WHKT-Vizepräsident Felix Kendziora (Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer Aachen), Hauptgeschäftsführer MatthiasHeidmeier und Präsident Berthold Schröder (v.l.n.r.).
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WHKT-Vizepräsident Felix Kendziora (Arbeitnehmer-Vizepräsident der Handwerkskammer Aachen), Hauptgeschäftsführer Matthias Heidmeier und Präsident Berthold Schröder (v.l.n.r.).

News vom 10.05.2022Landtagswahl 2022: Ruck für die berufliche Bildung im Handwerk

Frühjahrs-Vollversammlung des Westdeutschen Handwerkskammertages. Politiker: Klares „Ja“ zum Handwerk.

 Düsseldorf. Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT), brachte es im Rahmen der Vollversammlung am 26. und 27. April in Raesfeld auf den Punkt: „Ohne das Handwerk wird Deutschland weder seine selbstgesteckten Klimaziele erreichen noch energieunabhängig werden.“ Damit dies allerdings gelingt, so der WHKT-Präsident, „braucht es vor allem Fachkräfte und genau deswegen einen Ruck für die berufliche Bildung.“

Diese Richtungsentscheidungen zugunsten der beruflichen Bildung haben die Mitglieder der WHKT-Vollversammlung – die sieben Handwerkskammern in NRW – in Form von Handlungsempfehlungen an das Handwerk selbst sowie an die Landespolitik formuliert und verabschiedet. „Partnerschaftlich“ gelte es nun an der Umsetzung mit der Politik zu arbeiten, so WHKT-Präsident Schröder.

Konkret gehe es dabei unter anderem um die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung, die Einrichtung von Fachkräfteagenturen für kleine und mittelständische Handwerksbetriebe, eine verbesserte Partnerschaft mit den Berufskollegs in NRW, eine Unterstützung der überbetrieblichen Bildungszentren des Handwerks im Sinne der Betriebe sowie – nicht zuletzt – das Thema Fachkräfteeinwanderung, welches aufgrund seiner komplexen Herausforderung Handwerksbetrieben noch zu viele Hürden bereitet. Das nordrhein-westfälische Handwerk betont in seinen Beschlüssen, dass Betriebe mit der Unterstützung der Handwerksorganisation auch selbst vor einer großen Kraftanstrengung stehen, um mehr Nachwuchs ins Handwerk zu holen.

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Landtagswahl NRW nahmen unter dem Tagesordnungspunkt „Politiker im Dialog“ die Spitzenkandidaten von CDU, SPD, FDP und Grünen teil. Hintereinander hatten die Spitzenvertretungen des NRW-Handwerks Gelegenheit, sich mit NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), NRW-Minister Dr. Joachim Stamp (FDP), mit dem SPD-Landesvorsitzenden Thomas Kutschaty sowie Mona Neubaur, Landesvorsitzende der Grünen in NRW, auszutauschen und Themen einzuordnen. Dabei positionieren sich alle vier Landesvorsitzenden mit einem klaren „Ja“ zum Handwerk. Die Klimaziele wird man nach Auffassung aller Parteien nur erreichen, wenn das Handwerk die dafür nötigen Fachkräfte gewinnt. „Der Schlüssel hierfür“, so WHKT-Hauptgeschäftsführer Matthias Heidmeier, „ist die berufliche Bildung.“

„Gemeinsam haben wir seitens des NRW-Handwerks einen guten Austausch mit der Politik geführt. Wir sind zuversichtlich, in der kommenden Legislaturperiode das anpacken zu können, was für das Handwerk, unser Klima und die nächsten Generationen jetzt gebraucht wird. Ein stabiler Mittelstand braucht vor allem gut ausgebildete Fachkräfte. Wir stehen bereit für eine echte Transformationspartnerschaft mit der Politik“, fasste Heidmeier zusammen.

WHKT-Präsident Berthold Schröder geht in seinem Bericht an die Mitglieder der Vollversammlung eindringlich auf die Situation in der Ukraine ein und erinnert – bei allen Folgen für unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand – vor allem an das fürchterliche Leid der Menschen in der Ukraine. Mit den Worten „Das Handwerk zeigt Haltung“ wendete sich Präsident Schröder an den ZDH-Präsidenten Hans Peter Wollseifer und dankte ihm stellvertretend für die Unterstützung, die das Handwerk bereits bis jetzt bundesweit ohne Zögern organisiert und initiiert hat. Zudem „bietet das Handwerk den Bürgerinnen und Bürgern der Ukraine berufliche Perspektiven, wenn sie diese benötigen“, so Schröder.

Welche Initiativen und Aktivitäten der WHKT in den weiteren wichtigen Themenfeldern für und im Handwerk 2021 mit Blick auf die Zukunft aller Betriebe und aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer umgesetzt hat, stellte Heidmeier in seinem Bericht an die Spitzenvertretungen der NRW-Handwerkskammern vor. Schlüsselthemen dabei unter anderem: ein geplantes Vorhaben zur Förderung von Führungskräfte-Exzellenzen im Handwerk, die Stärkung und handfeste Unterstützung des handwerklichen Ehrenamts auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite, das Thema Gründung und Betriebsübernahme sowie die Themenfelder Zuwanderung und Fachkräftesicherung.

Über die inhaltliche Ausgestaltung der Arbeiten der WHKT-Geschäftsstelle 2021 informiert die vorgelegte Fortschrittsbilanz unter dem Titel „Schlüsselposition. Für die Zukunft.“, die online unter www.whkt.de/downloads/publikationen zur Verfügung steht.