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Jetzt handeln. "Es ist genau der richtige Weg, den viele Unternehmen jetzt beschreiten, wenn sie auf Kurzarbeit setzen", sagt Arbeitsmarktexperte Torsten Withake.

Kurzarbeit auf Rekordniveau

News 15.04.2020

Arbeitsagentur stellt Zahlen für März vor und verspricht unbürokratische Hilfe

Düsseldorf/Aachen. Die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeitergeld ist im März in Folge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Virus-Pandemie auf ein Rekordniveau gestiegen. In Nordrhein-Westfalen zeigten bis zum 27. März rund 96.000 Unternehmen Kurzarbeit an. Jobcenter und Agenturen für Arbeit setzen alles daran, die eingegangenen Anzeigen und Anträge schnell und unbürokratisch zu bearbeiten. „Das ist der soziale Auftrag der Bundesagentur für Arbeit und unser Selbstverständnis“, sagte Torsten Withake, Leiter der Bundesagentur für Arbeit in NRW.
„Die Zahl der Anzeigen zur Kurzarbeit sind ein erster, wenn auch bislang noch der einzige Anhaltspunkt, den wir aktuell für die Auswirkungen der Beschränkungen des Alltagslebens auf dem Arbeitsmarkt haben, die seit dem 16. März zur Bekämpfung der Corona-Virus-Pandemie gelten“, so Withake. Für eine genauere Bilanzierung der Folgen für den Arbeitsmarkt sei der Zeitraum noch zu kurz. „Das wird uns erst ab April möglich sein.“

Schon in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und 2009 haben viele Arbeitgeber von der Möglichkeit der Kurzarbeit Gebrauch gemacht, um ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten. 2009 zeigten im Verlauf des gesamten Jahres in NRW 28.663 Unternehmen Kurzarbeit an. „Es ist genau der richtige Weg, den viele Unternehmen jetzt beschreiten, wenn sie auf Kurzarbeit setzen“, sagte Arbeitsmarktexperte Withake. „Mit ihr kann Arbeitslosigkeit vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vermieden werden. Und wenn die Konjunktur wieder anspringt, haben die Unternehmen das Personal, das sie benötigen, um in kurzer Zeit erfolgreich ihre Wirtschaftstätigkeit wieder hochzufahren“.

Die Jobcenter und die Agenturen für Arbeit legen derzeit Priorität auf die Bearbeitung der Anzeigen zur Kurzarbeit. „Wir tun alles dafür, alle Anträge schnell und unbürokratisch aufzunehmen und abzuarbeiten“, sagte Withake. „Hinter jeder Anzeige stehen Menschen, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie sind darauf angewiesen, dass es schnell geht und sie sich darauf verlassen können.“ Um das zu gewährleisten habe die Arbeitsagentur aus allen Bereichen Personal, das nun unter Hochdruck die Anzeigen und Anträge zur Kurzarbeit bearbeite. Der Arbeitszeitrahmen sei von 6 bis 22 Uhr erweitert worden, telefonisch seien seine Mitarbeiter von 8 bis 18 Uhr erreichbar und es werde auch am Wochenende gearbeitet.

Wie viele Menschen aktuell verkürzt arbeiten, lässt sich statistisch noch nicht darstellen. „Auch viele kleine Betriebe setzen jetzt, häufig zum ersten Mal, auf Kurzarbeit. Das ist ein Grund für das hohe Aufkommen von Anzeigen innerhalb der beiden vergangenen Wochen. Es können aber auch Doppelungen vorliegen, weil Arbeitgeber alle Kanäle nutzen, Kurzarbeit anzuzeigen – per Mail, per Post und über unsere Internetseite. Das fällt erst auf, wenn alle Anzeigen erfasst und abgeglichen sind“, sagte Withake zum vorläufigen Charakter der aktuellen Veröffentlichung zu den Anzeigen auf Kurzarbeit in NRW.

Hinter jeder Anzeige von Kurzarbeit könne sich ein kleines Unternehmen, ein Ladengeschäft oder ein Handwerker verbergen – oder ein großer Mittelständler mit Hunderten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Kurzarbeiter höher liegen wird als 2008 und 2009. Damals waren vor allem das verarbeitende Gewerbe und die Industrie betroffen. Heute – und das ist das Novum – sind es in erheblichem Umfange auch die Dienstleistungsbranchen, die Kurzarbeit anzeigen.“

Withake sagte, Jobcenter und Agenturen für Arbeit übernähmen wichtige Aufgaben, um Unternehmen und Menschen möglichst gut und möglichst erfolgreich durch die aktuelle, durch eine Pandemie ausgelöste Krise zu helfen: „So können wir unsere Aufgabe in dieser Gesellschaft erfolgreich umsetzen und dafür sorgen, dass das soziale Netz fest und sicher hält. Niemand darf aufgrund der durch ein Virus ausgelösten besonderen Situation ins Bodenlose fallen. Dafür arbeiten wir alle in den Arbeitsagenturen und Jobcentern.“

Wenn Betriebe Kurzarbeit planen, zeigen sie das bei der Agentur für Arbeit an. Nur mit Anzeige ist später eine Zahlung möglich. Zuvor findet dazu eine Beratung des Unternehmens und oftmals auch der Arbeitnehmervertreter statt. Wenn tatsächlich kurzgearbeitet wird, kann das Unternehmen innerhalb von drei Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst danach liegen den Agenturen für Arbeit endgültige Daten dazu vor, wie viele Personen genau kurzgearbeitet haben, in welcher Branche und wie groß der Arbeitsausfall war. Deshalb kann aktuell auch noch keine Aussage über die möglichen Kosten gesagt werden.