Businessman gets polish cash from the hand coming out of the laptop monitor. The conception of earning money on the internet Schlagwort(e): money, internet, computer, laptop, investment, business, office, cash, banking, making, businessman, finance, currency, man, online, technology, savings, hand, exchange, success, bank, paper, web, financial, win, modern, earning, stock, work, transfer, electronic, economy, monitor, profit, receive, concept, metaphor, polish, PLN
Adobe Stock
Es geht ums Geld und die Eingabe von Daten: Bei der Ermittlung der Verdienststatistik sollen Unternehmen künftig entlastet werden.

Nutzen statt Last

News 09.02.2021

Amtliche Verdienststatistiken werden modernisiert

Düsseldorf. Mit einer Vorabinformation an die auskunftspflichtigen Betriebe ist die neue bundesweite Verdiensterhebung gestartet. Sie wird zunächst einmalig für den Berichtsmonat April 2021 und ab Januar 2022 regelmäßig monatlich vorgenommen. Sie ersetzt dann die vierteljährliche Verdiensterhebung, die Verdienststruktur-Erhebung sowie die auf freiwilliger Basis ermittelte Sonderhebung Verdienste, die bislang separat erfolgten.

Die Meldung zur Verdienststatistik verursacht in den Betrieben Aufwand und Kosten. Die modernisierte Erhebung bietet laut Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt jedoch folgende Vorteile:

  • Um die Gesamtbelastung der Wirtschaft zu minimieren, wird die neue Verdiensterhebung als Stichprobenerhebung vorgenommen und die bundesweite Anzahl der Melder auf maximal 58.000 Betriebe beschränkt. In Nordrhein-Westfalen sind zukünftig knapp 7.000 Betriebe betroffen, dies entspricht 1,8 Prozent aller infrage kommenden Betriebe.
  • Der Fragenkatalog ist an die Inhalte der betrieblichen Lohn- und Gehaltsabrechnung angepasst, so dass eine weitestgehend automatisierte und digitalisierte Zusammenstellung und Übermittlung der Daten über die Online-Meldeverfahren eSTATISTIK.core und IDEV möglich ist.
  • Die Gruppierung nach Geschlecht, Beschäftigungsart und nach den fünf Leistungsgruppen der amtlichen Statistik entfällt.
  • Minimierung der Rückfragen: Auf Rückfragen zu den Daten bei den Betrieben kann zukünftig in den Statistischen Landesämtern durch den Einsatz automatisierter Plausibilisierungs- und Imputationsverfahren aus dem Bereich „machine learning“ beziehungsweise künstlicher Intelligenz nahezu vollständig verzichtet werden.

Mit dieser von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) unterstützten Reform werden die Vorschläge zur Reduzierung von Statistikpflichten umgesetzt und zudem die Forderungen der Arbeitsmarkt- und Sozialforschung (insbesondere der Mindestlohnkommission) nach jährlichen, zeitnahen Informationen zur Verdienstverteilung erfüllt. Detaillierte Analysen zur Lohnverteilung konnten bislang nur auf Grundlage der alle vier Jahre stattfindenden Verdienststruktur-Erhebung erfolgen. Zukünftig wird die neue Verdiensterhebung monatliche Paneldaten über Verdienste und verdienstbestimmende Faktoren für rund sieben Millionen Beschäftigte liefern.

Nicht nur die Mindestlohnforschung profitiert von den aktuelleren und umfassenderen Daten, sie dienen auch zur Erfüllung diverser Verordnungen auf europäischer und nationaler Ebene sowie zur Berechnung wichtiger wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Indikatoren. Hierzu zählen unter anderem die Berechnung des Arbeitnehmerentgelts der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, der Arbeitskostenindex sowie die Berechnung des Verdienstabstands zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap). Sie gibt Einzelpersonen, Politik wie zum Beispiel dem Ministerium für Wirtschaft als auch Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften Orientierung zu Höhe und Entwicklung von Verdiensten.

Mit der Vorabinformation soll den Betrieben genügend Zeit gegeben werden, um die anstehenden Statistikmeldungen intern vorbereiten zu können.