Gut aufgestellt: Mit der Mobilitätsberatung von Handwerkskammer sowie Industrie- und Handelskammer können junge Menschen Praktika im Ausland absolvieren. Im Rahmen der Erasmusdays haben sich Azubis, Betriebsinhaber und Berater mit der Europaabgeordneten Sabine Verheyen (2. Reihe, rechts) ausgetauscht. Fotos: Doris Kinkel
Handwerkskammer Aachen
Gut aufgestellt: Mit der Mobilitätsberatung von Handwerkskammer sowie Industrie- und Handelskammer können junge Menschen Praktika im Ausland absolvieren. Im Rahmen der Erasmusdays haben sich Azubis, Betriebsinhaber und Berater mit der Europaabgeordneten Sabine Verheyen (2. Reihe, rechts) ausgetauscht. Fotos: Doris Kinkel

Gemeinsam stark für Erasmus+

News 09.11.2021

Erfahrungsaustausch in der Handwerkskammer

Aachen. Europa wächst zusammen. Und Betriebe benötigen Mitarbeiter, die flexibel und international erfahren sind. Es lohnt sich, während der Ausbildung oder nach der Gesellenprüfung ein Auslandspraktikum zu absolvieren und durch praktisches Mitarbeiten andere Arbeitsweisen kennenzulernen.

Darüber tauschten sich (ehemalige) Azubis, Betriebsinhaber und Mobilitätsberater von der Handwerkskammer Aachen sowie der Industrie- und Handelskammer Aachen im Rahmen der „Erasmusdays“ in der Handwerkskammer aus. Mit dabei: die Europaabgeordnete Sabine Verheyen. In den Augen von HWK-Mobilitätsberater Thomas Jochum erweitert ein Auslandspraktikum nicht nur den beruflichen Horizont. „Es ist ein gewisser politischer Auftrag damit verbunden, und wir können so auch populistischen Strömungen entgegenwirken“, so Jochum. Auch seine Kollegin von der IHK, Patricia Heiliger, ist es wichtig, das EU-Programm Erasmus+ noch mehr in Politik und Gesellschaft zu verankern.

Das Programm wird fortgeführt, zunächst bis 2027, mit einem Gesamtbudget von rund 26 Milliarden Euro. Diese Summe ist natürlich für eine Vielzahl an Programmen gedacht, nicht nur für die Mobilitätsberatung, in deren Rahmen unter anderem die 40 Kammer-Mobilitätsberater sowie die bundesweite Koordinierungsstelle gefördert werden.

Gegenwärtig machen bundesweit nur fünf Prozent aller Auszubildenden, etwa 31.000 junge Menschen, beschäftigungsrelevante Erfahrungen im Ausland. Gleichzeitig orientieren sich aber immer mehr Unternehmen auf internationale Märkte oder kooperieren mit weltweit aufgestellten Firmen. Innerhalb von 15 Jahren hat sich die Zahl der exportierenden Handwerksbetriebe mehr als verdoppelt.

„Die Politik will 20 Prozent bis 2030, das ist noch ein weiter Weg“, sagt Patricia Heiliger. Immerhin sei NRW führend im Vergleich mit den anderen Bundesländern. „Wir sind mit unserem System schon ganz gut bestückt, können aber natürlich auch von anderen Systemen lernen“, weiß die Europaabgeordnete Sabine Verheyen. Ihrer Meinung nach muss der Anteil von Berufsausbildung im Erasmus-Programm gesteigert werden. Den Azubis, die demnächst ein  Auslandspraktikum absolvieren möchten, gibt sie mit auf den Weg, Mut zu haben, Sprache zu benutzen und eigene Hemmschwellen sowie Anspruch runterzuschrauben.

„Mir hat in jungen Jahren leider der Mut gefehlt“, gab Wilhelm Grafen zu. Der Geschäftsführer der Handwerkskammer Aachen ist Leiter der fünf Bildungszentren, die die Kammer unterhält. „Umso wichtiger ist es mir, unseren Azubis Auslandspraktika zu ermöglichen. Der Transfer von dualer Ausbildung, die Erweiterung des eigenen Horizonts, der Input in den Berufsalltag – das schätzen wir hoch ein und unterstützen es, wenn es passt“, so Grafen.

Gepasst hat es bei Pia Ludwigs, Lucy Hensel und Paulina Bucaj. Sie durften Erfahrungen in Irland, Brüssel/Riga sowie  in Wien sammeln und konnten laut eigenen Aussagen sehr viel mitnehmen. „Ich konnte auch in Bewerbungsgesprächen damit punkten“, berichtete Paulina Bucaj. Valentin Herten konnte aus „Chef-Sicht“ sprechen und berichtete von seinen guten Erfahrungen, im Rahmen von Erasmus+ einen jungen Handwerker aus Frankreich aufgenommen zu haben, der mittlerweile fest angestellt ist in der Aachener Zimmerei Holzbau Herten.

Info: Aufenthalte im Ausland zahlen sich für junge Handwerkerinnen und Handwerker aus. Sie bringen von dort neue Erfahrungen mit, werden selbstständiger und können ihren Betrieben helfen, Kunden jenseits der Grenzen zu gewinnen. Die Bereitschaft von Lehrlingen, Gesellen und Jungunternehmen, Praktika außerhalb Deutschlands zu absolvieren, will die Handwerkskammer Aachen fördern. Ihr Mobilitätsberater Thomas Jochum steht allen Interessenten, die sich in Europa beruflich umsehen wollen, mit Rat und Tat zur Seite +49 241 471-187, thomas.jochum@hwk-aachen.de.  Weitere Informationen zum Thema Mobilitätsberatung finden Sie auf unserer Homepage unter www.hwk-aachen.de/mobilitaetsberatung