Sieben Handwerker berichteten beim Treffpunkt Ehrenamt über ihr vielfältiges Engagement, darunter auch Kfz-Meister Frank Sodermanns, auf unserem Bild mit seiner Frau Silke und Handwerkskammer-Präsident Marco Herwartz (links) sowie dessen Vize Felix Kendziora.
WHKT, Foto: Rolf Göbels
Sieben Handwerker berichteten beim Treffpunkt Ehrenamt über ihr vielfältiges Engagement, darunter auch Kfz-Meister Frank Sodermanns, auf unserem Bild mit seiner Frau Silke und Handwerkskammer-Präsident Marco Herwartz (links) sowie dessen Vize Felix Kendziora.

Große Bühne für das ehrenamtliche Engagement

News 13.10.2020

6. Treffpunkt Ehrenamt auf Schloss Raesfeld. Kfz-Meister Frank Sodermanns berichtet von seinem Einsatz.

Raesfeld. Beim Treffpunkt Ehrenamt würdigt der Westdeutsche Handwerkskammertag (WHKT) das ehrenamtliche Engagement der Handwerkerinnen und Handwerker in Nordrhein-Westfalen. Die Veranstaltung fand jetzt zum sechsten Mal auf Schloss Raesfeld statt.

„Heute wollen wir das Ehrenamt ins Schaufenster stellen“, sagte WHKT-Präsident Hans Hund zum Auftakt des 6. Treffpunkt Ehrenamt. Der Hauptgeschäftsführer des WHKT, Matthias Heidmeier, betonte, dass man gerade in der Corona-Zeit ehrenamtlichem Engagement den Rücken stärken müsse. Deswegen habe man sich dazu entschlossen, trotz strenger Hygieneregeln, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen, wenn auch mit deutlich weniger Gästen als in den Vorjahren und sitzend an einer großen „Tafel des Ehrenamts“.

Sieben Handwerkerinnen und Handwerker berichteten beim Treffpunkt Ehrenamt über ihr vielfältiges Engagement. Anschließend verlieh Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart den Ehrenamtspreis des Handwerks NRW an Elektronikermeister Markus Laudenberg aus Bergisch-Gladbach, Teilnehmer des Treffpunkt Ehrenamt des Jahres 2019, für seine Aktivitäten im Verein „Nepal & Wir“. Der Minister überreichte dem Preisträger eine von den Tischlergesellen Lasse Mandelkow und Johannes Deisting eigens für den Wettbewerb gestaltete Skulptur. Beide sind Schüler der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg der Handwerkskammer Aachen.

Bei der Preisverleihung lobte Minister Pinkwart das ehrenamtliche Engagement von Handwerkerinnen und Handwerkern in Nordrhein-Westfalen als wichtigen Beitrag gesellschaftlicher Verantwortung: „Mit dem ‚Ehrenamtspreis Handwerk NRW‘ wollen wir das ehrenamtliche Engagement stärken und insbesondere junge Menschen dabei unterstützen, sich einzubringen. Das Ehrenamt hat im Handwerk eine lange Tradition. Die Bedeutung haben wir zuletzt in der Corona-Krise erlebt.“

Beim Treffpunkt Ehrenamt gehe es auch darum, Geschichten zu hören, um sie weiterzutragen, so Hans Hund. Sie zeigten, dass das Handwerk eine sensible Rolle habe für gesellschaftliche Anliegen. Diese gelte es in die nächste Generation zu tragen. Bewegende Geschichten gab es viele. Da war Kfz-Meister Frank Sodermanns aus Wassenberg (mehr in der Info), der mit Autoteilen im Gepäck nach Burundi reist, Meister für Holz- und Bautenschutz Michael Grübel, der mit seinen Beschäftigten Unterhaltungsstunden in Seniorenheimen übernimmt, Bestatterin Jessica Dorndorf, die Bedürftigen eine Hilfsstation und Langzeitarbeitslosen einen Neustart ermöglicht, Unternehmerfrau Sabine Scheffler, deren Büro im Autohaus zur Weihnachtszeit von Päckchen für Bedürftige belegt ist, Friseurmeisterin Rosemarie Ehrlich, die Bedürftigen die Haare schneidet und damit bei den Kundinnen und Kunden auch „innere Türen öffnet“, Friseurmeisterin Andrea Schug, die Kindertanzgruppen im Kölner Karneval trainiert und Kälteanlagenbauer- und Elektrotechnikermeister Helmut Kleinehr, der sich seit Jahrzehnten als ehrenamtlicher Richter betätigt. Der Treffpunkt Ehrenamt wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Weitere Infos im Netz unter www.ehrenamt-handwerk-nrw.de/home/treffpunkt-ehrenamt.

Frank Sodermanns: Ursprünglich war das Reha-Mobilitätszentrum ein klassisches Autohaus mit Werkstatt. Ein Unfall des Geschäftsführers Frank Sodermanns hat ihn jedoch für mehrere Monate an den Rollstuhl gebunden. Damals hat er die Notwendigkeit erkannt, auch die Mobilität bewegungseingeschränkter Menschen zu sichern. „Gerade, wenn man sich nur eingeschränkt bewegen kann, ist es wichtig, sich seine Mobilität zu bewahren. Und das wollen wir möglich machen. Mithilfe unserer Fahrzeugumbauten kann fast jeder Auto fahren.“ Daraufhin wurde aus dem Autohaus Sodermanns das Reha-Mobilitätszentrum-NRW. In Burundi repariert der Kfz-Meister Fahrzeuge, womit er einen dortigen Pfarrer a.D. aktiv unterstützt. Über ein Netzwerk versucht Sodermanns, kindergerechte Rollstühle für Burundi zu organisieren. Außerdem ist er aktiv in der freiwilligen Feuerwehr.