Hilfe vor Ort: Auch die Handwerkskammer Aachen ¿ unser Symbolfoto zeigt Kurt Krüger im Gespräch mit einem Antragsteller ¿ berät Betriebe, die Soforthilfe beantragen wollen.
Handwerkskammer Aachen
Hilfe vor Ort: Auch die Handwerkskammer Aachen ¿ unser Symbolfoto zeigt Kurt Krüger im Gespräch mit einem Antragsteller ¿ berät Betriebe, die Soforthilfe beantragen wollen.

Herkulesaufgabe an den Hotlines

News 15.04.2020

Aachen/Berlin. Die NRW-Soforthilfe 2020 ist mit gewaltiger Nachfrage angelaufen. Betriebe, die durch die Corona-Pandemie wirtschaftlich in Not geraten sind, können bis zum 31. Mai einen Antrag auf finanzielle Unterstützung stellen. Die Handwerkskammern haben Hotlines eingerichtet, um ratsuchende Betriebe bei der Antragsstellung tatkräftig zu unterstützen.

„122 Beraterinnen und Berater der Handwerkskammern in NRW waren zum Start der Soforthilfe im Einsatz und haben gleich in den ersten Tagen über 5.000 Anfragen beantwortet“, erläutert Matthias Heidmeier, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT).

Wichtigste Fragen und Hinweise dabei: Risiken der Beantragung, technische Fragestellungen zum Online-Formular, Fristen der Auszahlung, Formalitäten der Auszahlung, Betriebsgründungen aus Januar 2020 mit Unterstützungsbedarf. Zudem wurden Fragen rund um Kurzarbeitergeld, Auftragsstornierungen, Ausbildungsverhältnisse sowie arbeitsrechtliche Themen an die Kammerexperten gestellt. „Es zeigt sich auch in der Betriebsberatung, wie umfassend das Handwerk in NRW von der Krise betroffen ist“, so Heidmeier. Die Betriebsberatung des Handwerks leiste in diesen Tagen eine echte Herkulesaufgabe und stehe dem Handwerk in diesen schwierigen Zeiten zur Seite.

Handwerksbetriebe, die sich in der Krise an ihre Handwerkskammer wenden möchten, erhalten die Kontaktinformationen und erweiterten Beratungszeiten auf den Internetseiten der Kammern.

„Das Soforthilfe-Programm ist ein wichtiger Meilenstein und ein sehr gutes Signal für die Betriebe und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Handwerk“, sagt Heidmeier. Das Antragsverfahren wird in NRW online über die Bezirksregierungen abgewickelt.

Am ersten Wochenende sind bis Montagmittag 12 Uhr insgesamt 210.000 Anträge eingegangen. Davon haben bereits 150.000 Kleinunternehmer, Freiberufler und Solo-Selbstständige ihre Bewilligung erhalten. „Das ist eine tolle Leistung der 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksregierungen und von IT.NRW, die dieses in kürzester Zeit möglich gemacht haben“, sagt der Hauptgeschäftsführer des WHKT.

Damit es bei der Antragsbearbeitung durch die Bezirksregierungen auch im weiteren Verlauf nicht zu Bewilligungsstaus kommt, richtet Heidmeier folgende Bitte an die Betriebe: „Im ersten Schritt sollten möglichst diejenigen den Vortritt bei der Antragsstellung erhalten, die sich in einer akuten finanziellen Notlage befinden. Nicht alle, die den Zuschuss benötigen, brauchen diesen auch direkt in der ersten Woche. Eine Beantragung ist bis zum 31. Mai möglich.“

Noch bis dahin können Kleinunternehmer – je nach Mitarbeiterzahl – Zuschüsse von Bund und Land in Höhe von 9.000, 15.000 und 25.000 Euro beantragen, um finanzielle Engpässe infolge der Corona-Krise zu überbrücken.

Der Artikel, der Teil der April-Ausgabe unserer Mitgliederzeitung "Handwerkswirtschaft" ist, hatte am 9.4.2020 Redaktionsschluss. Die vorrübergehende Einstellung der Antragsverfahren und der Auszahlung der Soforthilfen aufgrund von Betrugsverdacht ist dementsprechend noch nicht im Artikel enthalten. Weitere Informationen und die aktuellen Änderungen finden Sie  auf unsererCorona-Infoseite oder auf der Internetseite des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums.