Energiepreise
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Die Energiepreise sind explodiert, die Bundesregierung schnürt ein Entlastungspaket. Das Handwerk kritisiert die Vernachlässigung von Betrieben.

News 14.04.2022Nicht ausreichend!

ZDH-Präsident Wollseifer kritisiert Entlastungspaket der Bundesregierung.

Berlin. „Das von der Bundesregierung vorgesehene Entlastungspaket bei den Energiekosten bringt unseren Handwerksbetrieben nicht die Entlastung, die in der aktuellen Lage notwendig ist, damit sie diesen Energiepreis-Schock verkraften können“, sagt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Um die Lasten aus dieser Preisexplosion abzufedern und Härten auszugleichen, reiche die temporäre Entlastung bei Spritkosten nicht aus. Zusätzlich sollten auch die Verbrauchssteuern bei Strom und Gas auf die europäisch zulässigen Mindestsätze gesenkt und die CO2-Abgabe befristet ausgesetzt werden. „Bei öffentlichen Aufträgen setzen wir uns dafür ein, Preisgleitklauseln umfänglich zu nutzen und bestehende Aufträge preislich entsprechend anzupassen. Besonders betroffenen energieintensiven Betrieben müssen zielgenaue direkte Hilfen gewährt werden, um einer Insolvenzwelle vorzubeugen“, sagte Wollseifer.

So richtig die geplante Entlastung der Bürgerinnen und Bürger wie auch die vorgesehenen Schritte zu mehr Energieversorgungsunabhängigkeit seien, so wenig dürften gerade kleine und mittlere Betriebe angesichts der Energiepreis-Explosion im Regen stehen gelassen werden“, forderte der ZDH-Präsident. „Unsere Betriebe können die enormen Preissprünge nicht allein auffangen, umso weniger, als die enormen Preissteigerungen in dieser Höhe nicht vollständig an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden können. Die jetzt von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen zielen jedoch vor allem auf eine Entlastung von Privathaushalten, haben aber nicht ausreichend die Belange unserer Betriebe im Blick. Die Leistungsfähigkeit unserer Betriebe wird jedoch jetzt erst recht gebraucht, damit Deutschland die Lasten des Krieges schultern kann und damit wir schnellstmöglich die Energiewende schaffen."

 „Nicht der große Wurf“

Kritik kommt auch aus Düsseldorf. Es sei nicht gut, dass der vorgesehene Maßnahmenkatalog ein buntes Sammelsurium sei, das Klarheit, Konsistenz und Verlässlichkeit vermissen lasse, sagte Andreas Ehlert, Präsident von HANDWERK.NRW. „Das ist gerade für unsere Betriebe nicht der große Wurf. Denn die Maßnahmen haben den Mittelstand nicht ausreichend im Blick.“

Den Betrieben würden zusätzliche Bürokratielasten aufgebürdet, weil sie die Energiepreis-Pauschale über die Lohnabrechnung administrieren sollten, so Ehlert. „All die Sonntagsreden zum Bürokratieabbau klingen hohl und unglaubwürdig, wenn den Betrieben im Konkreten wie jetzt hier immer wieder neue Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. Wir brauchen eine andere Philosophie: Entlastung auf breiter Front statt eines Flickenteppichs von Einzelsubventionen“, sagte Ehlert.