Aaron Simons in der Werkstatt. Die Arbeit mit Metall liegt bei dem 25-jährigen Würselener in der Familie. Der junge Meister wurde für seine guten Prüfungsergebnisse ausgezeichnet.
Foto: privat
Aaron Simons in der Werkstatt. Die Arbeit mit Metall liegt bei dem 25-jährigen Würselener in der Familie. Der junge Meister wurde für seine guten Prüfungsergebnisse ausgezeichnet.

News 21.04.2021In Vollzeit zum Meister

Metallbauer Aaron Simons aus Würselen ausgezeichnet

Würselen. Aaron Simons (25) aus Würselen gehört zu den Meisterpreisträgern 2021. Eine große Feier für die neuen Meister ist in diesem Frühjahr leider nicht möglich. Die Sparkasse hat die besten unter den erfolgreichen Absolventen daher diesmal kontaktlos ausgezeichnet. Im Geschäftsbereich der Sparkasse Aachen erhielt Aaron Simons den Preis.

Nach seinem Realschulabschluss im Jahr 2012 besuchte er die Mies-van-der-Rohe-Schule und hatte zwei Jahre später sein Fachabitur mit der Fachrichtung Metalltechnik in der Tasche. Im Sommer 2014 begann er dann die Ausbildung zum Metallbauer (Fachrichtung Konstruktionstechnik) bei Maschinen- und Metallbau Vonhoegen in Würselen. Durch das Fachabitur konnte er  seine Ausbildung um ein Jahr verkürzen, so dass er direkt im zweiten Lehrjahr einstieg. Nach 2,5 Jahren Lehrzeit legte er im Januar 2017 seine Gesellenprüfung mit großem Erfolg ab: Aaron Simons wurde zum Innungsbesten gekürt und zusätzlich Kammer- und Landessieger von NRW. So wurde er zum Bundesleistungswettbewerb eingeladen, bei dem er den fünften Platz belegen konnte. 

Nach der Ausbildung arbeitete er zwei Jahre als Geselle und entschloss sich, die Meisterschule zu besuchen. „Mein Chef Stefan Vonhoegen gab mir die Zusage auf einen Arbeitsplatz, so dass ich die Vollzeitkurse besuchen konnte und zusätzlich Gewissheit auf einen Arbeitsplatz hatte“, sagt Aaron Simons.

Wie haben Sie zum Metallbauer-Beruf gefunden? 

Simons: In meiner Familie war eigentlich schon immer das Schmiedehandwerk vorhanden. Mein Opa war schon Schmiedemeister und hatte seinen eigenen kleinen Betrieb und auch mein Vater, der bei meinem Opa in der Lehre war, ist mit seinem eigenen Betrieb selbstständig. Allerdings war mir das damals als 16-Jähriger noch nicht so klar, dass ich eines Tages dieselbe Richtung einschlagen würde. Erst durch ein Jahrespraktikum, das ich in der Fachoberschule absolvierte, wurde mir klar, dass ich diesen Beruf lernen möchte. Die handwerkliche Tätigkeit an sich, aber auch das kollegiale Umfeld bei Vonhoegen, welches ich schon im Praktikum erfahren durfte, haben mich wohl am meisten überzeugt. Durch das Praktikum konnte ich mir auch schon direkt meine Ausbildungsstelle sichern.

Ist Metallbauer Ihr Traumberuf?

Simons: Traumberuf würde ich meinen Beruf wahrscheinlich nicht direkt nennen. Trotzdem könnte ich mir keinen anderen Beruf für mich vorstellen. Ich liebe es jeden Tag, von neuen Problemen herausgefordert zu werden, und am Ende eines Projekts hat man (meistens) ein tolles Ergebnis zu betrachten, das man mit den eigenen Händen geschaffen hat. Das macht mich stolz.

Es gibt ja im Handwerk mehrere Stationen, an denen man Halt machen kann. Sie haben es bis zum Meister geschafft. Was ist Ihre Motivation? Was möchten Sie beruflich noch alles erreichen?

Simons: Mir war eigentlich schon in der Ausbildung klar, dass ich mich in meinem Beruf weiterentwickeln möchte. Dass ich dann den Meister machen wollte, war für mich keine Frage mehr. Neue berufliche Ziele habe ich mir bis jetzt noch nicht gesetzt. Für mich ist es zunächst wichtig, dass ich mich in meiner neuen Aufgabe als Meister weiterentwickle.

Welche Bedeutung hatte das Stipendium für Ihre Entscheidung, die Meisterschule zu machen?

Simons: Da ich mir in der Ausbildung schon sicher war, dass ich eines Tages mal den Meister machen möchte, hat das Stipendium meine Entscheidung nicht unbedingt beeinflusst. Da ich aber schon vor der Gesellenprüfung von dem Stipendium wusste, wollte ich natürlich besonders gut sein, um dieses dann auch zu bekommen. Glücklicherweise ist das mir dann auch gelungen. Das Stipendium war für mich eine großartige Belohnung.

Beschreiben Sie bitte Ihren aktuellen Arbeitsplatz. Welche Tätigkeiten führen Sie aus?

Simons: Da wir ungewöhnlich viele Meister (sechs von 20 Mitarbeitern) im Betrieb sind, habe ich als Jungmeister jetzt noch keine reine Meisterstelle. Allerdings erledige ich schon einige meisterliche Aufgaben. Ich bekomme zum Beispiel meine eigenen Projekte. Diese kann ich dann selbstständig bearbeiten. Dazu gehören Kundenbesprechungen und vor-Ort-Termine (zum Beispiel für Aufmaß), Angebotskalkulation, Arbeitsplanung (Erstellung von technischen Zeichnungen; Materialbeschaffung), Fertigung in der Werkstatt (dazu gehört auch das Delegieren von Kollegen), bis zur Endmontage beim Kunden.

Digitalisierung im Handwerk ist ein großes Thema. Wie haben Sie das während Ihrer Ausbildung erlebt und welchen Stellenwert haben digitale Abläufe in ihrer aktuellen Berufsausübung?

Simons: Die Digitalisierung spielt für uns eine große Rolle. Durch das technische Zeichnen mit CAD-Programmen können wir viel besser und schneller Projekte planen. So kann man auch viel besser eventuelle Probleme erkennen und im Vorhinein lösen. Aber auch für die Fertigung ist das wichtig: Mit den im CAD-Programm erstellten Bauteilen, können wir auf unseren CNC-gesteuerten Maschinen (zum Beispiel die Laserschneidanlage) diese mit ein paar Klicks herstellen. Früher hätte man dafür Tage gebraucht. Heute geht das in ein paar Minuten.

Wenn ein 15-Jähriger Sie um Rat fragt, weil er sich bei der Berufsorientierung unsicher ist, was würden Sie antworten?

Simons: Ich würde ihm auf jeden Fall raten, Praktika zu machen. So habe ich ja auch zu meinem Beruf gefunden. Außerdem würde ich raten, zunächst eine handwerkliche Ausbildung zu machen, dann kann man immer noch ein Studium anfangen.