Die Aixtra-Fleischer mit Schwester Veronika Stolze von den Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus (3.v.l.), Klaus Kaiser, Ergotherapeut beim Café Kontakt (5.v.l.), Wolfgang Flachs, Vorsitzender der Aachener Aixtra-Fleischer (2.v.l.) und Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen.
Foto: Andreas Herrmann
Die Aixtra-Fleischer mit Schwester Veronika Stolze von den Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus (3.v.l.), Klaus Kaiser, Ergotherapeut beim Café Kontakt (5.v.l.), Wolfgang Flachs, Vorsitzender der Aachener Aixtra-Fleischer (2.v.l.) und Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen.

Fleischer spenden ganz viel Wurst

News 09.11.2021

Anschnitt des Aachener Originals. Innungsbetriebe beschenken Bedürftige.

Aachen. Seit 2008 sorgen alljährlich Vertreter der Aachener Aixtra-Fleischer und die Oberbürgermeisterin beziehungsweise der Oberbürgermeister der Stadt Aachen für den offiziellen Saison-Anschnitt der Aachener Weihnachtsleberwurst. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo pandemiebedingt nur im kleinen Rahmen gefeiert werden konnte, durfte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen diesmal Mitglieder des Öcher-Platt-Vereins, Senioren der Fleischerinnung und Träger Goldener Meisterbriefe zum feierlichen Anschnitt im Weißen Saal des Rathauses begrüßen.

Bereits zum zweiten Mal schnitt Keupen die weihnachtliche Spezialität an: „Letztes Jahr war mein erster Termin als Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen der Anschnitt der Leberwurst“, erinnerte sie sich. „Mit dem Anschnitt ist die Vorweihnachtszeit offiziell eingeläutet und schon in knapp drei Wochen beginnt der Weihnachtsmarkt“, fügte sie an.

Wolfgang Flachs, Vorsitzender der Aachener Aixtra-Fleischer, ist stolz, dass die Weihnachtsleberwurst, die seit 2016 Träger des Gütesiegels „geografisch geschütztes Produkt“ der Europäischen Kommission ist, eines von gleich drei „Aachener Top-Produkten“ ist. „Wir haben die Weihnachtsleberwurst, den Puttes und die Printe. Das ist in Europa einmalig.“

Die echte „Öcher Chressmesleäverwooesch“, wie eingefleischte Aachenerinnen und Aachener sagen, darf nur unter strengen Auflagen von Fleischerinnen und Fleischern aus dem Aachener Stadtgebiet hergestellt werden. Nicht nur ein Schuss Sahne, sondern auch die Zugabe von weihnachtlichen Gewürzmischungen wie zum Beispiel Koriander, Kardamom und Anis sowie die Veredelung mit verschiedenen Nüssen, Preiselbeeren und sogar Honig machen seit mehr als 120 Jahren den besonderen Geschmack der Aachener Köstlichkeit aus. Manchmal wird sie sogar mit Aachener Printen veredelt. Die genaue Zusammensetzung bleibt jedoch ein Geheimnis.

Als „vorweihnachtlichen Wunsch“ äußerte Sibylle Keupen die Herstellung einer vegetarischen Variante der „Chressmesleäverwooesch“. „Ich würde mich freuen, wenn alle Aachenerinnen und Aachener in den Genuss des regionalen Produkts kommen könnten.“

Spenden an Bedürftige
Über 50 Kilogramm Weihnachtsleberwurst und Puttes, hergestellt in den neun Fleischerinnungsbetrieben der Stadt, werden traditionell an soziale Einrichtungen gespendet. In diesem Jahr erhält bereits zum sechsten Mal das Café Kontakt des Alexianer-Wohnverbundes die Aachener Köstlichkeit: „Die Spende kommt sehr gut bei den Obdachlosen der Stadt an. Es ist ein echtes Highlight, wenn es Leberwurst und Puttes gibt“, erzählt Klaus Kaiser, Ergotherapeut beim Café Kontakt. Schwester Veronika Stolze von den Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus freut sich über die Wurstwaren: „Seit nunmehr 18 Monaten findet unsere Essensausgabe nur noch am Tor statt. So viele Kilogramm Fleisch und Wurst könnten wir uns ohne die Spende gar nicht leisten.“

Zum Abschluss des feierlichen Anschnitts sang Liedermacher Udo Schroll sein eigens zu diesem Anlass komponiertes Lied „Öcher Chressmesleäverwooesch“.