Herausforderungen, die Klimawandel, Digitalisierung, der demografische Wandel, sowie der durch den Ukraine-Krieg erforderlich gewordene beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien für das Handwerk und seine Arbeitnehmer mit sich bringen. Die Arbeitnehmer-Vizepräsidentinnen und -Vizepräsidenten der 53 Handwerkskammern fordern als Vertretung von 5,4 Millionen Beschäftigten in rund einer Million Handwerksbetrieben die Bundesregierung sowie den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und den Zentralverband des Deutschen Handewerks (ZDH) in ihrer Resolution auf, den Transformationsprozess und die damit verbundenen Herausforderungen für das Handwerk schnellstmöglich flankierend durch einen Branchendialog Handwerk zu begleiten.

Zur Sicherung von Fachkräften bedürfe es einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen, mehr Mitbestimmung sowie einer Ausbildungs- und Weiterbildungsinitiative, fordert Joachim Noll, Vizepräsident des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT) und der Handwerkskammer Koblenz.

Während der Tagung wurden auch die Teilnehmer für die DHKT-Wahlen am 8. Dezember in Augsburg bestimmt: die Bewerber für den Ausschuss Berufsbildung und dessen fünf Planungsgruppen sowie die Bewerber für den Ausschuss Gewerbeförderung.

Gastreferenten wie Thomas Kralinski, Staatssekretär für Wirtschaft und Arbeit in Sachsen, und Michael Uhlmann von der ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH sorgten für fachliche Impulse. Thematisiert wurde zudem im Verlauf der Tagung das neue Verfahren zur Benennung von Arbeitnehmer-Mitgliedern für Prüfungsausschüsse über die Gewerkschaften.

Stimme erheben

Ehrenämter sind ein wichtiger Teil der demokratischen Selbstverwaltung des Handwerks. In der Resolution wird dazu weiter ausgeführt: „Beteiligung zu schaffen und den Interessen des Handwerks eine Stimme gegenüber der Politik zu verschaffen ist eine zentrale Aufgabe der demokratischen Selbstverwaltung des Handwerks. Darüber hinaus übernimmt sie wichtige hoheitliche Aufgaben für den Staat. Dies scheint vielfach in Vergessenheit geraten zu sein. Eine wichtige Aufgabe des Branchendialogs Handwerk sollte es daher sein, im Handwerk selbst, wie auch im politischen Raum die Bedeutung des handwerklichen Ehrenamts wieder deutlich zu machen. Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter in den Organen der Handwerkskammern und Innungen wie auch im Prüfungswesen erfüllen hier einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag. Es sind zehntausende Ehrenamtliche, deren Engagement im Prüfungswesen und den Kammern und Innungen das Handwerk täglich stärkt. Hierfür gilt es wieder eine Anerkennungskultur zu entwickeln.“