Wichtiger Bestandteil der dualen Ausbildung: Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung in den Bildungszentren des Handwerks ermöglicht weitergehende Einblicke in die Handwerksberufe und sichert so die Qualität der Lehre. Foto: HWK-Archiv/Britta Kaschel
Handwerkskammer Aachen
Wichtiger Bestandteil der dualen Ausbildung: Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung in den Bildungszentren des Handwerks ermöglicht weitergehende Einblicke in die Handwerksberufe und sichert so die Qualität der Lehre. Foto: HWK-Archiv/Britta Kaschel

News 09.02.2022NRW gibt mehr Geld für die ÜLU

Handwerk verzeichnet großen Erfolg: Das Land realisiert die „Drittelfinanzierung“.

Düsseldorf. Das Jahr 2022 hat für die duale Berufsausbildung im Handwerk mit einer guten Nachricht von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann begonnen: Nordrhein-Westfalen wird seine Förderung für die Grund- und Fachstufenlehrgänge der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) im Handwerk auf ein Drittel der Kosten anheben.

Das bedeutet konkret, dass im Jahr 2022 rund sieben Millionen Euro mehr in die ÜLU fließen. „Damit setzt Nordrhein-Westfalen Maßstäbe bei der Unterstützung der dualen Ausbildung. Wir kämpfen seit Jahren dafür, dass Bund, Land und Betriebe sich zu je einem Drittel an den Kosten der ÜLU beteiligen“, erklärt der Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages (WHKT), Berthold Schröder.

Bislang tragen die Betriebe den Löwenanteil der ÜLU-Kosten. „Die Drittelfinanzierung des Landes NRW in 2022 ist nicht nur ein konkretes Entlastungssignal für die Betriebe und damit ein zusätzlicher Anreiz, auszubilden. Es handelt sich vor allem um ein politisch bedeutsames Signal im Sinne der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung“, erklärt Schröder. 

Dieser Rückenwind für die duale Ausbildung ist nach Ansicht des NRW-Handwerks dringend nötig. „Es sind schließlich auch die Handwerksbetriebe, die zum Beispiel den nötigen Klimaschutz an Gebäuden realisieren. Hierfür und für viele andere Zukunftsaufgaben braucht es mehr denn je gut ausgebildete Fachkräfte, die die enormen Aufstiegschancen des Handwerks nutzen“, erklärt Matthias Heidmeier, Hauptgeschäftsführer des WHKT.

Es komme nun darauf an, die Drittelfinanzierung in Nordrhein-Westfalen auch über 2022 hinaus zu realisieren. „Das Handwerk erwartet von den politischen Parteien, dass dies im Sinne der beruflichen Bildung und der Fachkräftesicherung in einem Koalitionsvertrag nach der Landtagswahl festgeschrieben wird“, betont Heidmeier.

Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung ergänzt die praktische Ausbildung im Betrieb und ist damit ein wichtiges Qualitätssicherungsinstrument der handwerklichen Ausbildung. Neben der Ausbildung in den Handwerksbetrieben ist es von hoher Bedeutung, dass die Auszubildenden in den Bildungszentren des Handwerks weitergehende Einblicke in die handwerklichen Möglichkeiten ihres Wunschberufes erhalten und ihre Fertigkeiten produktionsunabhängig vertiefen können. Genau das realisieren die überbetrieblichen Bildungszentren des Handwerks im ganzen Land.