Cut auf allen Seiten: Sowohl die Zahl der Ausbildungsplätze als auch die Anzahl der Bewerber geht im ersten Halbjahr zurück. Experten mahnen zu mehr Entschlossenheit. Foto: amh-online.de/Sascha Schneider
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Cut auf allen Seiten: Sowohl die Zahl der Ausbildungsplätze als auch die Anzahl der Bewerber geht im ersten Halbjahr zurück. Experten mahnen zu mehr Entschlossenheit. Foto: amh-online.de/Sascha Schneider

News 16.04.2021Kein Lockdown in der Ausbildung!

Agenturen für Arbeit, unternehmer nrw und DGB NRW werben für mehr Entschlossenheit

Region/Düsseldorf. Die Corona-Pandemie stellt den Ausbildungsmarkt in Nordrhein-Westfalen vor besondere Herausforderungen. Ein halbes Jahr vor dem Start des Ausbildungsjahres haben Unternehmen 84.797 Ausbildungsplätze gemeldet, 6.417 (7 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Auch bei den Bewerberinnen und Bewerbern ist ein Effekt zu beobachten: Bis Ende März hatten sich 81.500 junge Menschen und damit 8.334 Jugendliche (9,3 Prozent) weniger als vor einem Jahr für einen Ausbildungsplatz gemeldet.

Torsten Withake, Vorsitzender Geschäftsführung Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit sagt: „Viele Jugendliche haben sich noch nicht auf einen Ausbildungsplatz beworben, da sie aufgrund der Corona-Pandemie noch unentschlossen sind.“ Die Agenturen für Arbeit bieten die Möglichkeit der Beratung durch Video-Chats an, um Schülerinnen und Schüler unterstützen und begleiten zu können. Withake richtet sich auch an die Unternehmen: „Wer jetzt ausbildet, der investiert in seine Fachkräfte von morgen. Auch für Unternehmen gibt es hilfreiche Unterstützungsmöglichkeiten, von der erweiterten Ausbildungsprämie bis zur Assistierten Ausbildung. Deshalb möchte ich an alle Unternehmerinnen und Unternehmer appellieren: Bilden Sie jetzt Nachwuchs aus, trotz aller Herausforderungen!“

Arndt Günter Kirchhoff, Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen e.V. (unternehmer nrw) sagt: „Es bereitet uns große Sorgen, dass die Bewerberzahlen so stark zurückgehen und viele Ausbildungsplätze noch unbesetzt sind. Wir müssen gemeinsam die Anstrengungen intensivieren, junge Menschen noch besser auch über digitale Angebote zu erreichen und mit Ausbildungsbetrieben zusammen zu bringen. Es ist gut und richtig, dass es in diesen schwierigen Zeiten zusätzliche Unterstützung für Ausbildungsbetriebe gibt. Die besten Ausbildungsförderungen sind und bleiben aber gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen.“

Anja Weber, Vorsitzende Deutscher Gewerkschaftsbund NRW, erklärt: „Fehlende Ausbildungsplätze und rückläufige Bewerberzahlen sind die Bausteine für den absehbaren Fachkräftemangel. Es darf 2021 zu keinem Lockdown bei der Ausbildung kommen.“ Sie sieht auch die Politik weiter in der Pflicht. „Außerdem müssen zusätzliche Kapazitäten für das erste Ausbildungsjahr durch Agentur und Land aufgebaut werden. So könnte das erste Jahr der Ausbildung beim Träger stattfinden. Danach übernehmen die Betriebe die Auszubildenden ins zweite Ausbildungsjahr.)

Arndt Günter Kirchhoff, Präsident unternehmer nrw  “Wir müssen gemeinsam die Anstrengungen intensivieren, junge Menschen noch besser auch über digitale Angebote zu erreichen und mit Ausbildungsbetrieben zusammen zu bringen.“

Info: Informationen zur Initiative des Ausbildungskonsens NRW finden Sie im Netz unter www.mags.nrw/ausbildungjetzt