Das NRW-Handwerk erhofft sich durch die Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung auch eine Steigerung der Attraktivität der beruflichen Bildung.
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Das NRW-Handwerk erhofft sich durch die Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung auch eine Steigerung der Attraktivität der beruflichen Bildung.

Großer Schritt zur Gleichwertigkeit beruflicher Bildung

12.02.2022

NRW-Handwerk mahnt erneut Recht an, kleinere Gebäude selbst planen zu dürfen.

Düsseldorf. Das NRW-Handwerk fordert Landesregierung und -parlament erneut zur Einführung der kleinen Bauvorlageberechtigung auf. Einen entsprechenden Beschluss fasste der NRW-Handwerksrat, das oberste Beschlussgremium der Handwerksorganisation in NRW. Die Erlaubnis würde es Meiste rinnen und Meistern des Zimmererhandwerks und des Maurer-, Betonbauer- und Stahlbetonbauerhandwerks sowie gleichwertig Qualifizierten erlauben, Genehmigungsplanungen für die Änderung, Errichtung sowie den Abbruch von einfacheren Bauwerken als ver antwortliche Planfertiger zu unterzeichnen. In 14 der 16 Bundesländer gilt eine entsprechende Befugnis bereits; neben NRW hat nur Rheinland-Pfalz den Schritt ebenfalls noch nicht vollzogen. Die genannten Berufsqualifizierten aus dem Bauhauptgewerbe könnten dann Bauanträge für Wohngebäude bis zwei Wohneinheiten, eingeschossige gewerbliche Gebäude, landwirtschaftliche Gebäude und Garagen planen und die Ausführung anleiten.

„Die Einführung einer kleinen Bauvorlageberechtigung für Meisterinnen und Meister im Bauhandwerk würde eine Anerkennung nachweislich erworbener Befähigung und einen maßgeblichen Schritt zur Gleichwertigkeit und Attraktivität der beruflichen Bildung bedeuten“, begründet der Präsident der Dachorganisation Handwerk.NRW, Andreas Ehlert, die Forderung. Das Handwerk bekenne sich ebenfalls dazu, dass auch Handwerksmeister Fortbildungs- und Versicherungspflichten analog zu den freien Berufen zu erfüllen haben, um faire Wettbewerbsbedingungen im Sinne der Verbraucher zu gewährleisten.

Dem Handwerk gehe es dabei „keineswegs um eine vollständige Gleichstellung der Leistungserbringung mit den planenden Berufen oder gar um Wettbewerbsverzerrungen zugunsten des Handwerks“, so Ehlert. Wohnungsbau, Energieeffizienz und Klimaschutz seien Aufgaben, die in den kommenden Jahren „mit sehr hoher Schlagzahl vorangetrieben werden müssen“, so der Handwerkspräsident.

„Richtigerweise“ seien deshalb in Nordrhein-Westfalen in den zurückliegenden Jahren bereits „viele Maßnahmen“ ergriffen worden, um das Bauen einfacher und schneller zu machen und bürokratische Hemmnisse aus dem Weg zu räumen. Ehlert: „Die kleine Bauvorlageberechtigung ist in dieser Reihe mehr als nur ein Schlussstein: Sie ist konstitutiv, wenn der immense Baubedarf schneller umgesetzt werden soll.“