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Handwerkskammer Aachen

JA zur Zukunft, JA zur Ausbildung!

News 14.07.2020

Trotz Corona: Friseurmeisterin Natalija Schminder lernt seit Mai Carolin Sander an

Von Elmar Brandt

Alsdorf. Carolin Sander hatte schon verschiedene Vorstellungen, was den Berufswunsch angeht. Tourismus stand bei der jungen Frau ganz hoch im Kurs. Und Psychologie war ein Thema. Carolin Sander hat Abitur und deswegen auch verschiedene Möglichkeiten. Hebamme war auch im Gespräch, aber auch dieser wichtige Beruf konnte nicht gewinnen. Denn jetzt ist Carolin Sander auf dem Weg zur Friseurgesellin. Sie strahlt: Es war genau die richtige Entscheidung.

Ihre Chefin Natalija Schminder strahlt ebenfalls. Auch wenn das in Zeiten, in denen Friseure Mund-Nasen-Schutze und Gesichtsvisiere tragen müssen, nicht so ansteckend wirkt wie sonst. Bei den beiden sieht man es durch die Verdeckung. Natalija Schminder hat das große Talent von Carolin Sander schon während eines Praktikums der jungen Auszubildenden erkannt. Für sie war klar, dass sie ihr Lehrling werden soll. Auch das Coronavirus konnte sie davon nicht abhalten. Zwar waren die letzten Wochen mit Schließung des Betriebs, fehlenden Umsätzen und einengenden Vorschriften nicht leicht, aber mit dem Beginn der Ausbildung am 1. Mai dieses Jahres hat Natalija Schminder ein deutliches Zeichen gegen Pessimismus gesetzt: Ja zur Zukunft, Ja zur Ausbildung.

Diese Einstellung gefällt Marco Herwartz, der seit Ende April neuer Präsident der Handwerkskammer Aachen ist. Auch er hat Ja zur Zukunft gesagt und das Amt als Nachfolger von Dieter Philipp angenommen. Ausbildung liegt ihm am Herzen und deswegen freut er sich beim Besuch im Alsdorfer Friseursalon „Schmuckstück“ über die positive Energie, die Natalija Schminder und ihr Team ausstrahlen.

Carolin Sander hat also im Mai begonnen. Ihre Ausbildung ist auf zwei Jahre verkürzt, das ermöglicht ihr das Abitur. Sie hat aber jetzt trotzdem schon im Mai angefangen und ist mit viel Engagement bei der Sache. Nicht nur wenn es um das Schneiden, Glätten, Wickeln von Haaren geht, sondern auch beim Augenbrauen-Färben und anderen anspruchsvollen Tätigkeiten. Ihre Ausbilderin lässt sie an die Aufgaben ran, nur so können junge Lehrlinge lernen, ist sie überzeugt.

Natalija Schminder, die seit 2013 selbstständig ist, arbeitet nebenbei als Fachtrainerin und hat Erfahrung mit der Schulung junger Friseure und Auszubildenden. Sie weiß, wie wichtig es ist, Unterstützung zu erfahren, und Zuspruch. Als sie schwanger war und später ihr Baby bekam, hat ihre Familie ihr mit viel Einsatz geholfen, so dass sie trotz der neuen Situation auch beruflich schon nach fünf Wochen wieder einsteigen konnte. Sie will ihre Teammitglieder fördern und setzt auf gute Gemeinschaft. Das zahlt sich für ihr Unternehmen aus.

Ausgezahlt hat sich auch die NRW-Soforthilfe, die sie in der schwierigen Corona-Zeit erhalten hat. Zwar hat sie die finanzielle Unterstützung trotz früher Beantragung erst relativ spät erhalten, aber geholfen hat sie ihr trotzdem. Das freut auch HWK-Präsident Marco Herwartz, dem es ein großes Anliegen ist, sich für die Belange der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Aachen einzusetzen. Auf der politischen, wirtschaftlichen und auf der gesellschaftlichen Ebene. Er weiß, dass es nicht immer bei den Unternehmen ankommt, was die Handwerksorganisation bewirkt und bei der Entscheidungsfindung der Politik erreicht. Er weiß aber auch, dass es deutliche Auswirkungen hätte und auffallen würde, wenn das Engagement der Interessenvertreter nicht so groß wäre.

Deswegen wirbt der neue Präsident immer wieder für das Ehrenamt. Denn das freiwillige Engagement in Prüfungsausschüssen, Innungen, bei den Kreishandwerkerschaften oder Handwerkskammer sowie Fachverbänden zeichnet das Handwerk aus und verleiht ihm seine große Stärke.

Der Salon „Schmuckstück“ ist jedenfalls für die Zukunft gewappnet. Inhaberin Natalija Schminder hat aber trotzdem den einen Wunsch: „Dass wir bald diese Masken auslassen dürfen.“ Das Tragen der Schutzkleidung hinterlasse Spuren auf der Haut und sei belastend. Hoffentlich geht der Wunsch der Friseurmeisterin bald in Erfüllung. Dann können sich Kunden und Besucher auch wieder so richtig anstecken lassen – vom Strahlen der Chefin und ihrer Mitarbeiterinnen…