"Je verantwortungsvoller wir im Einzelnen handeln, desto schneller gelangen wir gemeinsam zur Normalität", sprach Herwartz zu den Mitgliedern bei der Frühjahrs-Sitzung der Vollversammlung, die als Online-Konferenz stattfand.
Handwerkskammer Aachen
"Je verantwortungsvoller wir im Einzelnen handeln, desto schneller gelangen wir gemeinsam zur Normalität", sprach Herwartz zu den Mitgliedern bei der Frühjahrs-Sitzung der Vollversammlung, die als Online-Konferenz stattfand.

Handwerk findet immer Mittel und Wege

Pressemitteilung vom 26.05.2021

Vollversammlung der Kammer: Verantwortungsvoll in Richtung Normalität.

Aachen. Die Handwerksunternehmen in der Region Aachen haben während der Corona-Pandemie zahlreiche Mittel und Wege gefunden, die eigenen Mitarbeiter zu schützen und dabei wettbewerbsfähig zu bleiben. Lange bevor die Politik es vorgeschrieben hat, hätten sie in vorbildlicher Weise Testangebote für ihre Beschäftigten zur Verfügung gestellt, sagte Marco Herwartz, Präsident der Handwerkskammer Aachen, bei der Frühjahrs-Sitzung ihrer Vollversammlung, die als Online-Konferenz stattfand.

„Je verantwortungsvoller wir im Einzelnen handeln, desto schneller gelangen wir gemeinsam zur Normalität“, sprach Herwartz zu den Mitgliedern des Kammergremiums. Nur gesunde und motivierte Mitarbeiter könnten erfolgreich produzieren und die Kunden zufrieden stellen. Deshalb hätten sich Betriebe in vielen Fällen zusammengeschlossen, sich gegenseitig geholfen, ausgetauscht, voneinander profitiert, sich in Innungen abgestimmt und füreinander eingesetzt. Das verdiene Respekt und mache Mut für die Zukunft.

Die Umfragen der Kammer zu Geschäftslage und Liquidität haben gezeigt, dass die Krise bei den Handwerksunternehmen Spuren hinterlassen hat. Das Ausmaß ist dabei abhängig vom jeweiligen Gewerk. Dennoch konnte in vielen Branchen ein massiver Abschwung verhindert werden. Zu diesem Erfolg trugen in erheblicher Weise die Betriebsberater der Handwerkskammer bei, die mit viel Engagement und Einsatzbereitschaft den Mitgliedsunternehmen in betriebswirtschaftlichen und betriebstechnischen, aber auch in Fragen der Digitalisierung, des Marketings, der Integration und der Fachkräftesicherung zur Seite standen. Und auch beim Thema Ausbildung. „Ein leuchtendes Signal erscheint gerade im Hinblick auf die Zukunft“, zeigte sich der Kammerpräsident optimistisch. Das Handwerk ziehe nämlich wieder stärker junge Menschen an. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse ist zum 30. April im Aachener Kammerbezirk um über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt gestiegen. Es ist zugleich der höchste Wert zu diesem Stichtag seit 1996! „Diese Zahl zeigt, dass eine Berufsausbildung im Handwerk wieder zieht. Sie zeigt, dass junge Menschen den Perspektiven im Handwerk vertrauen und sich bewusst für einen Handwerksberuf entscheiden“, so Herwartz.

Die positive Entwicklung beweise, dass die Bemühungen der Handwerksbetriebe, Kammern, Innungen, Fachverbände und Kreishandwerkerschaften sich auszahlten und dass das Handwerk auch in Zeiten, in denen Ausbildungsmessen und Schulbesuche durch Ausbildungsbotschafter sowie Berater nicht in Präsenz stattfinden könnten, junge Frauen und Männer erreiche. Dazu werden erfolgreich digitale Wege genutzt und beschritten, wie zum Beispiel der Girls‘ Day und Boys‘ Day, an dem die Handwerkskammer Online-Angebote offerierte, zeigte. Herwartz hob die Bedeutung der Kommunikation auf vielen verschiedenen Kanälen hervor und verwies auf den News-Room auf der Webseite der Kammer.

Trotz Corona sei in den vergangenen Monaten viel Positives geschehen, sagte der Kammerpräsident. So seien die Bauarbeiten am Gästehaus im Bildungszentrum BGZ Simmerath weit fortgeschritten. Dort sei auch die Lehrbäckerei auf modernen Stand gebracht worden. Die neu ausgestattete Backstube und der umgebaute Verkaufsraum böten hervorragende Möglichkeiten, um Bäcker und Konditoren auf hohem Niveau aus- und weiterzubilden.

Die Kammer investiere viel Geld in die Weiterentwicklung ihrer Bildungszentren, betonte Herwartz. Basierend auf der ständigen Erweiterung und Modernisierung der Bildungszentren und ihrer Ausstattung hätte die Kammer während der Pandemie ihre Lehrgangsangebote schnell und effizient auf Online-Schulungen umstellen können. „Wir haben damit bewiesen, dass wir Digitalisierung können“, so der Kammerpräsident.

Die Handwerkskammer stellt sich den Herausforderungen dieser Zeit. Das betonte der Kammerpräsident in seiner Rede vor der Vollversammlung. Zum Beispiel auch dann, wenn es um Klimaschutz und Ressourcenschonung sowie um politische Stärkung des Handwerks geht. In einigen ihrer Bildungszentren hat die Kammer Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert. Sie hat für ihre Zwecke Elektroautos und E-Bikes angeschafft und wird weitere kaufen. Im Bildungszentrum BGZ Simmerath wurden Solarmodule auf den Ausbildungshallen montiert, um Sonnenenergie zu gewinnen.

Darüber hinaus setzt sich die Kammer auf allen politischen Ebenen ein. So war die sogenannte „Rückvermeisterung“ in zwölf Berufen ein wichtiger Schritt, für den das Handwerk gekämpft hat. Es zeige sich schon jetzt, dass die Wiedereinführung der Meisterpflicht in diesen Gewerken richtig war.

Außerdem fordere das Handwerk, den Sozialstaat zukunftsfest zu machen durch dauerhaft stabile Sozialversicherungsbeiträge, um die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu sichern und den Beschäftigten mehr Netto vom Brutto zu bescheren.

Als es wegen Corona für die Friseure und Kosmetiker und den damit verbundenen Schließungen dramtatisch wurde, hätte die Handwerksorganisation vehement auf regionaler, auf Landes- und auf Bundesebene für eine Öffnungsperspektive gekämpft. Sie hätte, so Herwartz, Stimmung gemacht und für Gleichbehandlung geworben. „Das tun wir ebenso lautstark, wenn es um die gleichmäßige Anerkennung von beruflicher und akademischer Bildung geht“, sagte der Kammerpräsident.

Im Herbst werden in Deutschland wieder die Weichen gestellt. Dann wählen die Bürger einen neuen Bundestag. „Die Themen, die eine kommende Regierung und das gewählte Parlament anpacken müssen, sind gewaltig: Coronavirus, Klimawandel, Energiewende, Digitalisierung, Mobilität, Fachkräftemangel – das Handwerk hat hier klare Vorstellungen und formuliert diese vor der Wahl eindeutig“, versicherte Herwartz.

Der Kammerpräsident betonte, dass es weiterhin auf ein qualitativ gutes, standfestes Handwerk ankomme. Dafür sollten Vollversammlung, Interessenvertreter, Betriebsinhaber und Beschäftigte alles tun.